Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2020 aktuelle Wetterprognose vom 23.03.2020 - Das nachhaltig gestörte Zirkulationsmuster

Der Ostwind kommt scheidend kalt aus östlichen Richtungen und in den Nächten ist verbreitet mit Frost zu rechnen. Der Frühling ist klar auf dem Rückzug, doch wie sieht die weitere Wetterentwicklung aus - bekommt der Frühling seine Chance?

Frühlingsdurchbruch oder Aprilwetter?
Frühlingsdurchbruch oder Aprilwetter?

Sonniges und trockenes Wetter ist in dieser März-Woche zu erwarten. Doch trotz des Sonnenscheins wollen keine Frühlingsgefühle aufkommen, was dem schneidend kalten Ostwind zu verdanken ist. Mehr als +5 bis +10 Grad und örtlich bis +12 Grad sind in den kommenden Tagen nicht zu erwarten und in den klaren Nächten sinken die Tiefstwerte auf -5 bis +0 Grad ab und örtlich können die Werte auf bis -8 Grad zurückgehen.

Erst zum Ausklang der Woche nimmt die Bewölkung zu und zum Freitag und Samstag steigt die Neigung zu Schauern an. Mit Hilfe der Wolken wird es etwas milder und der Nachtfrost schwächt sich ab. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März 2020.

Kalte Ostwinde lassen keine Frühlingsgefühle aufkommen
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Kalte Ostwinde lassen keine Frühlingsgefühle aufkommen
© www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Wer auf den Frühling wartet, muss weiterhin warten

In der gestrigen Wetterprognose April 2020 hatten die Europäer mit einem Tief über der Mittelmeerregion und einem Hoch über Skandinavien die Möglichkeit zur Ausbildung einer Grenzwetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz in Aussicht gestellt, die heute Nacht nochmals berechnet wurde. Heute sieht die Sachlage anders dafür aber klarer strukturiert aus.

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Kalte Nordströmung

Der Kern des Hochdrucksystems positioniert sich nach dem 28. März nicht über Skandinavien, sondern deutlich westlicher und festigt seine Stellung bis zum 2. April zwischen Grönland, Island und England. Das Hoch blockiert die atlantische Frontalzone und sorgt weiterhin für eine meridional verlaufende Grundströmung (Nord-Süd, Süd-Nord).

Da das Hoch nun aber westlich von Europa liegt und sich im Uhrzeigersinn dreht, gelangen mit Hilfe eines Tiefdruckgebietes über dem europäischen Nordmeer kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden, die zum 1. und 2. April auch Deutschland erreichen können.

Wie kalt kann es werden? Simuliert werden die gewohnten +4 bis +8 Grad und in den Nächten ist mit Frost zu rechnen, doch sind diese Werte für die erste April-Dekade etwas zu kühl.

Der Frühling bleibt lediglich in Lauerstellung
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Frühling bleibt lediglich in Lauerstellung © www.meteociel.fr

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Aprilwetter

Interessant waren aber auch die Wettervorhersagen des amerikanischen Wettermodells der letzten Stunden. Da waren jeweils Berechnungen dabei, die die Großwetterlage Anfang April rasch in die frühsommerliche Richtung hätte kippen lassen können. Doch die aktuelle Wetterprognose sieht das wieder ganz anders.

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Frühlingshaft warm

Im Zeitraum vom 28. März bis 1. April legt sich von Grönland über Island, Skandinavien und dem westlichen Russland ein Hochdruckgebiet über den Norden von Europa. Über dem Süden dominiert bei Portugal und Spanien ein Tiefdrucksystem das Wettergeschehen. Im Verbund der beiden Wettersysteme gelangen warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz, was die Tageswerte bis zum 2. April auf +14 bis +18 Grad und örtlich aus bis +22 Grad ansteigen lassen kann. Da wären sie also wieder, die frühsommerlich warmen Temperaturwerte.

Kaltlufteinbruch

Das Hoch aber kann seine Position nicht halten und verlagert seinen Schwerpunkt raus auf den Atlantik, was in etwa den gleichen Effekt hat, wie bei den Europäern. Kalte Luftmassen arktischen Ursprungs werden nach Süden geführt und lassen die Werte vom 3. bis 7. April über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf +5 bis +10 Grad zurückgehen. Örtlich können die Werte auch darunter liegen und in den Nächten ist wieder mit Frost zu rechnen.

Typisches Aprilwetter mit Schnee- und Graupelschauer

Die Luft in ca. 1.500 Meter Höhe kühlt nach der Vorhersage der Amerikaner bis zum 5. April auf -8 bis -13 Grad ab, was auch über tieferen Lagen für Schnee- und Graupelschauer ausreichend sein sollte. Ein typischer Start in den April also.

Mehr April-, als Frühlingswetter
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Mehr April- als Frühlingswetter © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Wettertrend zum unbeständigen April-Wetter bestätigt sich

Wunder kann man vom Frühling derzeit nicht erwarten und erst recht nicht mit der möglichen Ausgestaltung der meridionalen Großwetterlage und so ist ein Auf und Ab der Temperaturen eine sehr wahrscheinliche Entwicklung.

Warm und kalt

Nach der Wetterprognose der Kontrollläufe zeichnet sich vom 28. März bis 1. April eine kühlere Wetterphase ab, die Anfang April in eine wärmere Wetterlage übergehen kann und nachfolgend zu größeren Temperaturschwankungen neigt. Im Grunde stützen die Kontrollläufen den April-typischen Wettercharakter. Die Niederschlagsleistung steigt ab dem 28. März in den leicht erhöhten Bereich an. Viel an Niederschlag wird aber nicht zu erwarten sein.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
29. März +1 bis
+10 Grad
+6 bis
+8 Grad
2. April +2 bis
+18 Grad
+7 bis
+9 Grad
7. April +2 bis
+19 Grad
+11 bis
+13 Grad
Diagramm Temperaturen April 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Wetterprognosen der Hauptläufe stimmen nicht überein

Vergleicht man den Mittelwert der Kontrollläufe, so passt dieser nicht mit den Hauptläufen der Prognose-Modelle überein. Diese sind entweder deutlich zu warm, oder deutlich zu kalt. Anders formuliert ist in den kommenden Stunden in den Prognose-Modellen mit weiteren Verwerfungen und Korrekturen zu rechnen. Als wahrscheinliche Wetterentwicklung gilt nach wie vor eine leicht unbeständige bei einem Auf und Ab der Temperaturen.

Die plötzliche Stratosphärenerwärmung

Kurzes Update zum Vorgang in Stratosphärenhöhe. Das Warming erreicht mit +4 Grad heute seinen vorläufigen Höhepunkt und beeinträchtigt den Polarwirbel in Stratosphärenhöhe nachhaltig. Weiterhin ist davon auszugehen, dass es im Verlauf der ersten April-Dekade zum Final-Warming kommen wird, was auch der Jahreszeit entspricht und nichts außergewöhnliches darstellt.

Dennoch hat dieses Phänomen voraussichtlich einen größeren Einfluss auf die weitere Wetterentwicklung bis weit in den April hinein. Möglicherweise bis Ostern und in den Mai anhaltend.

Warum? Die Systematik, wie sich der Winter verhalten hat (Westwetterlage) mit der sich nun aufbauenden gestörten Zirkulation deutet darauf hin, dass sich das meridionale Strömungsmuster noch eine ganze Weile wird halten können (Ausgleichsverhalten). Das bedeutet aber nicht zwangsläufig eine zu kalte Temperaturentwicklung, denn bei meridionalen Großwetterlagen sind auch außergewöhnlich warme Entwicklungen keine Seltenheit (siehe 2018 und 2019).

Von diesem Warming (li.) kann sich die obere Schicht des Polarwirbels nicht mehr erholen (re.), was über Mitteleuropa häufiger zu gestörten Zirkulationsmustern führt
Von diesem Warming (li.) kann sich die obere Schicht des Polarwirbels nicht mehr erholen (re.), was über Mitteleuropa häufiger zu gestörten Zirkulationsmustern führt © www.meteociel.fr

Langfristprognose für den Frühling und Sommer 2020

März 2020

Der März war bis gestern gegenüber seinem langjährigen Mittelwert um rund +2,6 Grad zu warm und hat sein Niederschlagssoll zu 84 Prozent erfüllen können. Damit der März 2020 noch normal ausfallen kann, müssten die kommenden Tage um 6,1 Grad zu kalt ausfallen. Grundsätzlich ist beim Wetter nichts auszuschließen, doch deutet sich ein derartiger Temperaturrückgang nicht an. Anders formuliert wird der März am Ende mit einer Abweichung von +1 bis +1,5 Grad zu warm ausfallen können.

April 2020

Der April wird mit einer Differenz von -0,5 bis +1 Grad im Vergleich zum vieljährigen Durchschnittswert normal bis etwas zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert als normal und im Trend etwas zu nass zu bewerten.

Mai 2020

Für den Mai zeichnet sich mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad eine zu warme Temperaturentwicklung ab. Die Niederschlagsprognose aber ist als normal und im Trend als leicht zu trocken ausgegeben.

Juni 2020

Mit einer Differenz von +1 bis +2,5 Grad startet der Sommer 2020 mit dem Juni nach den Berechnungen des Langfristmodells zu warm. Die Niederschlagsprognose fällt deutlich negativ und damit zu trocken aus.

Juli 2020

Als durchwachsen ist nach wie vor der zweite Sommer-Monat Juli zu bewerten. Die Niederschlagsbilanz kann im Trend auch leicht positiv - und damit zu nass - ausfallen, wobei das im Juli häufiger Gewitter sind, die für den Niederschlag sorgen. Die Temperaturabweichung aber ist auch im Juli mit +0,5 bis +2 Grad zu warm berechnet.

August 2020

Ganz ähnlich wie der Juli soll auch der letzte Sommer-Monat - der August - mit einer Differenz von +0,5 bis +2 Grad zu warm ausfallen. Die Niederschlagsprognose ist allerdings als zu trocken zu bewerten.

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
März 2020 +1 bis +1,5 Grad Trend: normal
April 2020 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
Mai 2020 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Juni 2020 +1 bis +2,5 Grad Trend: zu trocken
Juli 2020 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
August 2020 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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