Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2020

Wie wird der Sommer 2020? Mit entscheidend wird sein, wie sich das Wetter in der zweiten Winterhälfte und im Frühjahr entwickeln wird. Das wird auch darüber entscheiden, ob ein dritter Dürresommer in Folge zu erwarten ist.

Nicht nur das Wetter hat im Sommer so einiges zu bieten
Nicht nur das Wetter hat im Sommer so einiges zu bieten

Der Winter stottert vor sich hin und ist bisweilen viel zu warm und zu trocken ausgefallen. Aber der Winter ist ja noch nicht zu Ende und da kann im Februar noch den einen oder anderen Kaltluftvorstoß bringen.

Aber bereits zur meteorologischen Winterhalbzeit ist klar, dass der Winter 2019/20 zu warm ausfallen wird. Zu hoch ist der Überschuss. Warum wir aber jetzt schon über den Sommer 2020 berichten? Nach vielfachen Wunsch unserer Leser lassen wir den Frühling ausfallen und nehmen ihn auch in diesem Jahr gleich mit in die Rubrik Sommer auf, was über die Frühlingsmonate hinweg entsprechend gekennzeichnet wird (ähnlich wie im Herbst und Winter). Und da der meteorologische Frühling am 1. März beginnt, ist es also höchste Zeit um einen ersten Blick auf das Wetter im Frühling und Sommer zu werfen.

Die Dürresituation ist noch nicht bereinigt

Zwar brachten die Herbstmonate - endlich - wieder ausreichend Niederschläge, doch reichte das nicht aus, um die Dürre in den tieferen Bodenschichten auszugleichen. Vor allem in den östlichen Bundesländern ist da ein erhebliches Defizit zu erkennen. Der Dezember - und vor allem der Januar - sind/werden zu trocken ausfallen. Schneefall gab es nicht in ausreichender Art und Weise, so dass ein Puffer in den Frühling in Form von Schmelzwasser vorhanden ist. Sollte nun der Februar ebenfalls zu trocken ausfallen, sind die Bedingungen für eine erneute Dürresaison, bzw. ein Niederschlagsdefizit günstig.

Aktueller Dürremonitor Deutschland - Stand Januar 2020
Aktueller Dürremonitor Deutschland - Stand Januar 2020
© Helmholtz Zentrum für Umweltforschung - www.ufz.de

Wie wird das Wetter im Sommer?

Eigentlich ist es mal wieder an der Zeit für einen normalen oder vielleicht auch zu kalten Sommer. Doch man wartet seit über 20 Jahren vergeblich darauf. Die Wahrscheinlichkeiten und auch die Statistiken sprechen eine klare Sprache - der Sommer 2020 wird nach der Statistik mit hoher Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen.

Noch gravierender wird es, wenn man nur die Sommer der letzten 20 Jahre betrachtet. In 100 Prozent der Fälle zu warm -zwar hält sich das Wetter nicht immer an die Statistik, aber das Ergebnis ist Rückblickend echt signifikant!

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Im Trend zu warm

Die Statistiken der letzten Jahre sind ernüchternd. So waren die letzten 23 Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) durchweg zu warm (Abweichung >0).

Anders sieht es in der Betrachtung der Frühlingsmonate aus, wo es auch schon zu kalte Abweichungen, wie bspw. 2013 (-0,98 Grad) gegeben hat. Unter dem Strich aber waren auch die Frühlingsmonate in den letzten Jahren zu warm ausgefallen. Insofern ist eine Wetterprognose für den Sommer 2020 - aus statistischer Sicht - mit einem zu warmen Temperaturtrend zu begründen.

Was spricht für ein normales Sommerwetter 2020?

Interessant war im letzten Sommer das Strömungsmuster, welches mit einer dauerhaft gestörten Zirkulation, bzw. einem meridionalem Strömungsmuster phasenweise zu Hitzeperioden führte. Aber es waren auch kühle Phasen vertreten. Letztlich aber waren die warmen Anteile höher und der Sommer 2019 war zu trocken und am Ende um +2,9 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Aber nicht nur das, mit +42,6 Grad wurde in der zweiten Juli-Hälfte eine Temperatur erreicht, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881 noch nie so warm war.

Die schwache Sonnenaktivität

Nun ist es aber in diesem Jahr so, dass die Sonnenaktivität sich an einem Minimum befindet. Häufiger gehen daraus meridionale Großwetterlagen hervor, ganz so wie es bereits im Sommer 2018 und 2019 der Fall war. Die Eigenschaft von meridionalen Großwetterlagen ist eine Nord-Süd und Süd-Nord Strömung. Gut möglich, dass der Sommer 2020 erneut deutlich zu warm und zu trocken ausfallen wird (Südströmung), es ergibt sich aber auch die Chance für einen normalen oder gar zu kühlen Sommer (Nordströmung).

Aktueller Dürremonitor Deutschland - Stand Januar 2020
Aktueller Dürremonitor Deutschland - Stand Januar 2020
© www.spaceweatherlive.com

Die Aktivität der Sonne hat nur wenig Einfluss auf die Temperaturen im Sommer

In der nachfolgenden Aufstellung aber sieht man, dass die Sommer in den Jahren mit einem Sonnenfleckminimum sowohl zu warm, als auch normal ausgefallen sind. Keiner davon war signifikant zu kalt. Anders formuliert hat die Sonnenaktivität keinen signifikanten Einfluss auf die Temperaturen und auch bei der Niederschlagsaktivität lässt sich für den Sommer kein klares Muster ableiten.

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Temperaturabweichungen Sommer zum Sonnenfleckminimum
Sommer Tem­peratur Ab­weichung
1964 +16,95 Grad +0,65 Grad
1976 +17,62 Grad +1,36 Grad
1986 16,4 Grad +0,14 Grad
1996 16,26 Grad -0,01 Grad
2008 +17,43 Grad +1,16 Grad

Eine normale bis zu kalte Sommersaison

Nur wenn die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik entsprechend hoch ist und immer wieder von neuem Regengebiete über Mitteleuropa hinweg führt, oder sich ein zentrales Tiefdruckgebiet über Skandinavien positioniert, hat das Sommerwetter eine höhere Wahrscheinlichkeit normal bis zu kalt auszufallen. Da aber bereits im Winter eine solche zonal ausgerichtete Großwetterlage vorherrscht, ist zum aktuellen Stand nicht davon auszugehen, dass dies im Frühjahr und Sommer ebenfalls der Fall sein wird.

Der Durchschnitts-Sommer in Deutschland

Der langjährige Temperaturwert im Sommer beträgt +16,3 Grad und hat eine Niederschlagssumme von 239 l/m² vorzuweisen. Die Sommer der aktuellen Dekade waren um +1,6 Grad und die der letzten Dekade um +1,3 Grad zu warm.

Welche Tageswerte wären bei einem normalen Sommerwetter zu erwarten? Häufiger erreichen die Temperaturen +20 bis +25 Grad, seltener mal bis +30 Grad und an wenigen Tagen auch darüber.

Aufgrund dieser Daten kann man sich gut vorstellen, dass viele Menschen einen normalen Sommer als zu kalt empfinden würden.

Zusammenhang zwischen Winter, Frühling und Sommer?

Diesen Zusammenhang gibt es sicherlich. Denn einem trocken und zu warmen Winter folgt häufiger mal ein nasser und kühler Frühling nach, wobei der Mai da besonders hervor sticht. Das ist ein Wechselspiel auf Erhaltungsneigung und dem Ausgleichsverhalten.

Beispiel: Die Frühlings- und Sommermonate 2018 und 2019 waren von einem meridionalen Strömungsmuster dominiert, was jeweils zum Winter 2018/19 und 2019/20 in ein zonales Strömungsmuster kippte. Das Ausgleichsverhalten hat sich im Winter mit einer Zonalisierung voll durchsetzen können und geht nun selbst in eine Erhaltungsneigung über. Ein Ausgleichsverhalten hätte nach dieser Theorie zumindest einen trockenen Frühling zur Folge.

Wetterprognose Frühling und Sommer 2020 der Langfristmodelle

Noch liegen nicht alle Sommermonate vor, sodass nur der Frühling vollständig abgedeckt wird. Sobald der August vollständig vorliegt, wird der nachfolgende Wettertrend entsprechend ergänzt.

Der Frühling nach dem Deutschen Wetterdienst

Das Langzeitmodell des Deutschen Wetterdienstes berechnet den Frühling mit einer Abweichung von +0,2 bis +1 Grad zu warm und in der Niederschlagswahrscheinlichkeit normal mit der Tendenz etwas zu nass ausfallen zu können.

Wettertrend der NASA zum Frühling und Sommer

Der Frühling soll nach der Langfristprognose der NASA um +0,5 bis +2 Grad zu warm ausfallen können. Die Niederschlagsprognose ist eher unauffällig.
Für den Sommer 2020 berechnet die NASA eine Abweichung der Temperaturen von +1 bis +2 Grad im doch deutlich zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose zeigt sich durchwachsen und im Trend normal.

Wetterprognose Frühling und Sommer des europäischen Vorhersage-Modells

Auch nach dieser Langfristprognose zeichnet sich ein mit +0,5 bis +1,5 Grad zu milder bis zu warmer Verlauf des Frühlings ab. Die Niederschlagsprognose ist dabei durchwachsen. Im März und April noch im Trend zu trocken, für den Mai etwas zu nass.

Die ersten beiden Sommermonate Juni und Juli sollen im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit +0,5 bis +1,5 Grad ebenfalls zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose ist ein zu trockener Juni und ein leicht zu nasser Juli zu erwarten.

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
März 2020 +0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu nass
April 2020 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Mai 2020 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: normal, etwas zu trocken
Juni 2020 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal, etwas zu trocken
Juli 2020 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal, etwas zu nass
August 2020 Wird nachgereicht Wird nachgereicht
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2020

Das Spektrum ist noch breit gestreut, geht aber Inhaltlich von einem zu warmen Frühling und Sommer aus. Ob das so kommen mag, bleibt abzuwarten, denn auch die Langfristmodelle irren gerne einmal. Gemäß der Statistik sind die Ausführungen der Langfristmodelle für einen zu warmen Sommer 2020 - zum heutigen Stand - durchaus nachvollziehbar. Kurzum: zu warm und durchwachsen.

In den kommenden Tagen werden noch weitere Tabellen, Berechnungen und Hintergründe hinzugefügt. Anschließend werden in regelmäßigen Abständen diese Witterungstrends für das Wetter im Frühling und Sommer 2020 erneuert und ergänzt - zunächst unregelmäßig und ab dem 20. Februar erfolgt in Form von Wetterprognosen und Wettervorhersagen eine tägliche Aktualisierung.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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