Temperatursturz über dem Süden. Die kühlen Luftmassen aus nördlichen Richtungen setzt sich über dem Süden durch und prägen fortan auch dort das Wettergeschehen. Der Sommer erhält einen Dämpfer und die Frage ist, wie lange die zeitweilig zu kühle Wetterentwicklung anhalten wird.

Deutschland gelangt in den kommenden Tagen in den Zustrom kühler Luftmassen aus nördlichen Richtungen. Verbreitet gehen die Werte auf +16 bis +22 Grad zurück und können in den Nächten unter die +10 Grad Marke absinken. Mancherorts ist unter bestimmten Voraussetzungen in den Nächten (8. bis 10. Juli) auch Bodenfrost nicht auszuschließen.

Über dem Süden sind am Samstag und Sonntag kräftigere Schauer und Gewitter zu erwarten, welche örtlich auch unwetterartig ausfallen können (Gewitterradar), sonst sind bei wechselnder bis starker Bewölkung immer wieder Schauer - meist der leichten Art - zu erwarten. Der Wind kommt überwiegend aus nordwestlichen Richtungen und kann über der Nordhälfte böig auffrischen. Der Sommer macht Pause. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juli 2019.

Eine kühle Brise aus nördlichen Richtungen sorgt auch über dem Süden für einen Wetterumschwung
Eine kühle Brise aus nördlichen Richtungen sorgt auch über dem Süden für einen Wetterumschwung

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Rückseitenwetter

Ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien zieht in den kommenden Tagen weiter nach Osten und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in eine nördliche Grundströmung - auch Rückseitenwetter genannt. Da kühlere Luftmassen nicht so viel an Feuchtigkeit speichern können, fällt die Niederschlagsneigung geringer aus. Simuliert werden bis zum Donnerstag Niederschlagssummen von 7 bis 15 l/m² über dem Norden und Westen und 10 bis 30 l/m² und örtlich bis 40 l/m² über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern. Über weite Teile von Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, sowie dem nördlichen Baden-Württemberg und Bayern ist bis zum 11. Juli nur mit wenig Niederschlag zu rechnen.

Kühles Rückseitenwetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Kühles Rückseitenwetter © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: gemäßigtes Sommerwetter

Das Tief über Skandinavien zieht nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells ab dem 9. Juli nach Nordosten in Richtung der Barentssee ab und verliert damit seinen Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa - gleichzeitig wird mit der Tiefdruckverlagerung der Kaltluftzustrom beendet.

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Wenig Dynamik - mehr Niederschlag

Im Zeitraum vom 11. bis 15. Juli liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz in einem gradientenschwachen Wetterumfeld, bei der sich weder ein Hoch, noch tiefer Luftdruck behaupten kann. Bei einer labilen Luftschichtung kommt es zudem immer wieder zu - teils kräftigen und unwetterartigen - Schauern und Gewittern.

Die Niederschlagssummen werden bis zum 16. Juli verbreitet zwischen 10 bis 30 l/m², über dem Osten und Süden auf 20 bis 60 l/m² und über dem Westen und Nordwesten auf 5 bis 15 l/m² simuliert. Die Temperaturen pendeln sich auf +20 bis +25 Grad ein und können mit länger andauernden Niederschlägen unter die +20 Grad Marke absinken.

Stabiles und heißes Sommerwetter ist nicht zu erwarten
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Stabiles und heißes Sommerwetter ist nicht zu erwarten © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Sommer-Light

Die Tiefdruckaktivität über Skandinavien zieht nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells nach Osten ab, bleibt aber im Bereich der Ostsee und dem westlichen Russland präsent. Zur gleichen Zeit strebt vom 11. bis 15. Juli ein Hochdruckkeil von den Azoren in Richtung Skandinavien.

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Nördliche Grundströmung bleibt erhalten

Im Verbund der beiden Wettersysteme bleibt eine nördliche Grundströmung bis zum 15. Juli erhalten. Da das Hoch aber näher an Mitteleuropa heranrückt, können sich die Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf +17 bis +23 Grad erwärmen - örtlich sind über dem Südwesten bis +25 Grad möglich - Sommerwetter light sozusagen.

Sommerlich warm, aber keine stabile Wetterentwicklung

Im Zeitraum vom 15. bis 21. Juli wird der Hochdruckkeil abgebaut und die Tiefdrucksysteme formieren sich zwischen Island und England. Der hohe Luftdruck zieht sich über die Mittelmeerregion zurück und es stellt sich über Mitteleuropa eine schwül-warme bis heiße Südwestwetterlage ein. Bei einer zunehmenden Schauer- und Gewitterneigung steigen die Temperaturen auf +22 bis +27 Grad und örtlich bis +32 Grad an.

Die Neigung zu Schauern und Gewittern nimmt bei ansteigenden Temperaturen zu
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Neigung zu Schauern und Gewittern nimmt bei ansteigenden Temperaturen zu © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Kühle Wetterphase

Der kälteste Tag wird nach wie vor um den 9. Juli herum simuliert. Darüber hinaus steigt das Temperaturniveau sehr langsam in einem für die Jahreszeit-typischen Bereich an, wenngleich es über dem Norden noch bis zum 15. Juli dauern könnte, bis Normwerte erreicht werden können. Im Zeitraum vom 16. bis 21. Juli setzt sich der leicht positiv werdende Temperaturtrend fort. Eine Hitzewelle ist nach der Wettervorhersage der Kontrollläufe nicht auszumachen.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
12. Juli +15 bis
+24 Grad
+18 bis
+20 Grad
16. Juli +13 bis
+27 Grad
+19 bis
+21 Grad
21. Juli +13 bis
+30 Grad
+22 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2019 vom 06.07.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Der Sommer erhält einen Dämpfer und auch über dem Süden setzen sich im Verlauf der kommenden Woche die kühlen Luftmassen durch. Aktuell ist der Juli 2019 in seinem Mittel im Vergleich zum langjährigen Durchschnittswert um +1,1 Grad zu warm. Das stimmt nicht, werden jetzt die Norddeutschen sagen und sie haben für ihre Region recht. Über dem Norden ist der Juli bisweilen um -0,5 Grad etwas zu kühl ausgefallen. Das kälteste Bundesland ist mit einer Abweichung von -1,3 Grad Schleswig-Holstein.

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Anders die Situation über dem Süden. Verbreitet ist der Juli dort um +2 Grad zu warm und das Maximum liegt einer Abweichung von +5,8 Grad über dem Südwesten. Das wärmste Bundesland ist mit einem Temperaturüberschuss von +3,3 Grad Baden-Württemberg. Im Flächenmittel aber ist der Juli über Deutschland bisweilen zu warm.

Der Überschuss wird im Verlauf der kommenden Woche rasch abgebaut werden und am Ende der Woche auch in den leicht zu kühlen Bereich absinken können. Zur Monatsmitte hin zeigt sich in den Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle und der Kontrollläufe eine Normalisierung der Temperaturwerte mit einem positiven Verlauf zur letzten Juli-Dekade. Kurzum hat der Juli am Ende eine höhere Wahrscheinlichkeit normal bis etwas zu warm auszufallen. Das stützt auch der Wettertrend des Langfristmodells.

Die Niederschlagsneigung steigt an, doch großartige Niederschlagsmengen werden noch nicht einheitlich berechnet. Eine stabile Wetterentwicklung ist in der gesamten zweiten Juli-Dekade nicht zu erwarten. Stattdessen befinden sich Deutschland, Österreich und die Schweiz in einem gradientenschwachen Wetterumfeld, was zu gelegentlichen Schauern und Gewittern führen kann. Das Langfristmodell simuliert einen deutlich zu trockenen Juli 2019.

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