Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wettervorhersage Sommer vom 12.8.2020 - Regen und kühlere Temperaturen - Das Ende der Hitze ist absehbar

Zur Hitze gesellen sich feuchte Luftmassen und lassen die Gewitterneigung weiter ansteigen - örtlich mit einem erhöhten Unwetterpotential einhergehend. Aber es gibt auch Signale, die das Ende der hochsommerlichen Hitze einläuten können.

Mit +37,3 Grad wurde über Saarbrücken-Burlach (Saarland) der gestrige Höchstwert erreicht. Mit einer kräftigen Gewitterzelle gab es gestern Abend über Obersulm (i.d.N.v. Stuttgart, Baden-Württemberg) mit 45,7 l/m² die höchste Niederschlagssumme zu vermelden. Insgesamt aber gingen über Deutschland im Mittel 1,61 l/m² an Regen nieder und die Durchschnittstemperatur betrug 24,07 Grad (Tag- und Nachtwerte). Der August 2020 war im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert bisweilen um +4,82 Grad zu warm (vgl. August 2018: +3,5 Grad, August 2019: +2,5 Grad).

Schauer und Gewitter, sowie schwül-warmes Wetter und teils tropische Nächte bleiben bis über das Wochenende hinaus ein Thema. Kräftiger und konzentriert unwetterartig können die Gewitter im Zeitraum von Donnerstagabend bis Samstagabend ausfallen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2020.

Ansteigendes Unwetterpotential - Schwül-warm mit Schauern und Gewittern
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ansteigendes Unwetterpotential - Schwül-warm mit Schauern und Gewittern
© www.meteociel.fr

Perseiden: August ist Wunschzeit

Wer Lust und Zeit hat und der Himmel entsprechend klar ist (Wolkenradar), der kann heute Nacht einmal einen Blick in den Himmel riskieren, denn dann sind die Chancen eine Sternschnuppe zu erblicken besonders hoch. Mehr dazu: Sternschnuppenshow der Perseiden.

Wann kommt Regen und wann endet die Hitze?

Zunehmend sind sich die beiden Vorhersage-Modelle einig darüber, dass ab dem 15. August ein Wetterwechsel in die Wege geleitet wird. Der Wetterumschwung wird nicht mit brachialer Gewalt stattfinden, er braucht eben seine Zeit und kann sich bis zum Start in die letzte August-Dekade hineinziehen.

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Die Hitze endet?!

Allein schon von der Tatsache, dass die Tage merklich kürzer geworden sind wird es für eine Wetterlage zunehmend schwerer für Tageswerte jenseits der +30 Grad und +35 Grad zu sorgen. Das müssen dann schon ganz besondere Wetterlagen - wie bspw. die aktuelle Omegawetterlage - sein.

Nach der Wetterprognose beider Vorhersage-Modelle aber löst sich die Omega-Formation im Zeitraum vom 15. bis 17. August auf. Die atlantische Frontalzone gewinnt nachfolgend mehr und mehr Einfluss und kann das Wetter zum Beginn der letzten August-Dekade dominieren. Doch ganz so einfach ist es wiederum auch nicht.

Die Omegawetterlage löst sich nach dem 15. August weitgehend auf
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Omegawetterlage löst sich nach dem 15. August weitgehend auf
© www.meteociel.fr

Das Ende der Omegawetterlage

Was man auf der oben dargestellten Wetterkarte erkennen kann ist, dass dem Hoch am östlichen Gradienten das stabilisierende Tiefdrucksystem fehlt. Aus dieser Konstellation heraus wird es für das Tief bei Island ein leichtes sein, dass Hoch nach Osten wegzudrücken.

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Zwischen Frühherbst und spätsommerlicher Hitze

Im Zeitraum vom 20. bis 21. August verlagert das Islandtief seine Position weiter in Richtung Skandinavien und beeinflusst - nein dominiert - die Großwetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das entscheidende aber wird sein, wo der Tiefdruckkern liegen wird. Liegt er über dem südlichen Skandinavien, wird über Deutschland der frühe Herbst Einzug halten. Liegt das Hoch weit über dem Norden von Skandinavien, so spielt ein Keil des Azorenhochs eine bedeutende Rolle.

Hitze

Eine Wetterentwicklung mit länger andauernder Hitze ist weniger wahrscheinlich, doch zeichnete sich in den letzten 24 Stunden in den Prognose-Modellen immer wieder diese Entwicklung ab, weshalb diese - wenn auch weniger wahrscheinlich, dennoch plausibel ist. Der Abbau des Hochdrucksystems kommt ins stocken und das Hoch drückt die atlantische Frontalzone weit nach Norden. Gleichzeitig dehnt sich der Keil des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa aus und stabilisiert die Großwetterlage. Im Verbund aber mit dem Tief über Skandinavien werden sehr warme Luftmassen nach Mitteleuropa geführt, so dass Tageswerte von +30 bis +35 Grad zum Wechsel in die letzte August-Dekade eben doch noch nicht vom Tisch sind.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die letzte August-Dekade noch hochsommerlich heiß ausfallen
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Unter bestimmten Voraussetzungen kann die letzte August-Dekade noch hochsommerlich heiß ausfallen
© www.meteociel.fr

Frühherbst

Liegt das Tief etwas weiter südlich - so zwischen Skandinavien und Mitteleuropa - so wird der Hochsommer definitiv beendet werden können und unter ganz bestimmten Voraussetzungen der Spätsommer gleich mit. Betrachtet man die aktuelle Großwetterlage, so befindet sich Mitteleuropa mit dem Omegahoch in der Amplitudenspitze. Mit dem Tief über Skandinavien, dass möglicherweise noch nach Süden abtropfen kann, folgt das Amplitudental (Trog Mitteleuropa). Die Großwetterlage wandelt sich also um 180 Grad und so wird in der letzten August-Dekade mit reichlich Niederschlag und frischen Temperaturwerten zu rechnen sein. Wie frisch? Simuliert werden Tageshöchstwerte von +15 bis +23 Grad.

Auf den Punkt gebracht: Der Weg zwischen den Extremen

Der Wetterwechsel ist eine vom 17. bis 20. August sehr wahrscheinliche Entwicklung. Doch sowohl die sehr heißen, wie auch kühlen Extremvarianten spielen eine eher untergeordnete Rolle, zeigen aber sehr wohl auf, in welchen Spektrum der Wetterwechsel vonstattengehen kann.

Betrachtet man die Kontrollläufe, so sind diese in den letzten 24 Stunden etwas kühler geworden und berechnen den Zeitraum vom 20. bis 26. August über dem Süden, Osten und Westen von Deutschland im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +1 bis +2 Grad zu warm. Über Norddeutschland zeichnet sich eine normale bis leicht zu kühle Temperaturentwicklung ab, die bis zum 28. August anhält und sich vom 26. August an auch so langsam über dem Osten, Westen und Süden bemerkbar machen kann. In Temperaturwerten ausgedrückt sind vom 20. bis 25. August +20 bis +25 Grad und örtlich bis +27 Grad und ab dem 26. August +17 bis +23 Grad zu erwarten.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
18. August +20 bis
+30 Grad
+24 Grad bis
+26 Grad
22. August +12 bis
+30 Grad
+21 bis
+23 Grad
27. August +15 bis
+25 Grad
+17 bis
+20 Grad
Diagramm Temperaturen August 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Der Regen kommt

Was im Zuge des Wetterwechsels als sehr wahrscheinlich gilt, ist die zunehmende Niederschlagsaktivität. Zwar nicht in den ganz großen Mengen, aber der Wettertrend der letzten Tage wird heute erneut bestätigt, sodass im Zeitraum vom 15 bis 22. August mit einer leicht bis mäßig erhöhten Niederschlagsneigung zu rechnen ist. Simuliert werden Niederschlagssummen von verbreitet 10 bis 20 l/m² und im Schwerpunkt über Norddeutschland, sowie im Stau des Bayerischen Waldes und der Alpen können auch zwischen 20 bis 40 l/m² an Regen zusammenkommen, während Ostdeutschland tendenziell trockener ausfallen kann.

Immer wieder ist mit Regen zu rechnen
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 22. August: Immer wieder ist mit Regen zu rechnen © windy.com

Die Kontrollläufe bestätigen im Übrigen die ansteigende Niederschlagsaktivität im Verlauf der letzten August-Dekade in den leicht bis mäßig erhöhten Bereich und so könnte sich die bisher deutlich zu trockene Niederschlagsbilanz wenigstens etwas verbessern.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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