Wetter Sommer 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2019 aktuelle Wetterprognose vom 26.07.2019 - Unbeständiges und mäßig warmes Augustwetter

Temperaturrekord geknackt, doch die große Hitze ist vorbei und mit einem gemäßigten Sommerwetter kommt es immer wieder zu Niederschlägen.

Deutschland hat einen neuen Temperaturrekord. Mit +42,6 Grad wurden am 25. Juli 2019 in Lingen die höchsten Temperaturwerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 registriert. Das stellt die älteren Rekorde mit +40,3, bzw. 40,6 Grad vollkommen in den Schatten und stimmt zunehmend mehr Menschen nachdenklich.

Die Hitze bliebt heute zwar noch präsent, doch nimmt in den kommenden Tagen der Tiefdruckeinfluss zu, was zu vermehrten Schauern und Gewittern führt, welche über das Wochenende örtlich unwetterartig ausfallen können (Gewitterradar). Die Temperaturen gehen bis zum Start in die neue Woche spürbar zurück und pendeln sich bis zum Mittwoch auf +17 bis +23 Grad ein. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juli 2019.

Nachhaltiger Wetterumschwung im August?
Nachhaltiger Wetterumschwung im August?

Schauer und Gewitter

Der Grund für die ansteigende Schauer- und Gewitterneigung ist die Verlagerung des Skandinavienhochs in Richtung europäisches Nordmeer und Grönland. Das gibt den atlantischen Tiefdrucksystemen am südlichen Hochdruckgradienten die Chance bis nach Mitteleuropa vorzudringen. Vorderseitig werden schwül-warme Luftmassen zugeführt, nachfolgend wird es mit der Rückseite etwas kühler - die Zeit zum Durchlüften kommt.

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Über dem Süden mehr Niederschlag

Die Niederschlagsverteilung ist bei Schauern und Gewittern immer so eine Sache. Nach den aktuellen Wetterprognosen aber sind bis einschließlich Ende Juli etwa südlich der Linie von Köln und Dresden, sowie über Teile von Niedersachsen und Schleswig-Holstein Niederschlagssummen von 20 bis 30 l/m² und örtlich bis 50 l/m² zu erwarten. Weniger Niederschlag ist mit 7 bis 15 l/m² über dem Norden von Nordrhein-Westfalen, der Mitte von Niedersachsen und Thüringen möglich.

Das Hoch verlagert seinen Schwerpunkt in Richtung Grönland und wird an seinem südlichen Gradienten von Tiefdrucksystemen unterwandert
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch verlagert seinen Schwerpunkt in Richtung Grönland und wird an seinem südlichen Gradienten von Tiefdrucksystemen unterwandert © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Schwachgradientige Großwetterlage

Nach der Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells gelingt es weder den Tiefdruckgebieten, noch dem Hoch einen maßgeblichen und nachhaltigen Einfluss auf Mitteleuropa auszuüben.

Gemäßigt warm

Im Zeitraum vom 1. bis 3. August gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine nördliche Grundströmung, welche von dem Hoch über Grönland und einem Tief über der Barentssee hervorgerufen wird. Die Temperaturen kühlen sich bei einer mäßig erhöhten Schauerneigung auf +20 bis +25 Grad ab, was einem Jahreszeit-typischen Temperaturspektrum entspricht.

Tiefdrucksysteme nähern sich Mitteleuropa

Der Einfluss des Tiefdrucksystems über der Barentssee schwindet im Zeitraum vom 3. bis 5. August und die atlantischen Tiefdruckgebiete rücken in Richtung England vor. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das eine Südwestwetterlage zur Folge, was die Tageswerte auf +24 bis +28 Grad und örtlich bis an die +30 Grad Marke ansteigen lassen kann.

Tiefdrucksysteme greifen auf Mitteleuropa über und sorgen neben Schauern und Gewittern für ansteigende Temperaturen
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Tiefdrucksysteme greifen auf Mitteleuropa über und sorgen neben Schauern und Gewittern für ansteigende Temperaturen © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Südwest gegen Nordost

Das Tiefdrucksystem über der Barentssee wird im Zeitraum vom 1. bis 6. August nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells recht kräftig berechnet und führt im Verbund mit dem Hoch über dem europäischen Nordmeer kühlere Luftmassen nach Süden.

Kalt und warm prallen aufeinander

Gleichzeitig aber positioniert sich die atlantische Tiefdruckaktivität zwischen Island und England und pumpt auf seiner Vorderseite warme und feuchte Luftmassen nach Norden. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten in einem gradientenschwachen Umfeld.

Die Folge daraus ist ein leicht unbeständiger und zu Schauern und Gewittern neigender Wettercharakter. Mit einer nördlichen Grundströmung sinken die Werte bis zum 4. August auf +19 bis +24 Grad ab und können über dem Südwesten bis +28 Grad erreichen. Vom 4. bis 6. August dreht die Grundströmung auf südwestliche Richtungen und führt mit +27 bis +33 Grad schwül-warme Luftmassen nach Mitteleuropa, was die Gewitterneigung ansteigen lassen kann.

Großwetterlage mit Unwetterpotential

Vom 7. bis 11. August positioniert sich das Tief über England und verstärkt sich in diesem Prozess. So können aus südwestlichen Richtungen weiterhin schwül-warme Luftmassen advehiert werden, was die Tageswerte im Bereich der +30 Grad Marke einpendeln lässt, doch werden die Schauer und Gewitter zunehmend unwetterartig ausfallen können.

Eine zu Schauern und Gewittern neigende Südwestwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine zu Schauern und Gewittern neigende Südwestwetterlage © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Über dem Norden leicht zu kühler Temperaturtrend

Als sehr wahrscheinlich gilt zwischenzeitlich die strukturelle Veränderung der Großwetterlage Ende Juli und Anfang August. Bestätigt wird dies seit mehreren Tagen von den Kontrollläufen - so auch heute wieder.

Die Hitze hat mit dem 25. Juli ihren Höhepunkt erreicht und die Werte normalisieren sich zum Ende des zweiten Sommermonats. Für den August zeichnet sich über dem Westen, Süden und Osten eine weitgehend Jahreszeit-typische Temperaturentwicklung ab, welche über dem Norden leicht zu kühl ausfallen kann.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
31. Juli +15 bis
+23 Grad
+19
bis +20 Grad
5. August +16 bis
+30 Grad
+22 bis
+24 Grad
10. August +16 bis
+28 Grad
+20 bis
+21 Grad
Diagramm Temperaturen August 2019 vom 26.07.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wie wahrscheinlich ist der Wetterumschwung im August?

Entscheidend ist die Verlagerung des aktuellen Hitze-Hochs von Skandinavien in Richtung europäisches Nordmeer und Grönland. Was in den letzten Tagen noch eine unsichere Entwicklung war, wird nun zunehmend wahrscheinlicher. Deutlicher zeigt sich das in den sog. Druckanomalien. Das Tiefdruckzentrum zwischen Island und England weitet zunehmend seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland aus, was die Niederschlagsneigung in den mäßig erhöhten Bereich ansteigen lassen kann.

Druckanomalie bis 5. August
Druckanomalie bis 5. August - Die Großwetterlage verändert sich zum August © climatereanalyzer.org

Mehr Niederschlag

Beide Vorhersage-Modelle berechnen eine von Ende Juli bis zum 5. August ansteigende Niederschlagsaktivität. Simuliert werden Niederschlagssummen von verbreitet 15 bis 30 l/m² und örtlich bis 60 l/m². Etwas weniger Niederschlag kann mit 5 bis 20 l/m² über der Mitte von Baden-Württemberg und Bayern erwartet werden, während entlang des Alpenrandes zwischen 50 bis 80 l/m² an Regen niedergehen kann.

Auf den Punkt gebracht

Der Wetterwechsel ist eine für Anfang August sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung, welche die Temperaturwerte verbreitet auf ein Jahreszeit-typisches Niveau absinken lassen kann. Mit einer Hitze-Welle von mehr als +35 Grad ist vorerst nicht mehr zu rechnen - vielmehr pendeln sich die Werte um die +25 Grad Marke ein und können je nach Sonnenscheindauer oder Niederschlagsaktivität darüber oder auch darunter liegen. Die Niederschlagsneigung nimmt insgesamt zu.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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