Wetter Sommer 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2019 aktuelle Wetterprognose vom 26.06.2019 - Durchwachsenes und zunehmend gemäßigtes Sommerwetter?

  • M. Hoffmann

Der Hitze folgt im Juli ein markanter Temperaturrückgang. Der Grund ist eine Umstellung der Großwetterlage. Ob dieser Wetterumschwung aber auch nachhaltig, oder nur eine vorübergehende Erscheinung ist, hängt von der Stabilität eines Tiefdruckzentrums ab.

Außergewöhnlich sind die aktuellen Temperaturwerte und möglicherweise könnte heute ein neuer Temperaturrekord im Juni aufgestellt werden, wenn der Wert von +38,2 Grad überschritten wird (aktuelle Temperaturen). Zwar wird es am Donnerstag und Freitag von Norden etwas kühler, doch der sommerliche warme und trockene Wettercharakter bleibt weitgehend erhalten. Zum Wochenende steigen die Werte erneut in den hochsommerlich warmen Bereich an.

Doch so bleibt es nicht. Anfang Juli kommt es mit einem Rückgang der Temperaturen im Mittel von 15 Grad zu einem regelrechten Temperatursturz. Doch anstatt mit viel Getöse geht der Wetterumschwung - zum aktuellen Stand - relativ ruhig vonstatten. Ändert sich das Setup in den kommenden Stunden etwas, so wären auch unwetterartige Wettererscheinungen möglich. Details bleiben abzuwarten. Das Temperaturspektrum pendelt sich in den ersten Juli-Tagen auf +18 bis +24 Grad ein. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juli 2019.

Wetterwechsel im Juli
Wetterwechsel im Juli

Wetterwechsel zum Beginn des zweiten Sommermonats

Seit einigen Tagen berechnen die Vorhersage-Modelle die Verlagerung eines Tiefdrucksystems in Richtung Skandinavien und nachfolgend konzentriert sich der hohe Luftdruck auf dem Atlantik. Da sich Hochdrucksysteme im und Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn drehen, kommt es eben zur Zufuhr kühlerer Luftmassen aus nördlichen Richtungen.

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Die Frage, die man sich stellen kann: ist die Abkühlung nun eine vorübergehende Erscheinung, oder aber im Siebenschläferzeitraum Richtungweisend für den Sommer 2019? Oder anders formuliert: Hat der Sommer mit dem Juni schon sein Pulver verschossen?

Temperatursturz Anfang Juli
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Temperatursturz Anfang Juli © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Gemäßigtes und unbeständiges Sommerwetter

Der kühlste Tag könnte nach der Wettervorhersage des europäischen Prognose-Modells am 3. Juli erreicht werden. Nachfolgend kämpfen ein Hochdruckkeil und eine Tiefdruckrinne auf dem Atlantik um die Vorherrschaft über die weitere Wetterentwicklung. Zum aktuellen Stand wird das Hochdrucksystem über Mitteleuropa - und auf dem Atlantik - zunehmend passiver, was den Tiefdruckgebieten mehr Spielraum gibt, sich über Deutschland auszudehnen und den Wettercharakter nachhaltig zu verändern.

Die Temperaturprognose des europäischen Vorhersage-Modell zeigt im Vergleich zu heute gemäßigtere Werte. So werden bspw. am 3. Juli Tageswerte von +18 bis +24 Grad und am 5. Juli von +24 bis +28 Grad. Die Niederschlagsmenge ist bis zum 5. Juli nördlich der Linie von Stuttgart und Berlin als gering und südlich davon als leicht erhöht zu bewerten. Mehr Niederschlag ist entlang des Alpenrandes zu erwarten.

Gemäßigtes und abwechslungsreiches Sommerwetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Gemäßigtes und abwechslungsreiches Sommerwetter © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Unbeständiges Sommerwetter bei einem Auf und Ab der Temperaturen

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Geht es nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells, so etabliert sich die atlantische Tiefdruckrinne bis zum 7. Juli zwischen Neufundland, Island und Skandinavien. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden immer wieder von den Tiefdruckausläufern beeinflusst, was häufiger zu Niederschlägen führen kann. Doch der Hochdruckkeil des Azorenhochs ist nicht weit entfernt, was die Niederschlagsneigung in Grenzen hält.

Zwischen hochsommerlicher Hitze und sommerlicher Frische

Das Hochdrucksystem verhält sich im Verlauf der ersten Juli-Dekade weitgehend passiv und die aktive Wetterentwicklung wird von den Tiefdrucksystemen aus gesteuert. Mit einer entsprechenden Vorderseitenanströmung können die Temperaturen vom 4. bis 5. Juli auf +25 bis +30 Grad und örtlich bis +32 Grad anstiegen. Verlagert sich das Tief weiter nach Osten, so gelangt Deutschland auf die kühlere Rückseitenströmung, was sich bspw. mit +17 bis +23 Grad am 7. Juli bemerkbar machen könnte.

Keine stabile Wetterentwicklung bei einem Auf und Ab der Temperaturen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Keine stabile Wetterentwicklung bei einem Auf und Ab der Temperaturen © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Breites Spektrum, normaler Wettertrend

Das Entwicklungsspektrum ist im Zeitraum vom 4. bis 12. Juli hoch und lässt ein Spielraum von hochsommerlichen Hitzewerten, bis hin zu deutlich zu kalten Werten zu. Das Spektrum bewegt sich in ca. 1.500 Meter Höhe von 0 bis 20 Grad - eine Differenz von 20 Grad!

Das Temperaturspektrum in tieferen Lagen bewegt sich am 4. Juli zwischen +15 bis +29 Grad (Mittelwert: 18 bis 21 Grad), am 7. Juli zwischen +14 bis +30 Grad (Mittelwert: +20 bis +22 Grad) und am 11. Juli zwischen +14 bis +31 Grad (Mittelwert: +21 Grad). Der aktuelle Mittelwert liegt bei +31 Grad. Anders formuliert wird deutlicher, dass das Sommerwetter in der ersten Juli-Dekade mit hoher Wahrscheinlichkeit gemäßigter verlaufen wird.

Die Niederschlagsneigung ist im Zeitraum vom 1. bis 11. Juli über dem Norden und Westen leicht und über dem Süden und Osten leicht bis mäßig erhöht.

Diagramm Temperaturen Juni 2019 vom 26.06.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wettertrend nach dem Langfristmodell: Wie wird der Sommer 2019?

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  • Der Juni wird definitiv deutlich zu warm ausfallen und kumuliert man die Werte der kommenden Tage zur aktuellen Abweichung von rund +3,9 Grad hinzu, so steht am Ende eine 4 vor dem Komma. Der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stammte aus dem Jahre 2003. Damals betrug die Abweichung +3,95 Grad. Der Juni ist also drauf und dran gleich zwei Wetterrekorde einzustellen. In der Niederschlagsbilanz hat der Juli zu 71 Prozent sein Soll erfüllt und da in den kommenden Tagen kaum mehr Niederschläge zu erwarten sind, wird der Juni 2019 auch zu trocken ausfallen, wenngleich die Niederschläge im Juni ungleich verteilt waren.
  • Im Vergleich zum Juni ist die Wetterprognose für den Juli nach dem Langfristmodell zum aktuellen Stand deutlich gemäßigter. Die Abweichung der Temperaturen liegt im Vergleich zum langjährigen Mittelwert zwischen -0,5 bis +1 Grad in einem normalen bis leicht zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem Sollwert unauffällig zu bewerten.
  • Ähnlich auch die Wetterprognose für den August 2019. Die Abweichung beträgt -0,5 bis +1 Grad und die Niederschlagsprognose ist als unauffällig zu bewerten.
Abweichungen der Temperaturen im Sommer 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2019 +4 Grad Trend: etwas zu trocken
Juli 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis etwas zu trocken
August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2019 vom 26.06.2019
Diagramm der Temperaturprognose Sommer 2019

Auf den Punkt gebracht

Der Juni ist weiterhin auf Rekordjagd und macht eines deutlich - der Klimawandel zeigt sich mit seinen Auswirkungen zunehmend beim Wetter, denn es gilt nach wie vor: Das Klima und das Wetter sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Von den vergangenen 15 Monaten waren 14 zu warm und 11 davon waren teils erheblich zu trocken. Die Wetterrekorde wurden größtenteils in den letzten 20 Jahren aufgestellt und im Vergleich zum langjährigen Mittelwert waren die letzten zwei Dekaden im Schnitt um +1,25 Grad zu warm. Das sei am Rande einmal bemerkt.

Nichtsdestotrotz liegt der Fokus auf dem Wetterumschwung im Juli. Ob dieser nachhaltig ist oder nicht, hängt von der Stabilität der atlantischen Tiefdruckrinne und dem Verhalten des Azorenhochs ab. Wahrscheinlich ist zum aktuellen Stand eine gemäßigte Variante mit einem Auf und Ab der Temperaturen bei einem durchwachsenen Wettercharakter. Dass der Sommer 2019 aber der 23. zu warme Sommer in Folge werden kann, ist bereits zum derzeitigen Stand sehr wahrscheinlich, denn dass sowohl der Juli, als auch der August um jeweils -2 Grad zu kalt ausfallen werden, ist wenig wahrscheinlich.

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2018 +3,8 +3,0 +2,6 105 l/m² - zu nass
Gesamtjahr 2019 +10,87 +1,95 +1,28 675 l/m²

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommerwetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wetter­singularitäten, welche im Sommer häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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