Wetter Frühling und Sommer 2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2021 Wetterprognose vom 26.02.2021 - Arctic Outbreak oder doch das Omegahoch?

Reicht es noch einmal zu einem spätwinterlichem Geplänkel?
Reicht es noch einmal zu einem spätwinterlichem Geplänkel?

Der Temperaturcharakter verändert sich in den kommenden Tagen, bleibt aber über Deutschland vorerst noch für die Jahreszeit zu mild. Doch das könnte sich ab dem 5. März ändern.

Deutschland gelangt am Wochenende an den östlichen Rand eines Hochdrucksystems über England und da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, werden aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt. Die Tageswerte gehen auf +8 bis +12 Grad zurück und bei Nebel bleibt es mit +4 bis +8 Grad noch etwas kühler. In den Nächten kann über der Südhälfte mit Frost gerechnet werden.

Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein

Zunächst zieht heute noch ein Wolkenband von Nord nach Süd und hinterlasst gelegentlich ein paar Regentropfen, die zum Abend auch den Süden von Baden-Württemberg und Bayern erreichen können. Darüber hinaus dominiert hoher Luftdruck und nach zäher Nebelauflösung scheint verbreitet die Sonne. Mit Niederschlag ist in den ersten März-Tagen nicht mehr zu rechnen und die Temperaturen steigen bis zur Wochenmitte mit +14 bis +18 Grad wieder in den frühlingshaft milden Bereich an. Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter März.

Das Hoch dominiert das Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Hoch dominiert das Wetter über Deutschland
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Tief über der Barentssee bleibt interessant

Gestern hatten wir das auffällige Tief über der Barentssee etwas detaillierter besprochen, da dieser Tiefdruckkomplex in Kombination mit dem Hoch zu einem Arctic Outbreak führen kann. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist als hoch einzustufen. Die Frage - die es nun aber zu klären gilt - ob dieser Ausbruch kalter Luftmassen arktischen Ursprungs auch Deutschland erreichen kann?

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Keine Westwetterlage

Die Schlüsselszene wurde in den letzten Tagen auf den 5. März datiert. Zu diesem Zeitraum findet eine Wetterentwicklung statt, die das Wetter im Frühling noch nachhaltig prägen kann. Was aber bereits seit Längerem klar ist, dass sich eine Westwetterlage nicht durchsetzen kann. Das wird von der Wetterprognose des europäischen Wettermodells heute nochmals eindrücklich unterstrichen.

Vorstoß arktischer Kaltluftmassen

Das Hoch über Mitteleuropa wird von dem Tief über der Barentssee regelrecht nach Westen verdrängt und so bleibt dem Hoch nichts anderes übrig, als sich über dem Atlantik als Blockadehoch zu positionieren. Damit sind die Grundlagen für einen Arctic Outbreak gelegt.

Ab dem 5. März strömen im Verbund der beiden Wettersysteme die kalten Luftmassen nach Süden und erreichen Deutschland, Österreich und die Schweiz zum 6. März.

Wintereinbruch mit Schnee, Eis und Frost

Im Zeitraum von 7. bis 9. März kippt das Hoch auf dem Atlantik nach Osten - in Richtung Skandinavien - ab und hält somit den Zustrom kalter Luftmassen aufrecht. Zudem wird über der Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem initialisiert, was den Kaltluftzustrom noch verstärkt.

Erreichen die Temperaturen am 5. März noch +2 bis +6 Grad und örtlich bis +8 Grad, so können am 8. März die Tageswerte zwischen -4 und +2 Grad liegen. Mit Dauerfrost ist zu rechnen und die zahlreichen Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer können bis auf die tieferen Lagen herab für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen.

Das Hoch weicht zum 5. März nach Westen auf den Atlantik aus und das Tief über der Barentssee initialisiert den Arctic Outbreak, der auch Deutschland erreichen kann
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Das Hoch weicht zum 5. März nach Westen auf den Atlantik aus und das Tief über der Barentssee initialisiert den Arctic Outbreak, der auch Deutschland erreichen kann
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Hochdruck bleibt dominierend

Vergleicht man die Wettervorhersagen der Prognose-Modelle der letzten 24 Stunden, so haben sich die Vorhersagen jeweils um 180 Grad gedreht. Sozusagen ein Rollentausch. Das aber ist typisch für eine Schlüsselszene.

Arctic Outbreak kommt - aber mit einem anderen Ergebnis

Das Hoch weicht zum 5. März auf den Atlantik aus, doch agiert das Tief über der Barentssee zu zaghaft. Zudem liegt das Tief zu weit östlich. Das gibt dem Hochdruckkeil die Chance, sich bis über Skandinavien zu positionieren. Und so wird der Arctic Outbreak in die Wege geleitet. Da aber das gesamte System zu weit östlich gelagert ist, wird der Kaltluftzustrom an Deutschland, Österreich und der Schweiz vorbeigeleitet.

Omegahoch über Deutschland

Bedingt durch den östlichen Niedergang der Kaltluftmassen hat das Hoch mehr Spielraum sich nach Mitteleuropa auszudehnen, der auch ausgenutzt wird. Nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells verlagert sich das Hoch bis zum 8. März über Deutschland und stabilisiert seine Präsenz bis zum 11. März in Form einer Omegastruktur.

Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer möglich

Die Temperaturen gehen mit der Verlagerung des Hochs auf den Atlantik zum 6. März über Deutschland auf +1 bis +7 Grad zurück, was Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab nicht ausschließt. Insgesamt aber ist der Temperaturcharakter als nasskalt zu bewerten.

Spürbar wärmer

Bereits zum 8. März steigen die Werte auf +7 bis +13 Grad an und mit dem Sonnenschein sind bis zum 10. März Temperaturen von bis +15 Grad möglich. Diese Wetterprognose wurde im Übrigen heute Nachmittag vom amerikanischen Modell bestätigt.

Der Arctic Outbreak wird über dem Osten abgelenkt und nachfolgend dominiert das Hoch das Wetter über Deutschland
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells zum 11. März: Der Arctic Outbreak (li.) wird über dem Osten abgelenkt und nachfolgend dominiert das Hoch das Wetter über Deutschland (re.)
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: nasskaltes bis Jahreszeit-typisches Wetter

Was lässt sich festhalten? Zum einen wird sich eine Zonalisierung so schnell nicht durchsetzen können. Eine Westwetterlage ist in der ersten März-Dekade somit nahezu auszuschließen. Das Strömungsmuster wird meridional (Nord-Süd; Süd-Nord) oder gestört (aus östlichen Richtungen) verlaufen können.

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Der Arctic Outbreak hat Potential

Aufgrund dieser Grundlagen hat der Arctic Outbreak Potential. Die Frage aber ist und bleibt: wird der Kaltluftzustrom auch Deutschland erreichen? Und hier ist ein gesundes Maß an Skepsis angebracht. Diese Kaltluftausbrüche sind im März etwas völlig normales, doch häufiger werden diese über den Osten nach Süden abgeleitet. Treffen diese dann doch auf Deutschland, dann sind diese meist von kurzer Dauer.

Betrachtet man die Kontrollläufe, so bleiben diese ihrem Wettertrend der letzten Tage treu. Der März beginnt im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu warm. Ab dem 5. März wird ein Temperatursturz bestätigt, der bis zum 8. März anhalten kann. Die Tageswerte pendeln sich in diesem Zeitraum auf +3 bis +6 Grad in den nasskalten Bereich ein. Darüber hinaus streben die Werte in Richtung der +10 Grad-Marke. Kein Frühling, aber auch kein Spätwinter. Im Vergleich zu den Kontrollläufen gehört die Wetterprognose des europäischen Wettermodells heute einmal ausnahmsweise zu den deutlich kälteren Varianten und bildet damit den kalten Ausreißer ab.

Kommt Regen?

Ob Regen kommt oder die Trockenheit die erste März-Dekade wird dominieren können, wird im Detail davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem positionieren wird. Was sich aber auch hier festhalten lässt: meridionale oder gestörte Muster neigen selten zu ausreichend Niederschlag. Wir haben die Niederschlagsprognosen der Vorhersage-Modelle bis zum 8. März einmal gegenübergestellt und da sind nur geringe Niederschlagsmengen zu erkennen.

Bis zum 8. März ist über Deutschland, Österreich und der Schweiz nur wenig Niederschlag zu erwarten
Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: bis zum 8. März ist über Deutschland, Österreich und der Schweiz nur wenig Niederschlag zu erwarten
© windy.com

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
4. März +4 bis
+14 Grad
+9 Grad bis
+11 Grad
8. März -4 bis
+12 Grad
+4 bis
+6 Grad
13. März -4 bis
+15 Grad
+7 bis
+9 Grad
Diagramm Temperaturen März 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,0 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,2 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +0,4 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,7 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,0 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +2,4 +1,3 +0,0 172 l/m² - normal

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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