Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2020 aktuelle Wetterprognose vom 09.04.2020 - Der nachhaltige Durchbruch des Frühlings?

Eine meridional verlaufende Großwetterlage sorgt aktuell für einen frühsommerlich warmen Wettercharakter, der ab Ostermontag deutlich kühler ausfallen kann. Ob sich danach der Frühling wird nachhaltig durchsetzen wird können, hängt u.a. auch vom Polarwirbel ab.

Der nachhaltige Durchbruch des Frühlings nach Ostern?
Der nachhaltige Durchbruch des Frühlings nach Ostern?

Die Tageshöchstwerte nähern sich in den kommenden Tagen in immer mehr Regionen der sommerlich warmen +25 Grad Marke, was für die erste April-Dekade viel zu warm ist. Apropos zu warm - vielen ist sicherlich noch der kühle Start in den April in Erinnerung, zwischenzeitlich aber sorgten die frühsommerlich warmen Werte für einen Anstieg des Temperaturüberschusses, der im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert aktuell bei +1,16 Grad liegt und bis Ostern die +3 Grad überschritten haben sollte. Anders formuliert ist der April auf einem guten Weg, deutlich zu warm auszufallen.

Über Ostern jedoch verändert sich der Wettercharakter. Ein Tiefdrucksystem schleift über Skandinavien nach Osten ab und trogt mit Hilfe eines Hochdruckkeils über dem Atlantik nach Süden aus. Das Hoch rückt zügig nach, was den Hauptstrom der Kaltluftmassen über Osteuropa nach Süden ablenkt. Deutschland wird sozusagen nur gestreift. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter April 2020.

Der Zustrom kalter Luftmassen wird über Osteuropa an Deutschland vorbeigeführt
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Zustrom kalter Luftmassen wird über Osteuropa an Deutschland vorbeigeführt
© www.meteociel.fr

Sommer- oder Aprilwetter?

Bei der aktuellen Wetterentwicklung handelt es sich um eine meridionale Großwetterlage, die auf der oben gezeigten Wetterkarte gut zu erkennen ist. Dabei strömen die Luftmassen entweder von Süd nach Nord, oder von Nord nach Süd. Ein Normal gibt es bei dieser Wetterlage selten. Entweder es ist viel zu warm (wie jetzt), oder zu kalt (wie bspw. Anfang April).

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Kurzzeitig kälter

Zum Ostermontag positioniert sich das Hoch zwischen Island, England und Deutschland, was den Zustrom kälterer Luftmassen zunächst einmal begünstigt. Auch Nachtfrost könnte unter bestimmten Voraussetzungen in der Nach vom 13. auf den 14. und 15. April zum Thema werden, da die kalten Luftmassen in den Einflussbereich des Hochdrucksystems gelangen und somit klare Nächte zu erwarten sind.

Aus kalt wird warm

Wie bei meridionalen Großwetterlagen üblich, bleibt das Hoch unstet und wandert von West nach Ost und wieder zurück. Das sorgt - gerade im April - für ein kräftiges Auf und Ab der Temperaturen.

Das Hoch lässt sich nach Osten wegdrücken und positioniert sich zum 16. April über dem östlichen Europa und nimmt Verbindung zum Hoch über der östlichen Mittelmeerregion auf. In Folge daraus gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz erneut in eine warme Südanströmung der Luftmassen, was die Tageswerte rasch in mit +17 bis +23 Grad frühsommerlich warmen Bereich ansteigen lassen kann. Örtlich ist auch das Überschreiten der sommerlichen +25 Grad Marke nicht auszuschließen.

Die meridionale Grundströmung - Aus kalt wird warm
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Die meridionale Grundströmung - Aus kalt wird warm © www.meteociel.fr

Der nachhaltige Durchbruch des Frühlings?

Geht es nach den Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle, so ist ein Trend zu einem dauerhaft frühlinghaften Wettercharakter zu erkennen, doch spielen derzeit mehrere Faktoren eine Rolle, die den nachhaltigen Frühling (noch) infrage stellen.

Der Polarwirbel

Neben der meridionalen Grundströmung, wird der Polarwirbel ab der Monatsmitte zunehmend instabiler und wird gleich von mehreren Seiten von Hochdrucksystemen in die Zange genommen. Das ist nun auch die Zeit von Polarwirbelsplits und heftigen Verwerfungen entlang der Polarfront. Und genau dieses Zusammenspiel der meridionalen Großwetterlage und dem instabiler werdenden Polarwirbel lässt schon erahnen, dass Kaltlufteinbrüche nicht vom Tisch sind.

Der Polarwirbel wird zunehmend instabiler
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Der Polarwirbel wird zunehmend instabiler © www.meteociel.fr

Was für den Frühling spricht

Auf der oben gezeigten Wetterkarte ist der sehr aktive Teilwirbel über Kanada zu erkennen, der über dem östlichen Kanada sehr kalte Luftmassen auf den Atlantik führt. Das sorgt dafür, dass im Bereich von Neufundland, Island und dem europäischen Nordmeer die Tiefdruckaktivität auf einen hohen Niveau liegen wird. Da sich nun aber das Hoch im Bereich von Skandinavien, Mitteleuropa, oder dem östlichen Europa positionieren wird, ist entweder eine südliche, oder südwestliche Anströmung von warmen Luftmassen eine sehr wahrscheinliche Variante.

Eine Abwandlung der Entwicklung, ist die Unterwanderung des Hochdrucksystems, wenn es sich zu weit nach Norden verlagern sollte. In diesem Fall wäre es zwar weiterhin warm, doch nimmt von Süden die Niederschlagsneigung zu.

Was für Kaltluftausbrüche spricht

Das ist die Druckverteilung im allgemeinen. Das Tiefdruckzentrum zwischen der Barent- und Karasee ist nun eine ganze Weile aktiv und der Hochdruckgürtel von Sibirien bis Mitteleuropa verhindert bislang den großen Ausbruch der Kaltluftmassen nach Süden. Doch wie man auf den Druckanomalien bis zum 19. April sehr gut erkennen kann, ist das keineswegs einheitlich. Das Hochdruckzentrum über Mitteleuropa wird schwächer berechnen, während die Zentren über Kanada und Alaska, sowie Sibirien stärker simuliert werden.

Verlagert sich nun das Hoch über Mitteleuropa raus auf den Atlantik, geht das mit dem Kaltluftvorstoß sehr schnell vonstatten.

Verlagert sich das Hoch nach Westen, so kann das mit dem Kaltluftvorstoß sehr schnell gehen
Die Druckanomalien bis 19. April: Verlagert sich das Hoch nach Westen, so kann das mit dem Kaltluftvorstoß sehr schnell gehen © climatereanalyzer.org

Auf den Punkt gebracht: Frühling

Kaltluftausbrüche sind - selbst im April - meist nur vorübergehender Natur und beschränkt sich auf ein paar wenige Stunden oder Tage, wie das bspw. Anfang April, oder nun im Zeitraum vom 13. bis 15. April der Fall sein wird. Doch geht es nach den Kontrollläufen, so ist eine im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert normale bis warme Temperaturentwicklung - zum aktuellen Stand - eine für die zweite April-Hälfte wahrscheinlichere Entwicklung.

Trocken

Das ist der zweite Trend, der sich in den letzten Tagen vermehrt beobachten lässt. Das Hoch bleibt in der Nähe von Deutschland, Österreich und der Schweiz, was Niederschläge weniger wahrscheinlich macht und diese immer weiter in die letzte April-Dekade verschoben werden. Entsprechend schwach sind die Niederschlagssignale über dem Norden, Osten und Westen. Lediglich über dem Süden zeigt sich am dem 18. April eine gemäßigte Entwicklung der Niederschläge (südliche Unterwanderung des Hochs).

Wie trocken es aber tatsächlich werden/bleiben kann, zeigt sich in der aktuellen Niederschlagsprognose der Amerikaner. Verbreitet werden vom 9. bis 25. April Niederschlagssummen von 0 bis 10 l/m² und örtlich bis 15 l/m² simuliert. Über dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern sind bis 30 l/m² möglich. Da in der ersten April-Dekade gerade einmal 1 Prozent des Niederschlagssolls erreicht wurde, kann man schon jetzt davon ausgehen, dass der April 2020 mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu trocken ausfallen wird.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
15. April +7 bis
+18 Grad
+12 bis
+14 Grad
19. April +10 bis
+22 Grad
+16 bis
+18 Grad
24. April +5 bis
+23 Grad
+13 bis
+15 Grad
Diagramm Temperaturen April 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2020 von zu kalt, normal, zu warm

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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