Wetter Frühling und Sommer 2021 Wetterprognose vom 25.03.2021 - Turbulentes Aprilwetter

Der Klassiker im April - durchwachsenes und turbulentes Wetter
Der Klassiker im April - durchwachsenes und turbulentes Wetter

Der April macht, was er will. Berühmt-berüchtigt ist der launische Wettercharakter in der ersten April-Dekade. Und das Wetter scheint in diesem Jahr keine Ausnahme machen zu wollen, was über Ostern und auch darüber hinaus zu einer turbulenten und markanten Wetterlage führen kann. Der Frühling aber hat trotzdem seine Chance, auch auf die extreme Art.

Frühlingsluft. Der Frühling macht sich mit milderen Luftmassen bemerkbar, erhält zum Wochenende mit stürmischen Winden einen kleinen Dämpfer und dreht zum Start in die neue Woche voll auf. Mancherorts können die Werte in den frühsommerlich warmen Bereich ansteigen. Doch von langer Dauer ist diese Wärmeepisode auch nicht.

Der Wettersturz über Ostern

Vieles deutet darauf hin, dass es zum Start in den April zu einem Wetterumschwung kommen wird. Das Hoch über der Mittelmeerregion weicht nach Osten aus und ein weiteres blockiert auf dem Atlantik die Frontalzone. Ein Tief über der Barentssee trogt nach Süden aus und führt mithilfe eines Arctic Outbreaks kalte Luftmassen nach Süden. Knifflig bleibt für den Moment noch die Frage, wie weit westlich der Kaltluftvorstoß niedergeht, denn geht dieser zu weit westlich nieder, so gelangen Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die warme Vorderseitenanströmung. Andernfalls wird das Wetter über Ostern nasskalt und winterliche Wettererscheinungen können in Form von Graupelschauern eine Rolle spielen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Ostern.

Grenzwetterlage über Ostern
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Grenzwetterlage über Ostern
© www.meteociel.fr

Zufuhr kühler Luftmassen oder ein nachhaltig nasskalter Wettercharakter?

Man erkennt an der Wetterprognose des europäischen Wettermodells, wie zaghaft das Tief im Verbund mit dem Hoch die kalten Luftmassen von Skandinavien aus über England bis nach Spanien und Portugal nach Süden ableitet. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen überwiegend auf die wärmere Vorderseitenströmung, was die Temperaturen über dem Norden an Ostern auf +4 bis +8 Grad und über dem Süden auf bis +20 Grad ansteigen lassen kann. Zaghaft bedeutet in diesem Fall eine Grenzwetterlage, bei der sich die kalten Luftmassen nicht vollständig nach Süden durchsetzen können.

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Die kühle und die kalte Variante

Was vom amerikanischen Wettermodell berechnet wird, ist die gemäßigt kühle Variante, bei der die kalten Luftmassen näher an Deutschland heranrücken, doch letztlich den Süden nicht erreichen können. Dieser bleibt im Einflussbereich der milden Südwestströmung. Und so können die Werte nördlich der Linie von Stuttgart und Regensburg auf +5 bis +10 Grad und örtlich auf bis +2 Grad absinken, während über dem Süden +12 bis +16 Grad erreicht werden können.

In der dritten Varianten gelangt Deutschland vollständig in den Einflussbereich der arktischen Kaltluftmassen, was bei Werten von +0 bis +5 Grad bis auf tiefere Lagen zu Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauern führen kann. Wir haben diese drei Optionen einmal gegenübergestellt, da diese für die weitere Wetterentwicklung von großer Bedeutung sind.

Volltreffer oder nur ein Streifschuss  - Gemäßigt kühles Wetter über Ostern ist wahrscheinlich, aber nicht gesichert
Wetterprognose nach dem europäischen (li.), amerikanischen (Mi.) Wettermodell und einem Kontrolllauf (re.): Volltreffer oder nur ein Streifschuss - Gemäßigt kühles Wetter über Ostern ist wahrscheinlich, aber nicht gesichert
© www.meteociel.fr

Nach Ostern der Durchbruch des Frühlings?

Für die Beurteilung, ob sich der Frühling nach Ostern wird voll umfassend und nachhaltig wird durchsetzen können, lässt sich besonders gut aus der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ableiten.

Warme Luft aus Süd knallt gegen kalte Luft aus Nord

Der Arctic Outbreak reißt über Ostern auf dem Atlantik ab, reicht aber aus, um ein Tiefdrucksystem zu initialisieren. Das Tief wird zunehmend kräftiger und pumpt aus südlichen Richtungen sehr warme Luftmassen nach Norden. Im gleichen Zeitraum wird das Hoch über dem Atlantik voluminöser und erstreckt sich von den Aleuten über Kanada bis auf den Atlantik.

Extreme Grenzwetterlage

Die Tiefdruckaktivität innerhalb des Polarwirbels verlagert sich in Richtung der Barentssee. Damit verändert sich die Struktur des Polarwirbels und im Verbund der beiden Zentralsysteme werden kalte Luftmassen nach Süden geführt. Der Höhepunkt dieser Konstellation wir für den 6. April berechnet. Für Norddeutschland hätte das eine Temperaturspanne von +0 bis +5 Grad und über dem Süden von +17 bis +23 Grad zur Folge. Extrem!

Bis und über Ostern verlagert sich das Hoch auf den Atlantik und leitet über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Nordwestwetterlage ein
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Bis und über Ostern verlagert sich das Hoch auf den Atlantik und leitet über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Nordwestwetterlage ein
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Der Übergang zu einer Westwetterlage

Im Winter lässt sich das häufiger beobachten. Das Hoch blockiert zunächst die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik, zieht sich aber zunehmend weiter nach Norden zurück und verlagert sich letztlich über Kanada. Was folgt, ist eine langsame, aber nachhaltige Umstrukturierung der Grundströmung. In diesem Fall wäre die logische Konsequenz eine westlich orientierte Grundströmung (Südwest und Nordwest mit eingeschlossen).

Nach Ostern der Übergang zu einer Westwetterlage?
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: nach Ostern der Übergang zu einer Westwetterlage?
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Turbulente Wettertage stehen bevor

Egal wie man es dreht oder wendet, die Wetterlage ist knifflig und vieles deutet auf eine Grenzwetterlage hin, die im Übrigen auch von den Kontrollläufen gestützt wird. Damit wird ein in der ersten April-Dekade abwechslungsreicher Wettercharakter zunehmend wahrscheinlicher.

Die Temperaturen sind der Jahreszeit angemessen

Die Kontrollläufe bestätigen das Ende vom Vorstoß des Frühlings zum 1. April. Nachfolgend pendelt sich das Temperaturniveau exakt in den Bereich ein, der mit +8 bis +12 Grad für die Jahreszeit als normal bewertet wird. Damit bestätigt sich der Wettertrend der letzten Tage. Ausnahmen gilt es für den Süden zu machen - das aber wird letztlich der Abgang und die Position des Arctic Outbreak entscheiden.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
31. März +10 bis
+23 Grad
+13 Grad bis
+18 Grad
4. April +2 bis
+17 Grad
+8 bis
+10 Grad
9. April +3 bis
+19 Grad
+10 bis
+13 Grad
Diagramm Temperaturen April 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Es bleibt nicht trocken

Um die wenig frühlingshaften Wetteraussichten zu unterstreichen, ein Blick auf die Niederschlagsprognose. Beide Vorhersage-Modelle berechnen bereits Ende März eine zunehmende Niederschlagsaktivität in Form von Schauern, die sich mit einer entsprechenden Grenzwetterlage verstärken könnten. Bis zum Ostersonntag sind Niederschlagssummen von 2 bis 10 l/m² und örtlich bis 15 l/m² zu erwarten. Mit einer entsprechenden Grenzwetterlage können auch bis 30 l/m² zusammenkommen.

Eine bis Ostern nur schwache Niederschlagsentwicklung
Regenprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Eine bis Ostern nur schwache Niederschlagsentwicklung
© windy.com

Wie wird der Frühling und Sommer nach dem Langfristmodell?

Das Langfristmodell berechnet den April und den Mai mit einer Abweichung von 1961 und 1990 +0,5 bis +1,5 Grad nur etwas zu warm. Nach dem - wärmeren - Mittelwert von 1991 und 2020 ist eine Abweichung im April von -1,1 bis -0,1 Grad im leicht zu kühlen und im Mai mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich zu erwarten. In der Niederschlagsprognose soll der April unauffällig und der Mai etwas zu nass ausfallen können.

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Der Wettertrend für den Sommer bleibt weiterhin zu warm. Nach dem Mittelwert von 1961 und 1990 liegt die Abweichung von Juni bis August zwischen +1 bis +3 Grad, wobei der August mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad noch als der kühlste der Sommermonate bewertet werden kann. Im Vergleich zum Mittelwert von 1991 und 2020 ist für den Sommer eine Differenz von -0,3 bis +1,7 Grad auszumachen.

Die Niederschlagsprognose ist über den Sommer unauffällig und im Trend leicht zu trocken. Einen neuerlichen Dürre-Sommer stützt das Langfristmodell zum aktuellen Stand nicht.

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Wetter März 2021 +0,5 bis +1,0 Grad (-0,6 bis -0,1 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
Wetter April 2021 +0,5 bis +1,5 Grad (-1,1 bis -0,1 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Wetter Mai 2021 +0,5 bis +1,5 Grad (-0,5 bis +0,5 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Juni 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Juli 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (-0,4 bis +1,6 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
August 2021 +1,0 bis +2,0 Grad (-0,4 bis +0,6 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2021  vom 25. März 2021
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2021 vom 25. März 2021

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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