Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2020 aktuelle Wetterprognose vom 25.02.2020 - So schnell ist nicht mit dem Frühling zu rechnen

Die turbulente Wetterphase verlängert sich noch bis in den März hinein, doch dann zeigen sich in den Prognosemodellen vermehrt strukturelle Veränderungen des Strömungsmusters, was einen nachhaltigen Umbau der Großwetterlage zur Folge haben kann.

Wie lange kann sich der turbulente Wettercharakter noch halten?
Wie lange kann sich der turbulente Wettercharakter noch halten?

Windig bis stürmisch bleiben die Tage bis zum 4. März. Zwar gibt es auch ruhigere Phasen, doch wird der Wind das Wettergeschehen weitgehend dominieren können. Verantwortlich hierfür sind zahlreiche Tiefdruckgebiete (an der Zahl acht), die in raschen Abständen über Deutschland, Österreich und der Schweiz hinwegziehen und mal kühlere und mal mildere Luftmassen zuführen.

Von Dienstagabend an sinken die Temperaturen ab und erreichen bis zum Donnerstag Tageswerte über dem Süden und Osten von +1 bis +5 Grad und über dem Norden und Westen von +4 bis +8 Grad. Die Schauer gehen bis auf tiefere Lagen in Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer über und in den Nächten kann sich auch über tieferen Lagen eine Schneedecke ausbilden. Nennenswert aber werden die Neuschneemengen oberhalb von 500 bis 700 Meter. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März 2020 und der Schneeprognose.

Bis in den März hinein ist mit einem turbulenten und wenig frühlingshaften Wettercharakter zu rechnen
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Bis in den März hinein ist mit einem turbulenten und wenig frühlingshaften Wettercharakter zu rechnen
© www.meteociel.fr

Strukturelle Veränderung der Großwetterlage

Ein für die weitere Wetterentwicklung wichtige Schlüsselszene zeigt sich zum 4. März in den Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle. Gelingt es einem Hochdruckkeil sich in Richtung Skandinavien durchzusetzen, oder kippt das Hoch über Mitteleuropa weg. Daraus ergeben sich drei wahrscheinliche Wetterentwicklungen.

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Die nasskalte Variante

Eine nasskalte Wetterentwicklung wird von der Wettervorhersage der Europäer gestützt. Der Hochdruckkeil aber geht nicht vom Azorenhoch aus, sondern das Kontinentalhoch rückt immer weiter in Richtung Skandinavien vor. Das zwingt die atlantische Tiefdruckrinne auf eine südlichere Zugbahn, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer nasskalten und sehr niederschlagsreichen Wetterlage führen wird.

Eine bremsende Wirkung

Sollte sich das Hoch über Skandinavien behaupten können, so hat dessen Rotation - die im Uhrzeigersinn verläuft - einen negativen Einfluss auf die atlantische Frontalzone, die gleich von drei Hochdrucksystemen umzingelt wird. Ein abtropfendes - meridionales Muster - ist durchaus gegeben und anzunehmen. Anders formuliert wird das nach der Wetterprognose der Europäer so schnell nichts mit dem Frühling.

Nasskaltes Wetter aus nordwestlichen Richtungen
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Nasskaltes Wetter aus nordwestlichen Richtungen © www.meteociel.fr

Der instabilere Polarwirbel

Angesprochen haben wird den Polarwirbel in den letzten Tagen häufiger, denn dieser wird mit seinem Zustand entscheidend sein, wie das Wetter im ersten Frühlingsmonat wird verlaufen können. Die milden bis frühsommerlich warmen Berechnungen der letzten Stunden hat das amerikanische Wettermodell zwischenzeitlich verworfen, was so auch zu erwarten war.

Zwischen nasskalt und mild

Die Tiefdruckaktivität bleibt nach der Wetterprognose der Amerikaner bis zum 9.März auf einem hohen Niveau. Das Azorenhoch verhält sich weiterhin passiv und das Kontinentalhoch kommt nur bedingt in Richtung Skandinavien voran.

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Dipolverhalten

Der Polarwirbel aber franst an seiner Polarfront weiter aus, was meridionale Strömungsmuster zu einer im Zeitraum vom 4. bis 10. März plausiblen Wetterentwicklung macht. Je nachdem auf welcher Seite der Welle Deutschland liegt, kann das milde, oder auch nasskalte Werte zur Folge haben. An dem unbeständigen Wettercharakter ändert sich im Verlauf der ersten März-Dekade vorerst nichts.

Das eigentliche Interessante aber ist der Ansatz der Amerikaner für eine Dipolausbildung des Polarwirbels. Der Eine Teil festigt sich im Bereich von der Barentssee und den Aleuten und bedeckt weite Teile von Sibirien. Der zweite Teil ist über Kanada und Grönland aktiv, was auf dem Atlantik eine anhaltend hohe Tiefdruckaktivität zur Folge hat.

Zwischen diesen beiden Polen aber zwängt sich ein Hochdrucksystem hindurch, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Beginn der zweiten März-Hälfte warme Temperaturwerte zur Folge haben kann. Warum? Das Hoch liegt mit seinem Keil über dem östlichen Skandinavien und Osteuropa. Die atlantischen Frontensysteme laufen auf das Hoch auf und es entsteht daraus eine milde Südwestwetterlage.

Ein instabiler Polarwirbel kann die nachfolgende Wetterentwicklung nachhaltig beeinflussen
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Ein instabiler Polarwirbel kann die nachfolgende Wetterentwicklung nachhaltig beeinflussen © www.meteociel.fr

Wie wahrscheinlich ist ein instabiler Polarwirbel?

Die Stratosphärenwinde entlang des 65. Breitengrades zeigen keinerlei Schwächen, was ein Minor-Warming noch nicht einmal im Ansatz entstehen lässt. Von oben herab ist so schnell nicht mit Veränderungen zu rechnen. Und auch der NAO- und der AO-Index zeigen keinerlei Anzeichen, dass sich an der aktuellen Wetterlage schnell etwas verändern wird.

Die Prozesse sind schleichend

Was aber bestätigt wird, ist der Transfer des Polarwirbels mehr in Richtung der Kara- und Barentssee. Zwischen Grönland, Island, England und Skandinavien dominiert der Schwerpunkt der Tiefdruckaktivität, was in den Druckanomalien bis zum 6. März deutlich hervorgehoben wird. Das bestätigt noch einmal des turbulenten Start in den März.

Was man aber auch sehen kann, ist, dass das Hoch über Kanada immer kräftiger wird und sich bis nach Grönland ausdehnen kann. Das führt zu einer Veränderung des Strömungsmusters innerhalb des Polarwirbels, was den Frühling noch eine ganze Weile hinauszögern kann.

Innerhalb des Polarwirbels zeigen sich strukturelle Veränderungen
Innerhalb des Polarwirbels zeigen sich strukturelle Veränderungen © climatereanalyzer.org

Der März startet nicht zu warm

Aber auch nicht zu kalt. Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe an, so bestätigt das die Interpretation der Druckanomalien. Weniger frühlingshaft, mehr nasskalt - auch spätwinterliche Wettererscheinungen können im Verlauf der ersten März-Dekade noch in Erscheinung treten.

Die Kontrollläufe favorisieren in ihrem Mittelwert einen nasskalten Verlauf der ersten März-Dekade
Die Kontrollläufe favorisieren in ihrem Mittelwert einen nasskalten Verlauf der ersten März-Dekade © www.meteociel.fr

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
2. März +1 bis
+9 Grad
+4 bis
+6 Grad
6. März -1 bis
+7 Grad
+2 bis +4 Grad über dem Süden und Osten
+5 bis +6 Grad über dem Westen und Norden
11. März -2 bis
+15 Grad
+3 bis
+6 Grad
Diagramm Temperaturen März 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht: Der Frühling muss warten

Wäre die Wetterlage im Hochwinter - Mitte Januar - eingetreten, so hätte sich der Winter nachhaltig durchsetzen können. Jetzt kommt die Wetterlage im Spätwinter, was am Tage meist Werte von +4 bis +8 Grad zur Folge hat und wenig frühlingshaft, aber auch wenig winterlich ist. Im Grunde entspricht das dem vieljährigen Durchschnittswert. Eine in den Kontrollläufen hohe Niederschlagserwartung bestätigt zudem den unbeständigen und windigen Wettercharakter bis zum Ende der ersten März-Dekade.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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