Wetter Frühling und Sommer 2021 Wetterprognose vom 08.03.2021 - Folgt dem Sturm der Spätwinter oder doch der Frühling nach?

Setzt sich nach dem Sturm über Deutschland erneut ein Hochdrucksystem durch?
Setzt sich nach dem Sturm über Deutschland erneut ein Hochdrucksystem durch?

Unwetterartige Starkwindereignisse sind ab der Wochenmitte über Deutschland zu erwarten. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Sturmtief, sondern um eine ganze Sturmtiefserie, die auch das Wochenende noch beeinflussen kann. Wie sich das Wetter darüber hinaus entwickeln kann, hängt stark von einer Hochdruckposition ab, wobei die Wahrscheinlichkeiten für eine nachhaltige, windige und nasse Westwetterlage schwinden.

Zweigeteiltes Wetter. Die Kombination aus einem schwachen Wind und den Resten eines Tiefdrucksystems sorgt über Deutschland für ein Wechselspiel aus Sonne und Wolken, aus denen ab und an ein Regentropfen hervorgehen kann. Grundsätzlich häufiger kommt die Sonne über dem Süden zum Vorschein, trübt sich aber ab Dienstag auch dort zunehmend ein.

Wetterwarnung

Unwetter: Kräftiger Sturm

Ein Sturmtief erreicht mit seinen Ausläufern zum Mittwoch Deutschland. Von Mittwochabend bis einschließlich Samstag sind über dem Flachland stürmische Windböen über den mittleren Lagen Sturm und über den exponierten Lagen und den Küstenregionen von Nord- und Ostsee schwere Sturmböen zu erwarten. Orkanartige Windböen sind grundsätzlich nicht auszuschließen. Begleitet wird der Wind von vielen Wolken, wobei kurze sonnige Momente nicht auszuschließen sind. Wiederholt ist mit Regenfällen zu rechnen, deren Intensität aber zu wünschen übrig lässt und sich erst zum Samstag intensivieren können. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März 2021.

Ein Sturm erreicht Deutschland und lässt das Unwetterpotential ansteigen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Sturm erreicht Deutschland und lässt das Unwetterpotential ansteigen
© www.meteociel.fr

Der Sturm über Deutschland

Die Zugbahn des Sturms verläuft über Skandinavien und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen an den südlichen Gradienten. Zum aktuellen Stand wird kein Schnellläufersystem berechnet, was sich in den kommenden Stunden aber noch verändern kann. Grundsätzlich sind bei aktiv-dynamischen Wetterentwicklungen kurzfristige Änderungen möglich.

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Eine ganze Reihe an Stürmen

Wie man schon aus der oben stehenden Wetterkarte entnehmen kann, handelt es sich um einen regelrechten Tiefdruckklops. Und an diesem Klops wird sich zunächst einmal alles ausrichten und fügen. Die Vorhersage-Modelle berechnen in ihren Wetterprognosen eine Starkwindphase, die von Mittwochabend bis einschließlich Sonntag anhalten kann.

In diesem Prozess zeichnen sich zwei Höhepunkte ab. Der eine wird voraussichtlich zum Donnerstag- und der Zweite zum Sonntagnachmittag erreicht. Windgeschwindigkeiten von 70 bis 90 km/h sind über dem Flachland zu erwarten. Über exponierten Lagen und den Küstenregionen können bis, bzw. über 120 km/h erreicht werden, was dann schon volle Orkanstärke bedeutet. Entsprechend hoch bleibt das Schadpotential einzustufen. Mehr dazu in der Windprognose.

Sturmtiefserie über Deutschland
Windprognose des europäischen Wettermodells: Sturmtiefserie über Deutschland (Do., Fr., Sa., So.)
© windy.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nach dem Sturm wird es kühler

Nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells strömt ab dem 14. März sehr kalte Luft über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Das treibt die Tiefdruckproduktion weiter an, die aber ist derart heftig, dass sich die Tiefdruckwirbel erst einmal um sich selbst drehen. Das gibt dem Hoch die Gelegenheit, sich über dem Atlantik nach Norden aufzustellen.

Meridionale Grundströmung

Das Hoch agiert als Störimpuls und verhindert eine Westwetterlage. Damit bestätigt sich die Wetterprognose der letzten Tage. Das Hoch aber ist westlicher positioniert, sodass mit einer Nord-Süd-Strömung kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können.

Kein Sturm, dafür Schnee?

Der Sturm selbst spielt nach dem 16. Februar keine Rolle mehr, dafür sinken die Werte mit einem aus nördlichen Richtungen kommenden Wind auf +4 bis +8 Grad ab. Das fällt in die Kategorie nasskaltes März-Wetter und hat mit dem Spätwinter wenig gemeinsam. Da aber in der Höhe kalte Luftmassen zugeführt werden, sind nach dem 16. März Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer nicht auszuschließen.

Ein über Deutschland nasskalte Wetterentwicklung
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: ein über Deutschland nasskalte Wetterentwicklung
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: für die Jahreszeit zu warm und zu trocken

Man ahnt es schon, dass sich das Hoch nicht nur westlich, sondern auch östlicher positionieren kann. Wie das aussehen kann, zeigt sich in der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells.

Hoch Mitteleuropa

Anstatt das Hoch die atlantische Frontalzone über dem Atlantik blockiert, wird das Hoch - von den Tiefdrucksystemen - weit nach Osten gedrückt. Daraus resultiert eine über Mitteleuropa hochdruckdominierte Wetterlage, die sich bis zum 18. März zu einer Omegawetterlage weiterentwickeln kann.

Mild und trocken

Statt Schneeschauer und nasskalte Werte sind nach der Vorhersage der Amerikaner mit viel Sonnenschein milde +12 bis +16 Grad zu erwarten. Niederschlagsereignisse werden nach dem 17. März nicht mehr flächendeckend berechnet und verbreitet bleibt es trocken.

Polarwirbelsplit

Auch das gehört zum März dazu. Ob es aber zu einem Polarwirbelsplit kommen wird, bleibt im Moment noch abzuwarten. Doch nach der Prognose des amerikanischen Wettermodells dehnt sich das Hoch ab dem 21. März von Europa aus in den Polarwirbel hinein aus und geht eine Verbindung mit einem Hoch über den Aleuten ein. Was entsteht, ist ein astreiner Polarwirbelsplit, der über Deutschland das Potential einer spätwinterlichen Wetterphase haben kann. Nach der aktuellen Vorhersage sinken die Werte auf +4 bis +8 Grad aber lediglich in den nasskalten Bereich ab. Was bleibt ist das Potential eines Polarwirbelsplits, was sich in den kommenden Tagen unter Beweis stellen lassen muss.

Erst ein Omegahoch (li.), dann ein Polarwirbelsplit (re.)?
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: erst ein Omegahoch (li.), dann ein Polarwirbelsplit (re.)?
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: nach dem Sturm ein Hoch

Dass das Hoch nach dem Sturm die Hauptrolle spielen und eine Zonalisierung - also die Westwetterlage - verhindern wird, ist seit ein paar Tagen klar. Unsicher ist die Positionierung des Hochdrucksystems, was zwischen einer nasskalten, trockenen und milden Wetterlage entscheidend sein kann. Der Wettertrend aber lässt sich auch aus der Niederschlagsprognose ableiten.

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Wie viel Regen ist zu erwarten?

Wie viel Regen zu erwarten ist, hängt von der Zugbahn des Sturmtiefs, die im Großen und Ganzen das feststeht, im Detail aber entscheidend sein wird. Zudem wird der Wind noch eine erhebliche Rolle spielen und so werden die Niederschlagsmengen keine großartigen Summen hervorbringen. Erst wenn der Sturm sich abschwächt und die Luftmassen zur Ruhe kommen, werden die Niederschläge nennenswert ausfallen können. Simuliert werden bis einschließlich Samstag Summen von 2 bis 10 l/m² und örtlich bis 20 l/m². Über Staulagen können bis 30 l/m² zusammen kommen.

Das ändert sich zwischen Sonntag und Mittwoch (17. März). Immer wieder streifen Tiefdruckausläufer Deutschland und sorgen für zeitweiligen Niederschlag, sodass in der Summe 15 bis 25 l/m² und örtlich bis 40 l/m² zusammenkommen können. Über Staulagen sind bis 50 l/m² nicht auszuschließen.

Zum Start in die zweite März-Dekade nimmt die Niederschlagstätigkeit zu
Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Zum Start in die zweite März-Dekade nimmt die Niederschlagstätigkeit zu
© windy.com

Nachlassende Niederschlagstätigkeit

Im Zeitraum vom 17. bis 24. März berechnen die Kontrollläufe eine nur schwache Niederschlagsprognose, was den Rückschluss auf die Hochdruckdominanz zulässt. Betrachtet man den Mittelwert aller Kontrollläufe, so schwanken diese zwischen der Variante der Europäer und der Amerikaner. Das Hoch liegt über England und Deutschland gelangt auf die östliche Seite des Hochdrucksystems in den Zustrom gemäßigt kühler Luftmassen.

Das Hoch spielt die Hauptrolle, doch ob warm oder kalt hängt von der Position ab
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Das Hoch spielt die Hauptrolle, doch ob warm oder kalt hängt von der Position ab
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
14. März +3 bis
+12 Grad
+6 Grad bis
+8 Grad
18. März +2 bis
+17 Grad
+8 bis
+10 Grad
23. März +0 bis
+18 Grad
+7 bis
+9 Grad
Diagramm Temperaturen März 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,83 +0,85 -0,25 743 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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