Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Sommer vom 10.8.2020 - Heiß und schwül mit unwetterartigen Wetterereignissen - wann endet die Hitze?

Die Hitze bleibt vorerst, doch mehrt sich die Anzahl unwetterartiger Wettereignisse
Die Hitze bleibt vorerst, doch mehrt sich die Anzahl unwetterartiger Wettereignisse

Die Hitze hält sich noch eine Weile, doch von den Vorhersage-Modellen wird ein Wetterumschwung mit einem hohen Potential unwetterartiger Wetterereignisse simuliert. Ob dieser Wetterumschwung aber tatsächlich so kommt, hängt von einem kleinen, aber wichtigem Detail ab.

Der höchste Temperaturwert von gestern wurde mit +38,6 Grad erneut um 14:30 Uhr über Trier-Petrisberg in Rheinland-Pfalz erreicht. Aber es gab auch kräftige Hitzegewitter, die regional für ordentliche Niederschlagssummen sorgten. So kamen gestern mit knapp 50 l/m² bei Ennigerloh-Ostenfelde in Nordrhein-Westfalen einiges an Niederschlag herunter.

Die kräftigen und teils unwetterartigen Schauer und Gewitter (Gewitterradar) werden in dieser Woche zum steten Begleiter werden. Der Schwerpunkt der Schauer- und Gewitteraktivität wandert dabei etwas weiter nach Süden und liegt meist südlich der Linie von Köln und Dresden (Gewitterprognose). Die Hitze aber bleibt vorerst erhalten und schwächt sich im Verlauf der Woche nur langsam ab. Aus +30 bis +39 Grad werden bis zum kommenden Wochenende +27 bis +34 Grad und regnet es länger andauernd, bzw. kräftiger, so sinken die Werte auf +20 bis +25 Grad ab. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2020.

Die Schwüle nimmt zu und sorgt für kräftige und unwetterartige Schauer und Gewitter - die Temperaturen aber bleiben auf einen weitgehend hochsommerlichen Hitze-Niveau
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Schwüle nimmt zu und sorgt für kräftige und unwetterartige Schauer und Gewitter - die Temperaturen aber bleiben auf einen weitgehend hochsommerlichen Hitze-Niveau
© www.meteociel.fr

Der August 2020 - viel zu warm - der Sommer 2020 auch

Es gibt immer wieder Berichte zu lesen, in denen beschrieben wird, dass es sich bei der aktuellen Wetterlage um normales Sommerwetter handelt. Schaut man sich die Fakten an, so ist der August 2020 im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert in seiner ersten Dekade um satte +4,2 Grad zu warm und dieser Überschuss wird sich bis zur Monatsmitte noch weiter ausbauen können. Der Sommer 2020 ist aktuell um rund +1,6 Grad zu warm. Das gilt für die Fläche und ja, es gab regional große Unterschiede. So war der Juni über dem Süden recht frisch und über dem Norden warm, während es im Juli genau andersherum war. Im August aber ist es bis jetzt in ganz Deutschland deutlich zu warm.

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Problematisch aber ist die Trockenheit über einigen Regionen. Der Sommer 2020 hat über Teile des Saarlands, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Baden-Württemberg, sowie über Sachsen, Brandenburg und Berlin sein Niederschlagssoll erst zu 22 bis 40 Prozent erfüllen können und der Sommer befindet sich nun im meteorologischen Ausklang. Mancherorts wird das Niederschlagssoll um 70 Prozent verfehlt werden können.

Trockenheit und teilweise Dürre gibt und gab es also im Sommer 2020 ebenfalls und vor allem die Bäume leiden massiv, vor allem, wenn es so heiß ist wie aktuell (Eine Buche kann bis zu 500 Liter Wasser an einem Hitzetag verbrauchen). Mit bis zu 150 Prozent übererfüllt werden konnte das Niederschlagssoll über den Regionen südlich der Donau und im Flächenmittel hat der Sommer 2020 sein Soll zu 66 Prozent erfüllen können, was zum derzeitigen Stand zu trocken ist.

Wann endet die Hitze?

Ganz bewusst sprechen wir in den letzten Tagen immer wieder einmal die Erhaltungsneigung an, weil diese ein typisches Verhaltensmuster hat, was von den Vorhersage-Modellen manchmal gut und manchmal weniger gut erfasst wird. Bspw. sollte die aktuelle Hitze-Welle ursprünglich nur ein paar Tage anhalten. Wer aber eine Omegawetterlage kennt, der weiß, dass das so nicht eintreten wird.

Stabilisiert sich zudem die Omegawetterlage und ist in ihrer Grundstruktur gut ausgeprägt, kann man davon ausgehen, dass sich die Großwetterlage in den kommenden 10 bis 14 Tagen nur wenig verändern wird. Und das scheint nun der Fall zu sein. Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnete das Ende der Hitzewelle ursprünglich für den kommenden Donnerstag.

Hitze hält sich noch eine Weile

Zwischenzeitlich aber tendiert das europäischen Prognosemodell zu einem Ende der Hitzewelle zum 17./18. August (Mo./Di. kommender Woche). Das es zu einem Ende irgendwann kommen wird ist klar, schließlich befindet sich der Sommer nun in seiner spätsommerlichen Ausklangsphase und mit sinkendem Sonnenstand wird es ab dem 15. August schwer werden für Tageswerte über +30 Grad zu sorgen. Das liegt an der Natur der Sache. Nichtsdestotrotz werden für den 16. August noch Tageswerte von +27 bis +34 Grad berechnet.

Temperatursturz und kräftige Unwetter

Ab dem 17. August aber gelingt es nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells der atlantische Frontalzone nach Mitteleuropa überzugreifen und das Omegahoch über die Barentssee etwas weiter nach Osten abzudrängen. Deutschland, Österreich und die Schweiz geraten zunehmend in den Einflussbereich des Tiefdrucksystems, was die Temperaturen bspw. bis zum 19. August auf +18 bis +24 Grad zurückgehen lassen kann. Trotz des Temperatursturzes sind +18 bis +24 Grad für die Jahreszeit durchaus typisch.

Der Umbauprozess geht mit einem erhöhten Unwetterpotential einher. Das Potential kräftiger Unwetter ist im Austausch der Luftmassen am höchsten einzustufen, was im Zeitraum vom 16. bis 18. August der Fall sein sollte. Nachfolgend können auch länger andauernde Niederschläge eine Rolle spielen.

Mit der Verschiebung des Omegahochs nach Osten aber bleibt die Wetterprognose des europäischen Prognosemodells seinem Wettertrend der letzten Tage treu, wenn auch der Umbauprozess zeitlich etwas nach hinten verschoben wurde.

Die Omega-Formation verlagert sich nach Osten und lässt der atlantische Frontalzone mehr Spielraum, dass Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beeinflussen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Omega-Formation verlagert sich nach Osten und lässt der atlantische Frontalzone mehr Spielraum, dass Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beeinflussen
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Hitze ohne Ende!?

Wie stabil so eine Omegawetterlage sein kann, zeigt die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells. Das Hoch dominiert den Zeitraum vom 10. bis 26. August fast uneingeschränkt und der Wetterwechsel wurde regelrecht abgeblasen. Aber so einfach ist das in der Meteorologie nicht. Da stehen sich zwei Modellvarianten gegenüber und beide sind - für sich - jeweils plausible Wetterentwicklungen.

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Hitze und sommerliche Wärme bis Ende August?

Um das Potential der aktuellen Großwetterlage einmal zu unterstreichen genügt ein Blick auf die simulierten Tageswerte des amerikanischen Prognosemodells, was für den 11. August +27 bis +34 Grad (+38 Grad), am 18. August +25 bis +30 Grad (+33 Grad) und am 22. August +27 bis +33 Grad (+35 Grad) berechnet. Das ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um 3 bis 5 Grad zu warm.

Ausgeprägte Erhaltungsneigung: Die Omegawetterlage regeneriert sich bis Ende August immer wieder von neuem
Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ausgeprägte Erhaltungsneigung: Die Omegawetterlage regeneriert sich bis Ende August immer wieder von neuem
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Auf den Punkt gebracht: Ein Ende der ganz heißen Temperaturwerte ist zu erwarten

Die zwei Varianten der beiden Vorhersage-Modelle bilden jeweils für sich ein extremeres Spektrum ab, was so sicherlich nicht eintreten wird. Was aber zu erkennen ist, dass der Wetterumschwung von Tag zu Tag nach hinten verschoben wird. Was ursprünglich für den 15. August simuliert wurde, ist nun im Zeitraum vom 18. bis 20. August der Fall - wenn überhaupt!

Ein Ende der Hitzewelle: Wetterumschwung ist möglich

Betrachtet man aber die Wahrscheinlichkeiten, so ist vom 15. bis 20. August ein Temperaturrückgang auszumachen, der eine anhaltende Hitze bis zum 18. August weniger wahrscheinlich macht. Vielmehr ist es so, dass sich der Temperaturmittelwert bis zum 20. August dem Jahreszeit-typischen Wert angleicht, in Summe aber noch immer um 1 bis 2 Grad zu warm bleiben kann.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
16. August +20 bis
+32 Grad
+26 Grad bis
+28 Grad
20. August +13 bis
+32 Grad
+22 bis
+24 Grad
25. August +11 bis
+30 Grad
+20 bis
+22 Grad
Diagramm Temperaturen August 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Die Niederschlagsprognose: Mit dem Wetterumschwung wird es nass

Die Niederschlagsprognose der kommenden 10 Tage hängt stark davon ab, ob der Wetterumschwung tatsächlich kommt und wie er sich durchsetzen wird. Geht es nach der Regenprognose des europäischen Wettermodells, so sind bis zum 20. August mit 15 bis 25 l/m² und örtlich bis 35 l/m² durchaus ordentliche Regensummen zu erwarten.

Kräftige und teils unwetterartige Schauer und Gewitter können für nennenswerte Niederschlagsereignisse sorgen
Die Niederschlagsprognose des europäischen Wettermodells bis zum 20. August: Kräftige und teils unwetterartige Schauer und Gewitter können für nennenswerte Niederschlagsereignisse sorgen © windy.com

Setzt man die Niederschlagsprognose aber im Relation zu den Kontrollläufen, so zeigen sich über dem Süden und Westen erhöhte Niederschlagssignale, die sich über dem Norden und Osten zügig abschwächen. Das spricht im Wesentlichen für einen Erhalt der Omegawetterlage, die bis zum 25. August weiter nach Osten abrückt und den Tiefdrucksystemen über dem Westen, Nordwesten, Südwesten und Süden einen höheren Einfluss gewähren lässt. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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