Wetter Sommer 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2019 aktuelle Wetterprognose vom 11.08.2019 - Ein sommerlicher Trend in der letzten August-Dekade?

  • M. Hoffmann

Tiefdrucksysteme dominieren zunehmend das Wettergeschehen im August. Zudem führt ein aus westlichen Richtungen kommender Wind frische - und für die Jahreszeit zu kühle - Luftmassen nach Deutschland. Ob sich daran etwas verändert, hängt davon ab, wie sich ein Tiefdruckzentrum zwischen Island und England positioniert.

Zwar bewegen sich heute die Werte mit bis zu +30 Grad auf einem sommerlichen Niveau, doch ziehen von Baden-Württemberg kräftige Schauer und Gewitter auf und kündigen einen Wetterwechsel an. Im Verlauf der kommenden Woche kommt es immer wieder zu Schauern, deren Intensität zum Beginn der Woche über dem Süden kräftiger und örtlich unwetterartig ausfallen kann.

Die Niederschlagssummen werden bis zum Freitag verbreitet zwischen 7 bis 15 l/m² und über dem Norden und Süden bis 35 l/m² und örtlich bis 50 l/m² betragen können. Der auffrischende Wind aus westlichen Richtungen lässt zudem die Tageswerte mit +17 bis +23 Grad auf ein für die Jahreszeit zu kühles Niveau absinken. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter August 2019.

Welchen Weg schlägt der Spätsommer ein?
Welchen Weg schlägt der Spätsommer ein?

Hohe Tiefdruckaktivität

Der August ist mit einer Abweichung von aktuell +2,6 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Das wird sich in den kommenden Tagen etwas normalisieren können. In der Niederschlagsbilanz hat der August sein Soll zu 31 Prozent erfüllen können. Und auch hinsichtlich der Niederschlagsentwicklung ist im Verlauf der Woche mit einer weiteren Normalisierung zu rechnen.

Verantwortlich für den unbeständigen und relativ kühlen Wettercharakter ist der Durchbruch der sog. atlantischen Frontalzone bis nach Skandinavien. Nachfolgend gelingt der Aufbau einer Tiefdruckrinne von Neufundland über Island, England bis über den skandinavischen Raum reichend. Ob der Sommer 2019 damit schon frühzeitig beendet wird, oder eben noch eine Initialzündung erfährt, hängt stark von der Tiefdruckachse ab.

Atlantische Tiefdruckgebiete dominieren das Wettergeschehen über Deutschland
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der Sommer macht Pause © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Hohe Tiefdruckaktivität

Das europäische Vorhersage-Modell schwankt in den letzten Tagen zwischen einer Zonalisierung und einer Meridionalisierung des Strömungsmusters. So oder so - beide Varianten lassen keine hochsommerliche Stimmung aufkommen.

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Westwetterlage

Im Zeitraum vom 12. bis 19. August zieht eine Tiefdruckstörung nach der anderen über Mitteleuropa hinweg. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das einen anhaltend unbeständigen Wettercharakter zur Folge. Zum 17. August aber zentralisiert sich ein kräftiger Tiefdruckwirbel zwischen Island und England und zieht nur sehr langsam in Richtung Skandinavien. Damit wird die Advehierung warmer und feuchter Luftmassen möglich. Anders formuliert ist vom 17. bis 19. August mit einem ansteigenden Temperaturniveau zu rechnen.

Meridionale Großwetterlage

Das Tiefdruckzentrum verlagert sich bis zum 21. August über Skandinavien, während sich auf dem Atlantik hoher Luftdruck ausdehnt und die Tiefdruckrinne blockiert. Im Verbund der beiden Wettersysteme stellt sich ein nördlich orientiertes Strömungsmuster ein - im Detail wird es sehr darauf ankommen, auf welcher Seite Deutschland liegen wird. Von frühherbstlich bis spätsommerlich warm wäre zum aktuellen Stand noch alles möglich. Jedenfalls wird nach dieser Wetterprognose die Dynamik raus genommen und die Wetteraktivität kommt in der letzten Dekade zum Erliegen.

Eine meridional ausgerichtete Grundströmung
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine meridional ausgerichtete Grundströmung © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein Tief nach dem anderen

Das amerikanische Vorhersage-Modell hat ebenfalls das kräftige Tiefdruckzentrum zum 15./16. August über Island und England im Programm. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von annähernd sommerlich warmen Temperaturen in diesem Zeitraum - doch ein stabiler Wettercharakter ist nicht zu erwarten.

Skandinavientief

Vom 19. bis 22. August verlagert das Tiefdruckgebiet sein Zentrum nur sehr langsam in Richtung Skandinavien. Das gibt wiederum der Tiefdruckaktivität über Neufundland die benötigte Zeit, sich neu zu ordnen um den Aufbau von hohem Luftdruck auf dem Atlantik zu unterbinden. Anders formuliert bleibt nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells die Wetteraktivität auf einem hohen Niveau und allenfalls sommerlich warme Temperaturen haben phasenweise die Möglichkeit sich mit einer Vorderseitenanströmung durchzusetzen. Ein stabile Sommerwetterlage hat aber eine nur sehr geringe Durchsetzungskraft.

Die Tiefdruckaktivität dominiert das Wettergeschehen bis weit in die letzte August-Dekade hinein
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Tiefdruckaktivität dominiert das Wettergeschehen bis weit in die letzte August-Dekade hinein © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Breites Entwicklungsspektrum in der letzten August-Dekade

Den meteorologischen Sommer 2019 anhand der aktuellen Wetterentwicklung abzuschreiben ist viel zu früh. Denn gerade ein sich so zentralisierendes Tiefdrucksystem zwischen Island und England hat nicht selten zur Folge, dass sich der Gegenpart in Form eines Hochs über dem östlichen Europa formiert und aus einer westlichen Grundströmung wird rasch eine südwestliche bis südliche - der Sommer hat also noch seine Chancen.

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Zu kühle zweite August-Dekade

Bis es aber soweit ist, ist bis zum 19. August mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einer für die Jahreszeit zu kühlen Temperaturentwicklung zu rechnen. Der Tiefpunkt aber könnte mit dem 14. August bereits erreicht werden. Anschließend zeigt sich über dem Süden und Osten eine normalisierende Tendenz, wenngleich es über dem Norden und Westen etwas zu kühl bleibt. Breiter wird die Streuung mit Beginn der letzten August-Dekade und unterstreicht einmal mehr, wie sehr es auf dieses Tiefdruckzentrum und dessen Position ankommen wird.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
17. August +15 bis
+23 Grad
+18 bis
+19 Grad
21. August +13 bis
+23 Grad
+18 bis
+19 Grad
26. August +11 bis
+30 Grad
+20 bis
+22 Grad
Diagramm Temperaturen August 2019 vom 11.08.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

In den kommenden Tagen ist erst einmal mit einer höheren Tiefdruckaktivität und für die Jahreszeit etwas zu kühlen Temperaturen vorlieb zu nehmen. Darüber hinaus zeichnet sich einer bis in die letzte August-Dekade hineinreichende Tiefdruckdynamik ab, doch ob warm oder kühl hängt stark von der Position des Tiefdruckzentrums ab. Den Sommer 2019 sollte man aber nicht zu früh zu den Akten legen.

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2018 +3,8 +3,0 +2,6 105 l/m² - zu nass
Gesamtjahr 2019 +10,87 +1,95 +1,28 675 l/m²

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommerwetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wetter­singularitäten, welche im Sommer häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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