Die kommenden Tage werden spürbar wärmer und mit einer hohen Luftfeuchtigkeit steigt die Neigung zu Schauern und Gewittern an - örtlich auch unwetterartig. Ob sich darüber hinaus die Großwetterlage wird stabilisieren können, hängt von der Durchsetzungskraft eines Hochdruckkeils ab.

Kräftige und teils auch unwetterartige Schauer und Gewitter (Gewitterradar) sind in den kommenden Tagen zu erwarten. Die Temperaturen aber erreichen mit einer Südwestanströmung der Luftmassen und Werten von +24 bis +28 Grad verbreitet sommerlich warme Werte. Mit länger andauerndem Sonnenschein sind auch bis +30 Grad und darüber hinaus möglich, während mit Schauern die Werte auf +20 Grad absinken können. In Summe aber sind die Temperaturen der kommenden Tage im Vergleich zum langjährigen Mittelwert als zu warm zu bewerten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juni 2019.

Stabiles Sommerwetter ist vorerst nicht zu erwarten
Stabiles Sommerwetter ist vorerst nicht zu erwarten

loading...
  Aktuell sind Wetterwarnungen aktiv
  Regenradar

Regenradar

Regenradar Deutschland
Regenradar mit erweiterten Funktionen
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)
  Aktuelle Wetterkarten

Heiße Südwestströmung

Das bislang über England wetterbestimmende Tiefdrucksystem verlagert sich weiter nach Westen auf den Atlantik und ermöglicht es dem Azorenhoch einen Keil in Richtung Mitteleuropa aufzubauen. Im Verbund der beiden Wettersysteme dreht die Grundströmung auf südwestliche Richtungen und führt in der Höhe sehr warme - aber auch feuchte Luftmassen - nach Deutschland. Bei schwül-warmen Verhältnissen und einer insgesamt labilen Luftschichtung kommt es immer wieder zu Schauern und Gewittern unterschiedlichster Intensität.

Eine Südwestwetterlage sorgt in den kommenden Tagen für schwül-warmes Wetter mit Schauern und Gewittern
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine Südwestwetterlage sorgt in den kommenden Tagen für schwül-warmes Wetter mit Schauern und Gewittern © www.meteociel.fr

Wettervorhersage dem europäischen Vorhersage-Modell: Störeinflüsse

Es wird in den kommenden Tagen für die Wetterentwicklung von entscheidender Bedeutung sein, wie sich der Hochdruckkeil über Mitteleuropa positioniert und ob er an Stabilität zulegen kann. Geht es nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells, wird dieses Vorhaben nicht gelingen und der unbeständige Wettercharakter bleibt vorerst bis zum 24. Juni erhalten.

Anzeige

Zwischen Hoch- und Tiefdruckeinfluss

Im Grunde berechnet das europäische Prognose-Modell eine weder-noch Entwicklung der Großwetterlage. Hoch- und Tiefdrucksysteme geben sich über Mitteleuropa sozusagen die Klinke in die Hand. Infolge daraus entsteht ein Mischwetter mit Schauer und Gewittern und örtlich länger andauernden Regenphasen bei zurückgehenden Temperaturen anschließend nimmt die Sonnenscheindauer wieder zu und das Temperaturniveau stiegt in den sommerlichen Bereich an.

Hoch und Tief im Wechsel - eine stabile Großwetterlage ist nicht zu erwarten
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Hoch und Tief im Wechsel - eine stabile Großwetterlage ist nicht zu erwarten © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Keine stabile Großwetterlage

Die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells ist ganz ähnlich. Die Tiefdruckaktivität setzt sich im Zeitraum vom 19. bis 28. Juni immer wieder bis nach Skandinavien durch und etabliert auf dem Atlantik eine von Neufundland über Island bis nach Skandinavien reichende Tiefdruckrinne.

Regen, Schauer, Gewitter und Sonnenschein - von allem etwas

Und so wird es im gesamten Zeitraum immer wieder zu Schauern und Gewittern kommen, welche örtlich kräftiger und unwetterartig ausfallen können. Die Temperaturen pendeln sich auf +22 bis +27 Grad ein und können phasenweise über die +30 Grad Marke ansteigen und mit Niederschlag auf die +20 Grad Marke absinken. Im Vergleich aber zum langjährigen Mittelwert sind diese Temperaturen etwas zu warm.

Auch hier - keine stabile Wetterentwicklung
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Auch hier - keine stabile Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Mischwetter mit Trend zur Normalisierung

Schaut man sich den Temperaturtrend der Kontrollläufe an, so ist dieser im Zeitraum vom 14. bis 21. Juni mit einer schwankenden Abweichung von +1 bis +6 Grad durchweg positiv besetzt. Kalte Varianten haben in diesen Zeitraum eine nur sehr geringe Durchsetzungswahrscheinlichkeit. Das könnte sich aber nach dem 24. Juni ändern, denn tendenziell neigt sich das Spektrum mehr und mehr seinem Mittelwert an.

Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 21. Juni zwischen +16 bis +30 Grad (Mittelwert: +22 bis +24 Grad) und am 28. Juni zwischen +14 bis +30 Grad (Mittelwert: +20 Grad).

Diagramm Temperaturen Juni 2019 vom 14.06.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Gemäßigtes Niederschlagsverhalten

Gestützt wird von den Kontrollläufen aber auch ein bis weit in das letzte Juni-Drittel hineinreichend unbeständiger Wettercharakter. Schauer und Gewitter und zwischendurch auch mal länger andauernde Regen- und sonnige Phasen sind zu erwarten.

Anzeige

Wettertrend nach dem Langfristmodell: Wie wird der Sommer 2019?

  • Man braucht nicht viel Fantasie. Der Juni hat aktuell eine Abweichung der Temperaturen von rund +3 Grad und das Niveau wird in den kommenden Tagen noch etwas ansteigen können. Kaltluftphasen sind nicht auszumachen. Kurzum hat das Wette im Juni 2019 eine hohe Wahrscheinlichkeit deutlich zu warm auszufallen, was vom Langfristmodell mit einer Abweichung vom langjährigen Mittelwert mit +1 bis +2 Grad bestätigt wird. Die Niederschlagsprognose ist über den westlichen Landesteilen erhöht und über dem Südosten deutlich zu trocken zu bewerten.
  • Der Juli 2019 wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend etwas zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose ist deutlich negativ (zu trocken).
  • Die Wetterprognose für den August 2019 bleibt mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert unauffällig und kann im Trend mit bis +1 Grad auch etwas zu warm ausfallen. Die Niederschlagsprognose ist negativ (zu trocken) zu bewerten.
Abweichungen der Temperaturen im Sommer 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2019 +1 bis +2 Grad Trend: normal
Juli 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2019 vom 14.06.2019
Diagramm der Temperaturprognose Sommer 2019

Auf den Punkt gebracht

Eine stabile Großwetterlage ist weiterhin nicht zu erwarten, dafür aber eine deutlich zu warme Temperaturentwicklung. Der erste Sommermonat wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit deutlich zu warm ausfallen können. Geht es nach dem Wettertrend des Langfristmodells, ist eine stabile Sommerwetterlage - zum aktuellen Stand - im Juni und August infrage zu stellen. Und so bleibt der Trend der letzten Wochen bestehen: Ein zu warmer Sommer 2019 mit einem durchwachsenen Charakter.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen