Wetter Frühling und Sommer 2021 Wetterprognose vom 05.03.2021 - Nach dem Sturm: Frühling oder Spätwinter?

Ein Sturm zieht auf und wird so manches durcheinanderwirbeln
Ein Sturm zieht auf und wird so manches durcheinanderwirbeln

Orkan über Deutschland? Ein kräftiger Tiefdruckwirbel steuert in der kommenden Woche auf Deutschland zu und wird verbreitet für schwere Sturmböen sorgen können. Die Dynamik des Orkantiefs wird darüber hinaus die Weichen für die weitere Wetterentwicklung nachhaltig stellen können.

Spätwinterliches Geplänkel. Aktuell gehen über dem Süden ein paar Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer nieder, die oberhalb etwa 600 Meter durchweg als Schnee niedergehen und sich im Laufe des Tages an die Alpen zurückziehen können. Oberhalb etwa 500 bis 700 Meter kann es nochmals weiß werden (Schneeprognose). Weiter nach Norden lockert die Bewölkung auf und verbreitet kommt die Sonnen zum Vorschein.

Die Ruhe vor dem Sturm

Die Temperaturen gehen auf +2 bis +6 Grad zurück und steigen zum Beginn der Woche auf +5 bis +10 Grad und örtlich bis +12 Grad an. Nachfolgend setzt sich ein verbreitet ruhiger und trockener Wettercharakter durch und bis zur Wochenmitte können die Werte auf bis +15 Grad ansteigen. Zu verdanken ist der Warmluftschub einem Orkantief auf dem Atlantik, das zum Mittwoch Deutschland erreichen und für ein erhöhtes Potential unwetterartiger Starkwindereignisse sorgen kann. Die Niederschlagsneigung ist verbreitet als schwach zu bewerten, steigt aber zur Wochenmitte an. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März 2021.

Die Ruhe vor dem Sturm
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: die Ruhe vor dem Sturm
© www.meteociel.fr

Orkanartige Winde - ein Sturm nimmt Kurs auf Deutschland

Die Wettervorhersagen der Vorhersage-Modelle sind sich weiterhin einig. Im Zeitraum vom 10. bis 13. März wird die atlantische Frontalzone mit einem Orkantief das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen können.

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Von Island nach Skandinavien

Das Sturmtief liegt am 10. März zwischen Island und England, intensiviert sich zum 11. März über England und positioniert sich zum 12. März über Skandinavien. Deutschland liegt am südlichen Gradienten und das Potential von Schnellläufern und Randtiefentwicklungen ist hoch. Anders formuliert wird es in diesem Zeitraum ordentlich zur Sache gehen und das Schadpotential steigt an.

Orkan

Details bleiben bei aktiv-dynamischen Wetterlagen grundsätzlich abzuwarten, doch die aktuellen Windprognosen zeigen, welches Potential das Orkantief haben kann.

Extremer Sturm über Deutschland
Windprognose des europäischen Wettermodells: extremer Sturm über Deutschland
© windy.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: die strukturelle Zonalisierung

Der Sturm hat das Potential das Strömungsmuster zu meridionalisieren und auf seiner Rückseite kühlere Luftmassen nach Deutschland zu führen. Die Bedingung hierfür ist ein Aufkeilen des Hochdrucksystems auf dem Atlantik. Denn nur so kann eine Tiefdruckrinne unterbunden und die Westwetterlage verhindert werden.

Ausbruch arktischer Kaltluftmassen über dem östlichen Kanada

Ein Indiz, was auf eine westliche Grundströmung hindeutet, ist ein kräftiges Hoch über Kanada, dass an seinem östlichen Gradienten sehr kalte Luftmassen nach Süden in Richtung Neufundland führt. Das hat zur Folge, dass die Taktung der Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik zunimmt und es einem aufkeilenden Hoch schwer machen wird.

Nach und nach kann sich nach dem Sturm eine westliche Grundströmung durchsetzen, die zum 15./16. Mär auch in eine frühlingshaft warme Südwestwetterlage übergehen kann.

Das Orkantief ist ein ordentlicher Klops, doch der Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada deutet die langsame Zonalisierung an
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Das Orkantief ist ein ordentlicher Klops (li.), doch der Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada deutet die langsame Zonalisierung (re.)
© www.meteociel.fr

Endlich Regen

Auch hier gilt es bei einer aktiv-dynamischen Wetterentwicklung abzuwarten und es wird einige Regionen geben, die aufgrund des sog. Lee-Effektes (regenabgewandte Seite) deutlich weniger Niederschlag abbekommen werden, doch nach der Niederschlagsprognose der Vorhersage-Modelle ist bis zum 15. März mit Regensummen zwischen 5 und 15 l/m² und örtlich bis 25 l/m² zu rechnen. Über den westlichen Staulagen können auch über 30 l/m² zusammenkommen.

Die seit Mitte Februar anhaltende Trockenheit endet zum Start in die zweite März-Dekade
Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Die seit Mitte Februar anhaltende Trockenheit endet zum Start in die zweite März-Dekade
© windy.com

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: die Zonalisierung mit einer Südwestkomponente

Das, was in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells lediglich angedeutet wird, wird in der Wettervorhersage der Amerikaner weiter konkretisiert.

Ein Hoch über Europa

Nach dem Sturm erfolgt über dem östlichen Kanada ein extremer und gut koordinierter Ausbruch kalter Luftmassen in Richtung Neufundland. Der Kaltluftvorstoß geht weit nach Süden runter und so entsteht zwischen Neufundland und Island ein kräftiger Tiefdruckwirbel, der das Hochdrucksystem vor sich herschiebt und in Richtung Europa drückt. Dort angekommen baut das Hoch eine Achse in Richtung der Mittelmeerregion aus und stabilisiert sich bei dieser Gelegenheit.

Kommt nach dem Sturm der Frühling?

Das Hoch lässt ab dem 15. März die atlantische Frontalzone auflaufen und über Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich in Kombination der Wettersysteme eine Südwestwetterlage ein.

Für die Jahreszeit zu warm

Liegen die Werte am 13. März noch zwischen +6 bis +12 Grad, so sind zum 15. März +14 bis +18 Grad und zum 18. März +14 bis +18 Grad und über dem Süden bis +22 Grad zu erwarten. Das ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert deutlich zu warm.

Eine Zonalisierung wird angedeutet, doch der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada ist zu heftig und so entsteht über Mitteleuropa eine südwestliche Grundströmung
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Eine Zonalisierung wird angedeutet, doch der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada ist zu heftig und so entsteht über Mitteleuropa eine südwestliche Grundströmung
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Auf den Punkt gebracht: Der Sturm wird für die Entscheidung sorgen

So ist es auch heute noch. Das Orkantief wird zum Beginn der zweiten März-Dekade einiges durcheinanderwirbeln und sowohl eine meridionale Großwetterlage mit spätwinterlichen Ambitionen bekommen ihre Chance, genauso wie die zonal verlaufende Grundstruktur, bei der die Varianten einer Nordwest- und Südwestwetterlage eine Rolle spielen können.

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Was zu erwarten ist

Betrachtet man den Zustand des Polarwirbels, so wird dieser mit einem stark positiven AO-Index als stabil bewertet. So positiv war der AO-Index schon lange nicht mehr besetzt. Der für Europa wichtigere Index-Wert ist der NAO-Index, der das Verhältnis von Islandtief zu Azorenhoch abbildet und der NAO-Index bleibt bis auf Weiteres positiv bewertet. Das spricht im Grunde für eine westlich orientierte Entwicklung der Großwetterlage.

Spätwinter?

Die Druckanomalien bringen es zusammen mit dem Mittelwert aller Kontrollläufe auf den Punkt. Die atlantische Frontalzone ist äußerst aktiv und der Tiefdruckgürtel ist von Neufundland über Skandinavien, der Barentssee, Karasee bis zu dem Aleuten ungewöhnlich gut ausgeprägt. Und schnell wird klar - woher soll der Spätwinter denn kommen? Die einzige Möglichkeit, die es noch gibt, ist, dass sich das Hoch von Süden her noch irgendwie mit dem Hoch zwischen Kanada und Grönland verbindet. Möglich ja, wahrscheinlicher aber ist eine für die Jahreszeit leicht zu warme Temperaturentwicklung, die von einem unbeständigen Wettercharakter begleitet wird.

So hat der Spätwinter keine Chance
Mittelwert der Kontrollläufe (li.) und dir Druckanomalien (re.) zum 12. März: So hat der Spätwinter keine Chance
© www.climatereanalyzer.org | www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
11. März +2 bis
+14 Grad
+7 Grad bis
+9 Grad
15. März +4 bis
+15 Grad
+7 bis
+9 Grad
20. März +2 bis
+17 Grad
+7 bis
+9 Grad
Diagramm Temperaturen März 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,31 +0,84 -0,24 694 l/m² - etwas zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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