Ein Tief über England sorgt über Deutschland für einen unbeständigen und mäßig warmen Wettercharakter. Das Tiefdruckgebiet kann im weiteren Verlauf für eine nachhaltige Veränderung der Großwetterlage n Richtung stabiles Sommerwetter - oder einer Zonalisierung - beitragen, entscheidend ist dessen Positionierung.

Kräftige und örtlich unwetterartige Schauer und Gewitter ziehen in den kommenden Stunden über Deutschland hinweg (Gewitterradar). Im weiteren Wochenverlauf normalisiert sich der Wettercharakter und die Temperaturen gehen etwas zurück, bleiben aber in einem Jahreszeit-typischen Umfeld.

Zum kommenden Wochenende werden wieder wärmere, aber auch feuchtere Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Neigung zu Schauern und Gewitter ansteigen lassen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juni 2019.

Unbeständiges Sommerwetter
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Abwechslungsreiches Sommerwetter

Ein Tiefdrucksystem über England sorgt für den im Verlauf der Woche abwechslungsreichen Wettercharakter. Dehnt es sich nach Osten aus, wird es etwas kühler, weicht es nach Westen zurück, so wird es wärmer und feuchter. Erst wenn dieses Tiefdrucksystem seine Position verändert, ist auch mit einer grundlegenden Veränderung beim Wetter zu rechnen.

Ein eingekapseltes Tiefdruckgebiet vor Mitteleuropa sorgt für einen unbeständigen Juni
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein eingekapseltes Tiefdruckgebiet vor Mitteleuropa sorgt für einen unbeständigen Juni © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Hochdruck zur letzten Juni-Dekade

Die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells simuliert das Tiefdrucksystem in einer für Deutschland dominanten Position bis zum 17. Juni. Dabei dehnt es sich etwas weiter nach Osten aus und sorgt zum kommenden Wochenende für einen rasanten Temperaturanstieg und nachfolgenden - kräftigen - Schauern und Gewittern.

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Hoch Mitteleuropa

Im Zeitraum vom 17. bis 20. Juni gelingt es dem Tief, sich aus seiner Isolation zu befreien und verlagert sich nach Westen in Richtung Island, um anschließend in die atlantische Tiefdruckrinne überzugehen. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik gewinnt an Dynamik und schiebt das Azorenhoch weiter nach Osten, sodass sich über Mitteleuropa ein autarkes Hochdrucksystem ausbilden kann. Die Niederschlagsneigung nimmt ab und die Temperaturen steigen an. Dieses Hochdrucksystem wurde bereits gestern in einer ähnlichen Variante berechnet und kann als erstes Indiz für eine stabiler werdende Großwetterlage gewertet werden.

Ein Hoch über Mitteleuropa - Ein Ansatz zur Stabilisierung der Großwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Ein Hoch über Mitteleuropa - Ein Ansatz zur Stabilisierung der Großwetterlage © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Von einer Stabilisierung noch weit entfernt

Nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells gelingt es dem Tief sich im Verlauf der Woche aus seiner Isolation zu befreien, bleibt jedoch in seiner Position über England nahezu ortstreu. Und so bleibt der unbeständige Wettercharakter über Deutschland vorerst einmal erhalten.

Aktive Tiefdruckrinne

Im Zeitraum vom 17. bis 19. Juni stabilisiert sich die atlantische Tiefdruckrinne und gewinnt an Dynamik. Infolge dieser Aktivität entsteht eine über Deutschland, Österreich und der Schweiz feucht-warme Südwestströmung. Schauer und Gewitter bleiben nach dieser Wetterprognose bis zum 22. Juni präsent. Zeitweilig können die Wettererscheinungen auch unwetterartig ausfallen.

Hochdruckwetter

Ganz ähnlich wie nach dem europäischen Vorhersage-Modell - jedoch mit einem zeitlichen Versatz - baut sich vom 23. bis 25. Juni eine Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa auf und sorgt für eine langsame Stabilisierung der Wetterlage. Die Temperaturen bleiben vorerst für die Jahreszeit typisch und können vom 20. bis 25. Juni gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen.

Die Stabilisierung erfolgt erst in der letzten Juni-Dekade
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Stabilisierung erfolgt erst in der letzten Juni-Dekade © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: zu warmes Juni-Wetter

Im Verlauf der Woche ist mit einem zu warmen Temperaturniveau zu rechnen, welcher am 14./15. Juni seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht und im weiteren Verlauf sich normalisiert, im Trend jedoch zu warm bleibt.

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Das Temperaturspektrum liegt am 18. Juni zwischen +13 bis +28 Grad (Mittelwert: +20 bis +22 Grad) und am 25. Juni zwischen +15 bis +30 Grad (Mittelwert: +22 bis +23 Grad).

Vorerst keine stabile Großwetterlage

Im gesamten Zeitraum berechnen die Kontrollläufe bis zum 25. Juni eine von Nord nach Süd ansteigende, aber leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit. Das unterstreicht im Grunde die Wetterprognose der beiden Wettermodelle und macht eine gemäßigt warme, aber feuchte Südwestwetterlage plausibel.

Diagramm Temperaturen Juni 2019 vom 10.06.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Die gestörte Zirkulation

Kurz zur Definition und stark vereinfacht ausgedrückt: Alles was eine West-Ost Strömung verhindert, zählt zu der gestörten Zirkulation. Meist geschieht das in Form einer Hochdruckblockade auf dem Atlantik (meridionales Strömungsmuster), oder mit einem kräftigen Hoch über Nordeuropa (Ost-West). Die gestörte Zirkulation hält nun unvermindert seit April an und in den Druckanomalien zeigt sich bis zum 20. Juni sehr deutlich, welche Schwierigkeiten die atlantische Frontalzone hat, sich zu entwickeln, bzw. im Ansatz einmal durchzusetzen.

Klar aber ist auch, dass wenn die Wettermaschinerie wieder im Schwung kommt und ein zonales Strömungsmuster in Gang gesetzt wird, mit einem weiterhin unbeständigen und mäßig warmen Wettercharakter zu rechnen ist. Aber so weit ist es noch nicht.

Druckanomalie bis 20. Juni
Druckanomalie bis 20. Juni - Gelingt es den atlantischen Tiefdrucksystemen die Hochdruckblockade zu beenden? © climatereanalyzer.org

Auf den Punkt gebracht

Die Wetterprognosen der letzten Tage bestätigen sich heute erneut. Eine Stabilisierung der Großwetterlage zeigt sich erst im Verlauf der letzten Juni-Dekade. Bis dahin dominiert ein unbeständiger Charakter das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mal mit deutlich zu warmen und mal mit gemäßigt warmen Temperaturwerten. Deutlich zu kalte Varianten spielen derzeit eine untergeordnete Rolle. Dafür sind aber in den jeweiligen Übergangsphasen auch unwetterartige Wetterereignisse nicht auszuschließen.

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