Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2020 aktuelle Wetterprognose vom 29.02.2020 - Dem Sommer nah, dem Winter nicht fern

Von einem Arctic Outbreak bis zu einem Hitzepeak. Das Entwicklungsspektrum der Vorhersage-Modelle ist im Verlauf der ersten März-Dekade breit aufgestellt.

Dem Frühling nah, dem Winter nicht fern
Dem Frühling nah, dem Winter nicht fern

Stürmisch präsentiert sich heute und zum Start in den März die Nordhälfte von Deutschland. Der Grund ist der Luftmassenaustausch. Die Temperaturen erreichen heute frühlingshaft milde Werte von +10 bis +14 Grad und örtlich bis +17 Grad, bevor zum Sonntag ein markanter Temperaturrückgang nachfolgt und die Temperaturen im Verlauf der kommenden Woche auf +4 bis +8 Grad einpendeln lässt.

 

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Der Wettercharakter ist bis zum 5. März als unbeständig, wechselhaft und zum Teil auch als windig zu bewerten. Anders formuliert sind keine stabilen Wetterverhältnisse zu erwarten. Sind die Schauer entsprechend kräftig, oder gehen in der Nacht nieder, so sind bis auf tiefere Lagen herab Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März 2020 .

Kein Frühling in Sicht: Ein windiger, unbeständiger und mäßig kühler Wettercharakter
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Kein Frühling in Sicht: Ein windiger, unbeständiger und mäßig kühler Wettercharakter
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Zwischen Frühling und typischem März-Wetter

Die seit Tagen besprochene Hochdruckausdehnung in Richtung Skandinavien wird zu einer echten Herausforderung für die Vorhersage-Modelle. Diese schwanken erneut hin und her. Der Knackpunkt ist die unklare Situation, wie die Tiefdruckgebiete mit dem hohen Luftdruck umgehen werden.

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Zwei Hochdruckzentren

Die Überschrift stammt von gestern und hat auch heute ihre Gültigkeit. Schaut man sich die oben gezeigte Wetterkarte an, so erkennt man den Ansatz der Ausbildung eines autarken Hochdruckgebietes über Skandinavien. Strebt nun das Azorenhoch ebenfalls in Richtung Skandinavien auf und kippt nachfolgend nach Osten weg, so wird nach der Wetterprognose der Europäer rasch der Frühling Einzug halten können.

Warum? Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik wird in diesem Fall auf einem hohen Niveau bleiben, ab dem 6./7. März aber auf das Hoch auflaufen und im Verbund der Wettersysteme ergibt sich eine warme Südwestströmung.

Kühle Ost- bis Nordostströmung

Gelingt der Brückenschlag des Azorenhochs aber westlicher - über England - nach Skandinavien so ergibt sich der Spielraum für die Entwicklung eines Mittelemeertiefs, was das Hoch daran hindert nach Osten abzukippen. In Folge daraus wird die atlantische Frontalzone vor Mitteleuropa blockiert und mit dem Mittelmeertief werden gemäßigt kühle Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz transportiert. Wie kalt kann es werden? Simuliert wird ein gewohntes Spektrum von +4 bis +8 Grad.

Die Zwischenlösung

Eine Herausforderung für Meteorologen ist es dann, wenn weder die eine, noch die andere Variante berechnet wird. Es herrschen somit keine klaren Verhältnisse und die weitere Wetterentwicklung kann nach dem 6./7. März sowohl in die eine, oder auch andere Richtung kippen. Genau diese Situation berechnet momentan das europäische Wettermodell in seiner Wettervorhersage. Im Wettertrend aber gibt man nach dem 9. März der Südwestwetterlage - und damit dem Frühling - eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit.

Der Polarwirbel läuft auf Hochtouren und drückt die Hochdruckaktivität weg
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Polarwirbel läuft auf Hochtouren und drückt die Hochdruckaktivität weg © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Zwischen Frühling und Spätwinter

Die Amerikaner machen die Sache aber nicht einfacher. Auch hier schwenkt man von Lauf zu Lauf hin und her und sorgt für keine klaren Verhältnisse. Die Herausforderung ist auch nach dieser Wetterprognose das Hoch - doch anders als gedacht.

Nasskaltes Wetter

Das Azorenhoch dehnt sich vom 6./7. März an in Richtung England aus und zeigt im Ansatz eine meridionalisierende Entwicklung der Großwetterlage. Doch die atlantische Frontalzone weiß das zu verhindern und unterbindet mit kräftigen Tiefdruckgebieten die Ausdehnung des Hochs in Richtung Skandinavien. Was entsteht ist eine vom 7. bis 10. März nasskalte Nordwestwetterlage.

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Frühlingshaft mild bis frühsommerlich warm

Doch die Tiefdruckaktivität drückt das Hoch immer weiter nach Osten, bis es sich schließlich zum 10. März über Deutschland, Österreich und der Schweiz befindet. Was folgt ist ein bis zum 14. März anhaltend ruhiger und warmer Wettercharakter. Wie warm? In der aktuellen Wetterprognose werden Tageswerte von +15 bis +20 Grad und örtlich bis +23 Grad berechnet. Das wären zum Beginn der zweiten März-Dekade frühsommerlich warme Werte.

Legt sich das Hoch über Mitteleuropa, so hat der Frühling und Frühsommer seine Chance
Wetterprognose der Kontrollläufe: Legt sich das Hoch über Mitteleuropa, so hat der Frühling und Frühsommer seine Chance © www.meteociel.fr

Der Spätwinter

Für alle die den Frühling und Sommer mögen sei gesagt, dass der Polarwirbel noch intakt ist und was das bedeutet, berechneten die Amerikaner in den letzten Stunden. Denn das Hoch muss sich nicht nach Mitteleuropa verlagern. Es kann auch auf dem Atlantik nach Norden aufstreben und zu einer Blockadesituation führen. Die Folge daraus wäre eine über Mitteleuropa vorübergehend spätwinterliche Wetterlage mit Schneefall bis auf tiefere Lagen herab.

Weicht das Hoch nach Westen aus, so muss der Frühling noch warten
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Weicht das Hoch nach Westen aus, so muss der Frühling noch warten" © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Keine einfache Wetterentwicklung

Das Spektrum bewegt sich zwischen dem Spätwinter und dem Frühsommer. Das Fazit kann man heute durchaus so zusammenfassen. Die Kontrollläufe stützen dieses enorm breite Entwicklungsspektrum, was die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe zum 13. März im Bereich von +11 bis -11 Grad schwanken lässt. Für tiefere Lagen ergibt sich eine Temperaturbereich von +20 bis -2 Grad. Der Mittelwert liegt mit +6 bis +9 Grad in einem für die Jahreszeit-typischen Umfeld.

Die Wetterprognose der Amerikaner ist erneut zu warm

Auch das lässt sich in den letzten Tagen immer wieder feststellen. Die Wetterprognose der Amerikaner repräsentiert häufig die wärmste Variante der Kontrollläufe und ist erst einmal so hinzunehmen. Ob das so kommt, steht wiederum auf einem anderen Blatt, doch zeigen auch die Europäer, wie das mit dem Frühling funktionieren kann. Ganz so abwegig ist diese Prognose also nicht.

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
6. März +0 bis
+8 Grad
+3 bis
+6 Grad
10. März +0 bis
+12 Grad
+6 bis
+8 Grad
15. März 0 bis
+15 Grad
+6 bis
+8 Grad
Diagramm Temperaturen März 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Der Polarwirbel

Der Polarwirbel und dessen Zustand aber wird wohl letztlich die Entscheidung bringen. Derzeit gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass der Polarwirbel in der ersten März-Dekade zu größeren Schwingungen neigen wird, was eine spätwinterliche Wetterlage erst einmal weniger wahrscheinlicher macht. Aber auch die Südwestwetterlage - und damit der Frühling - ist bei genauerer Betrachtung infrage zu stellen.

Was auffällt ist die strukturelle Veränderung des Strömungsmusters innerhalb des Polarwirbels, was wohl der Grund für das momentane hin und her springen der Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle ist. Deutlicher wird das in der Gegenüberstellung vom Mittelwert der Kontrollläufe und den Druckanomalien. Was man erkennt ist, das der Kaltlufttransport zum Beginn der zweiten März-Dekade auf dem Atlantik nicht mehr über dem östlichen Kanada stattfindet, sondern über dem europäischen Nordmeer. Sollte dies tatsächlich so eintreten, hätte der - nachhaltige - Durchbruch des Frühlings keine Chance. Warum? Dem Azorenhoch bietet sich ein größerer Spielraum sich auf dem Atlantik nach Norden aufzuwölben - ganz so wie es die Amerikaner hin und wieder einmal berechnen.

Der Grund für das breit aufgestellte Entwicklungsspektrum sind die unklaren Strömungsverhältnisse innerhalb des Polarwirbels
Der Grund für das breit aufgestellte Entwicklungsspektrum sind die unklaren Strömungsverhältnisse innerhalb des Polarwirbels © www.meteociel.fr | climatereanalyzer.org

Auf den Punkt gebracht: Typisches März-Wetter

Das war und das ist der Wettertrend von heute. Der März entspricht in seiner ersten Dekade weitgehend dem, was von ihm erwartet wird. Unbeständig bei Tageswerten, die sich im Bereich von +4 bis +8 Grad bewegen können. Nachfolgend aber zeichnet sich eine große Entwicklungsspanne ab, die sowohl in Richtung Arctic Outbreak, als auch in eine Hitzeentwicklung gehen kann. Das sind aber nur die beiden extremsten Varianten. Wahrscheinlicher ist ein vom 8. bis 14. März - ebenfalls für die Jahreszeit typischer Wettercharakter.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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