Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2020 aktuelle Wetterprognose vom 07.03.2020 - Zwischen Spätwinter und Frühling - kommt die meridionale Großwetterlage?

Der kühlen Witterung folgt ein Sturm nach, der aus südwestlichen Richtungen frühlingshaft milde Luftmassen nach Deutschland führt. Doch ob die Großwetterlage nachhaltig in Richtung Frühling kippt, kann infrage gestellt werden. Stattdessen zeichnet sich eine strukturelle Veränderung der Grundströmung ab.

Frühling oder Spätwinter?
Frühling oder Spätwinter?

Kühles Schauerwetter dominiert derzeit das Wettergeschehen und bei Werten von +4 bis +8 Grad sind unter bestimmten Voraussetzungen Graupelschauer bis auf tiefere Lagen zu erwarten. Doch verändert sich zum Wochenbeginn auf dem Atlantik die Grundkonstellation, was auch über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Veränderungen führen wird.

Von Dienstag bis Donnerstag kommender Woche verlagert die atlantische Frontalzone ihre Position über Skandinavien und sorgt über Deutschland für kräftige Winde, die am Dienstag und Donnerstag in Böen stürmisch und über exponierten Lagen und den Küstenregionen zu schweren Sturmböen führen kann. Der Wind dreht in diesem Prozess auf südwestliche Richtungen und führt frühlingshaft milde Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte ohne weiteres auf +10 bis +15 Grad und örtlich bis +19 Grad ansteigen lassen kann. Insbesondere über den Gebieten von Baden-Württemberg und Bayern sind die wärmsten Werte zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wettervorhersage März.

Die atlantische Frontalzone tobt sich aus und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für stürmische Winde
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Die atlantische Frontalzone tobt sich aus und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für stürmische Winde
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Wellenbewegung nimmt zu

Die Wettervorhersage der Europäer bestätigt eine im Zeitraum vom 11. bis 12. März windige und warme Südwestwetterlage. Nachfolgend jedoch strebt das Hoch auf dem Atlantik nach Norden auf und setzt einem Impuls, welcher entlang der Polarfront zu einer erhöhten Wellenbewegung führen kann.

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Kühle Nordströmung

Nach der aktuellen Prognose strebt das Hoch westlich von Mitteleuropa auf dem Atlantik nach Norden auf und führt an seinem östlichen Gradienten vom 15. bis 17. März kühle (nicht kalte) Luftmassen nach Deutschland. Da sich der Einfluss des Hochdruckgebietes auf das Wetter über Deutschland in Grenzen hält, ist mit weiteren Niederschlägen bei einem gemäßigten Temperaturniveau zu rechnen. Starkwindereignisse aber wären nach dem 13. März erst einmal vom Tisch.

Ein im Ansatz meridionales Strömungsmuster
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Ein im Ansatz meridionales Strömungsmuster © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Zwischen Frühling und Spätwinter

Der Wettertrend der Amerikaner von einer Meridionalisierung des Strömungsmusters der letzten Tage wird auch heute wieder bestätigt. Was aber derzeit noch nicht geklärt ist, ob das Temperaturniveau in die spätwinterliche oder in die frühsommerliche Richtung kippt.

Die frühlingshafte bis frühsommerliche Variante

Meridional bedeutet ein von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord verlaufendes Strömungsmuster. Zugleich bedeutet es aber auch, dass es entlang der Polarfront zu einer hohen Wellenbewegung kommt. Keilt das Hoch nun über Mitteleuropa oder dem östlichen Europa nach Norden auf, so prallen die Tiefdruckgebiete gegen das Hoch und führen aus südlichen Richtungen sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Temperaturwerte von +15 bis +20 Grad wären dann machbar und örtlich kann auch die +20 Grad Marke überschritten werden.

Doch nachhaltig ist diese Variante nicht - und schon gar nicht im März - zu stark sind die Turbulenzen und die Umwälzungen.

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Die spätwinterliche Variante

Kalte und warme Wetterlagen liegen im März und April gerne nah beieinander - und erst recht bei meridionalen Grundströmungen. Im Unterschied jedoch zur warmen Variante positioniert sich das Hoch weiter westlich und blockiert auf dem Atlantik die Frontalzone. Gleichzeitig aber tropfen die Tiefdrucksysteme über Skandinavien nach Süden ab und sammeln sich über der Mittelmeerregion.

Durch die Rotationsbewegungen der beiden Wettersysteme sind das optimale Bedingungen für die Zufuhr kalter Luftmassen aus nördlichen Richtungen, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz für Schneefall bis auf tiefere Lagen sorgen kann - spätwinterlich eben.

Die zwei Extreme: die spätwinterliche (li.) und die frühsommerliche (re.) Wetterlage
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Die zwei Extreme: die spätwinterliche (li.) und die frühsommerliche (re.) Wetterlage © www.meteociel.fr

Die Zwischenlösung

Mitteleuropa ist nicht gerade die Region, die gerne zu Wetterextremen neigt und so kommt die dritte - die gemäßigte Variante ins Spiel. Denn Erfahrungsgemäß initialisiert das aufstrebende Hoch auf dem Atlantik gerne einen Kaltluftvorstoß, doch kann sich das Hoch auf dem Atlantik nicht behaupten und verlagert sich relativ zügig in Richtung Europa. Das wiederum hat zur Folge, dass der Kaltluftvorstoß nach Osten abgeleitet und damit an Deutschland vorbeigeführt wird. Und das ist im Grunde auch die Variante, was die Amerikaner in ihrer aktuellen Wetterprognose im Zeitraum vom15. bis 22. März berechnen: Gemäßigtes Wetter das zunehmend trockener und wärmer wird.

Die Zwischenlösung zeigt sich in einer gemäßigten Variante
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Die Zwischenlösung zeigt sich in einer gemäßigten Variant © www.meteociel.fr

Das meridionale Strömungsmuster bestätigt sich

Ob eine meridionale Entwicklung des Strömungsmuster den Frühling oder den Spätwinter bringt, ist zum aktuellen Stand von sekundärer Wichtigkeit. Vielmehr geht es um den Trend der Meridionalisierung, dass dieser sich auch tatsächlich wird durchsetzen und die damit seit Dezember anhaltend hohe Wetteraktivität verändern kann. Ansätze hierfür gibt es genüge und mit fortscheitender Jahreszeit sind hohe Wellenbewegungen entlang der Polarfront eine völlig normale Entwicklung.

Der Polarwirbel verändert sich - nachhaltig!?

In den letzten Tagen zeigten wir immer wieder die Druckanomalien, welche eine Veränderung der strukturellen Grundströmung innerhalb des Polarwirbels berechneten. Heute nun eine weitgehende Gewissheit, dass die Wahrscheinlichkeit hierfür sehr hoch ist. Anders formuliert wird die zonale - westlich orientierte - Grundströmung voraussichtlich zur Monatsmitte ihr Ende finden. Wie wir darauf kommen? Das Zentrum des Polarwirbels verlagert sich zwischen die Barents- und Karasee. Zur gleichen Zeit nimmt der hohe Luftdruck zu, was es der atlantischen Tiefdruckrinne zunehmend schwerer macht das gesamte Konstrukt der Westströmung aufrecht zu erhalten und die Schwingungen werden zunehmen können.

Die strukturellen Veränderungen innerhalb des Polarwirbels bestätigen sich heute erneut
Die strukturellen Veränderungen innerhalb des Polarwirbels bestätigen sich heute erneut © climatereanalyzer.org

Auf den Punkt gebracht: Es tut sich was in Sachen Großwetterlage

In den letzten Tagen war es ein vager Ansatz, der sich in den letzten Stunden stabilisiert und durchaus die Möglichkeiten hat die Großwetterlage zur Monatsmitte hin nachhaltig in ein meridionales Strömungsmuster zu verändern.

Ob das aber in Richtung Frühling gehen wird, darf weiterhin infrage gestellt werden. Die Kontrollläufe stützen vom 10. bis 13. März zwar eine warme Wetterentwicklung, die für frühlingshafte Temperaturwerte mehr als ausreichend sind, doch sinken die Werte nachfolgend in einen für die Jahreszeit-typischen Bereich ab und sind lediglich im Trend als leicht zu mild zu bewerten.

Anders formuliert ist bei einer schwachen bis mäßigen Niederschlagsneigung nicht mit einem frühzeitigen und nachhaltigen Ausbruch des Frühlings zu rechnen.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
13. März +5 bis
+17 Grad
+9 bis
+11 Grad
17. März -1 bis
+16 Grad
+6 bis
+8 Grad
22. März +0 bis
+16 Grad
+8 bis
+10 Grad
Diagramm Temperaturen März 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2020 von zu kalt, normal, zu warm

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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