Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2020 aktuelle Wetterprognose vom 10.05.2020 - Die Konstellation der Wettersysteme spricht nicht für einen sommerlichen Temperaturtrend

Wie lange muss der Frühling zurückstecken?
Wie lange muss der Frühling zurückstecken?

Die Eisheiligen werden ihrem Ruf in diesem Jahr gerecht und sorgen für Wetterkapriolen. Ob sich nachfolgend der Frühsommer oder Sommer wird durchsetzen können, bleibt aufgrund der Konstellation der Wettersysteme infrage zu stellen.

Zahlreiche Schauer und Gewitter gehen heute über Deutschland nieder, deren Intensität zum Nachmittag weiter zunehmen kann (Gewitterradar). Zwischendurch ist auch mit einer längeren Sonnenscheindauer zu rechnen und die Temperaturen erreichen +17 bis +23 Grad und über dem Süden bis +26 Grad. Ganz über dem Süden sind auch bis +28 Grad möglich. Zum Nachmittag aber dreht der Wind auf nördliche Richtungen und lässt über Norddeutschland die Temperaturen auf +14 bis +18 Grad zurückgehen. Am Montag ändert sich das grundlegend.

Zwar können zum Start in die neue Woche über dem Süden noch örtlich die +20 Grad überschritten werden, doch bereits über der Mitte wird es kaum wärmer als +5 Grad und über dem Norden pendeln sich die Werte auf +8 bis +13 Grad ein. Dazu weht ein kräftiger Nordwind und lässt es südlich der Linie von Köln und Berlin/Dresden immer wieder regnen. Der Regen kann über dem Süden auch kräftiger und länger andauernd ausfallen, sodass mancherorts die Unwetterkriterien für Starkregen erfüllt werden können.

Zudem sinkt die Schneefallgrenze kurzzeitig auf 500 bis 700 Meter ab. Mehr dazu: Schneefall und Unwetter zu den Eisheiligen. Nachfolgend gehen die Niederschläge bei einem kühlen Temperaturcharakter in eine Schauerform über, bevor es im Wochenverlauf von Süden langsam wärmer wird. In den Nächten ist mit Frost zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Mai 2020.

Deutschland liegt größtenteils im Zustrom kühler Luftmassen, was immer wieder zu Schauern führt und  die Nächte frostig ausfallen lassen kann
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Deutschland liegt größtenteils im Zustrom kühler Luftmassen, was immer wieder zu Schauern führt und die Nächte frostig ausfallen lassen kann
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Erst kühl, dann frühsommerlich?

Den frühsommerlichen Wettertrend verfolgen die Vorhersage-Modelle seit ein paar Tagen und zeigt sich in einer Ostwärtsverlagerung des Hochdrucksystems begründet.

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Erst kühl

Doch im Vergleich zu den letzten Tagen zögert sich die Erwärmung etwas hinaus. Der Grund hierfür ist ein Tief über Spanien, was sich im Verlauf der kommenden Woche über die Mittelmeerregion verlagert und Verbindung zum Tief über Skandinavien aufnimmt. Damit wird dem Hoch der Weg nach Mitteleuropa zunächst versperrt und der Zustrom kühler Luftmassen aufrecht erhalten. Mehr wie +12 bis +17 Grad und örtlich bis +19 Grad werden bis zum 16. Mai nicht zu erwarten sein.

Dann wärmer

Das Hoch verlagert sich nach der Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells vom 15. bis 18. Mai über Mitteleuropa und lässt mit viel Sonnenschein die Temperaturen auf +16 bis +22 Grad und örtlich bis +25 Grad ansteigen.

Nach der Wettervorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells verzögert sich dieser Prozess bis zum 22. Mai, so dass die Tiefdruckgebiete einen höheren Einfluss ausüben und bei Werten von +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 für Schauer sorgen können.

Im Wettertrend setzt sich ein Hoch über Mitteleuropa fest - nach den Europäern (li.) früher, nach den Amerikanern (re.) später
Im Wettertrend setzt sich ein Hoch über Mitteleuropa fest - nach den Europäern (li.) früher, nach den Amerikanern (re.) später
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Der Polarwirbel - Sommerwetter weniger wahrscheinlich

Schaut man sich die oben gezeigten Wetterkarten genauer an, so ist vom Polarwirbel nicht allzu viel übrig. Betrachtet man die Druckanomalien wird einem klar, warum das so ist. Zwischen Kanada und der Polarregion baut sich ein sehr kräftiges Hochdrucksystem auf und da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen werden kalte Luftmassen in Richtung Skandinavien gepumpt.

Gleichzeitig aber liegt über der Barentssee ein Tiefdruckgebiet und diese beiden Wettersysteme scheinen sich aufeinander einzuschwingen. Das schmälert den Entwicklungsspielraum für sommerliche Temperaturverhältnisse erheblich, da sich Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn drehen und mit Hilfe des Hochs die kalten Luftmassen über Skandinavien in Richtung Mitteleuropa geführt werden können.

Das bedeutet nun nicht zwangsläufig, dass die kalten Luftmassen auch Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichen, bzw. den Zustrom nachhaltiger gestalten können, doch erhöht es die Wahrscheinlichkeit hierfür. Ein Hochdruckkeil des Azorenhochs - so wie es die Vorhersage-Modelle berechnen - kann diesen Kaltluftzustrom nach Osten ablenken. Gelingt das nicht, bleibt es bis in die letzte Mai-Dekade zu kühl.

Sommerliche Wetterverhältnisse sind nicht so schnell zu erwarten
Die Druckanomalien bis 19. Mai: Sommerliche Wetterverhältnisse sind nicht so schnell zu erwarten © climatereanalyzer.org

Negativer NAO-Index

Unterstützend zu einer kühlen zweiten Mai-Dekade, passt der negative NAO-Index, doch ist dieser Trend keineswegs zementiert. Unsicherheiten zeigen sich ab dem 16. Mai, was den Temperaturcharakter sowohl in die sommerliche, als auch kühle Richtung katapultieren kann. Warum das so ist? Es handelt sich weiterhin um ein meridional verlaufendes Strömungsmuster, bei der die Hochdruckposition von entscheidender Bedeutung ist. Bleibt das Hoch westlich von Europa, bleibt es kühl, verlagert es sich über Mittel- oder Osteuropa, wird es warm. Dieser Prozess kann relativ zügig vonstattengehen.

Trend zur Normalisierung

Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe an, so zeigt sich das Wettergeschehen in einem außergewöhnlich ruhigen und schwachgradientigen Zustand. Das Hoch formiert sich über den Azoren mit Keiltendenz in Richtung Mitteleuropa. Das stützt in der letzten Mai-Dekade sowohl die Hochdruck-, als auch Südwestwetterlagen.

Schwachgradientige Wetterentwicklung mit einer allmählichen Normalisierung in der letzten Mai-Dekade
Wetterprognose nach Mittelwert der Kontrollläufe: Schwachgradientige Wetterentwicklung mit einer allmählichen Normalisierung in der letzten Mai-Dekade
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Die Normalisierung

Fasst man den Wettertrend zusammen, so zeigt sich eine vom 15. bis 20. Mai eine in ganz Deutschland leicht zu kühle Temperaturentwicklung, die über dem Norden stärker als über dem Süden ausgeprägt ist. Vom 20. bis 26. Mai normalisiert sich der Temperaturtrend und fällt über dem Süden, Osten und Westen etwas zu warm aus.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
16. Mai +7 bis
+16 Grad
+13 bis
+14 Grad
20. Mai +10 bis
+22 Grad
+14 bis
+16 Grad
25. Mai +12 bis
+28 Grad
+17 bis
+19 Grad
Diagramm Temperaturen Mai 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Leicht unbeständig

Die meisten Niederschläge der zweiten Mai-Dekade werden am heutigen Sonntag und dem Montag zu erwarten sein. Nachfolgend schwächt sich die Niederschlagsleistung ab und bleibt auf einem schwachen Niveau - meist in Form von Schauern und nicht flächendeckend niedergehend. Bis zum 25. Mai werden über dem Norden und Westen Niederschlagssummen von 5 bis 15 l/m² über dem Osten bis 20 l/m² und über dem Süden örtlich bis 35 l/m² berechnet. Anders formuliert sind die Niederschlagsprognosen über dem Süden ausreichend, sonst als zu trocken zu bewerten. Im Rückblick der vergangenen acht Mai-Tage konnte das Niederschlagssoll zu 14,3 Prozent erfüllt werden, was im rechnerischen Schnitt (26 Prozent) deutlich zu trocken ist. Abgerechnet aber wird bekanntlich erst zum Schluss.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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