Wetter Sommer 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2019 aktuelle Wetterprognose vom 11.05.2019 - Vom Frühling in den Sommer?

Von den Eisheiligen zum Frühling und dann direkt in den Sommer? Möglich ist solch eine Wetterentwicklung durchaus, es kommt aber darauf an, wie sich ein hoch bei England weiter entwickelt und letztlich positionieren wird.

Über England dehnt sich in den kommenden Tagen hoher Luftdruck aus und sorgt an seinem östlichen Gradienten über Deutschland für eine nördliche Grundströmung. Der Wind frischt stark bis mäßig auf und tritt unangenehm in Erscheinung. Zudem werden kühlere Luftmassen herangeführt, was die Tageswerte bis zum Start in die neue Woche auf +10 bis +15 Grad und örtlich bis +8 Grad zurückgehen lassen kann. Sind am heutigen Samstag noch kräftige Niederschläge zu erwarten, so lässt die Niederschlagsneigung in den darauffolgenden Tagen nach und häufiger kommt die Sonne zum Vorschein. Nach der Wochenmitte wagt sich der Frühling nach Deutschland vor. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Mai 2019.

Vom Frühling in den Sommer?
Vom Frühling in den Sommer?

Der Frühling kommt aus dem Nordosten

Seit einiger Zeit berichten wir über die gestörte Zirkulation, welche ein von West nach Ost verlaufendes Strömungsmuster verhindert und so ist es nicht weiters verwunderlich, wenn der Frühling im Verlauf der kommenden Woche aus nordöstlichen Richtungen Einzug hält. Das ist aber nur mit Hilfe eines Tiefdruckgebietes über der Mittelmeerregion möglich.

Und dieses Tiefdruckgebiet ist in der kommenden Woche in Sachen Niederschlag noch ein gehöriger Unsicherheitsfaktor. Warum? Zum aktuellen Stand wird das Tief schwachgradientig berechnet und der Einfluss auf das Wetter über Deutschland ist als gering einzustufen. Gewinnt nun das Tief aber an Dynamik und verlagert sich etwas weiter nach Norden, so können über dem Süden ergiebige und länger andauernde Niederschläge möglich sein.

Deutlicher wird das, wenn man sich die Niederschlagsprognose bis Dienstag anschaut. Entlang der Mittelgebirge können zwischen 20 bis 40 l/m², über weite Teile von Baden-Württemberg und Bayern 5 bis 15 l/m² und entlang der Alpen zwischen 40 bis 60 l/m² erwartet werden. Über dem Norden fällt die Niederschlagsprognose mit 0 bis 5 l/m² deutlich geringer aus. Über den Alpen, der östlichen Schweiz, vor allem aber über Osterreich können Niederschlagssummen von 40 bis 80 l/m² und örtlich bis 100 l/m² erreicht werden. Verlagert sich das Tiefdrucksystem also etwas weiter nach Norden, so wird es über dem Süden zu deutlich mehr Niederschlag kommen.

Der Frühling kommt im Verlauf der kommenden Woche zwischen einem Hoch und Tief aus nordöstlichen Richtungen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Frühling kommt im Verlauf der kommenden Woche zwischen einem Hoch und Tief aus nordöstlichen Richtungen © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Aus Frühling wird Sommer

Das Hochdrucksystem verlagert sich vom 16. bis 20. Mai weiter in Richtung Island und Grönland und sorgt für eine weiterhin gestörte Zirkulation. Das Mittelmeertief verlagert sich weiter nach Osten und zieht über das westliche Russland nach Nordosten ab.

Sehr warme Vorderseitenströmung

Gleichzeitig wird in der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells ein kräftiger Tiefdruckwirbel auf dem Atlantik berechnet und tropft bis zum 22. Mai nach Süden in Richtung Portugal, Spanien und dem nördlichen Afrika ab. Auf der Tiefdruckvorderseite werden sehr warme Luftmassen nach Norden über die Mittelmeerregion bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt, was die Tageswerte bis zum 20. Mai auf +17 bis +23 Grad und zum 25. Mai auf +25 bis +30 Grad ansteigen lassen kann. Das sind sommerlich warme Werte und wird die +30 Grad Marke überschritten, befindet sich das Temperaturniveau im hochsommerlich warmen Bereich.

Da die Luftmassen aber von der Mittelmeerregion nach Deutschland gelangen, sind diese relativ feucht, was die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern - örtlich mit Unwetterpotential - grundsätzlich erhöht.

Aus südlichen Richtungen gelangen sehr warme Luftmassen nach Deutschland - vom Frühling in den Hochsommer?
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Aus südlichen Richtungen gelangen sehr warme Luftmassen nach Deutschland - vom Frühling in den Hochsommer? © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Feucht-warmes Frühlingswetter

Das Hochdrucksystem unternimmt nach der Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modell den Versuch sich im Zeitraum vom 15. bis 17. Mai über Skandinavien zu positionieren. Im weiteren Verlauf verlagert es sich in Richtung Island und Grönland und kommt am 20. Mai über dem östlichen Kanada an. Die Einflussnahme des Hochdrucksystems auf das Wetter über Mitteleuropa wird im Zeitraum vom 15. bis 20. Mai zunehmend geringer.

Schwachgradientiges Tiefdruckwetter

Die Tiefdruckdynamik steigt über Mitteleuropa an, bleibt aber in einem gradientenschwachen Bereich. Die Temperaturen erreichen +20 bis +25 Grad und können örtlich noch wärmer ausfallen. Die Niederschlagsneigung ist in Form von Schauern und Gewittern als hoch zu bewerten. Anders formuliert berechnet das europäische Vorhersage-Modell zum Beginn der letzten Mai-Dekade Waschküchen-, bzw. Wachstumswetter.

Gradientenschwaches, aber tiefdruckdominiertes Frühlingswetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Gradientenschwaches, aber tiefdruckdominiertes Frühlingswetter © www.meteociel.fr

Dem Sommer ein großes Stück näher

Der positive Temperaturtrend der Kontrollläufe der letzten Tage bestätigt sich heute erneut. Bis zum 17. Mai normalisiert sich das Spektrum weitgehend und geht darüber hinaus in einen für die Jahreszeit zu warmen Bereich über.

Das Temperaturspektrum bewegt sich am 20. Mai zwischen +9 bis +24 Grad (Mittelwert: +16 bis +18 Grad) und am 25. Mai zwischen +12 bis +29 Grad (Mittelwert: +20 bis +22 Grad). Die Niederschlagsneigung über dem Norden ist bis zum 17. Mai als schwach zu bewerten und steigt darüber hinaus in den leicht erhöhten Bereich an. Anders die Situation über dem Süden. Dort ist ab dem 18. Mai mit einer erhöhten Niederschlagsneigung (Schauer & Gewitter) zu rechnen. Das nachfolgende Diagramm zeigt - seit mehreren Tagen - eine deutliche Umkehr der Temperaturen von zu kühl in zu warm, was die Eintreffwahrscheinlichkeit grundsätzlich erhöht.

Diagramm Temperaturen Mai 2019 vom 11.05.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Normalisierung des Strömungsmusters?

Das ist die entscheidende Frage darüber, wie der Sommer im Juni wird beginnen und das Wetter über Pfingsten beeinflussen können.

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Schaut man sich zunächst einmal die Druckanomalien bis zum 21. Mai an, so sieht man noch den weitgehenden Erhalt der gestörten Zirkulation. Doch auf dem Atlantik verändert sich die Struktur langsam. Das Hoch selbst verlagert seinen Schwerpunkt von Grönland mehr in Richtung der Polarregion und der Weg in Richtung Mitteleuropa wird für der Tiefdrucksysteme weniger beschwerlich. Anders ausgedrückt sind die Prognosen der Vorhersage-Modell als plausibel zu bewerten. Eine feuchte und frühsommerlich warme Großwetterlage ist zum aktuellen Stand eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung.

Druckanomalie bis 21. Mai
Druckanomalie bis 21. Mai - Die gestörte Zirkulation bestimmt weiterhin das Wettergeschehen, doch zeigen sich strukturelle Veränderungen © climatereanalyzer.org

Auf den Punkt gebracht

Der Frühling ist nach den Eisheiligen auf einem guten Weg und die Wahrscheinlichkeit, dass in der letzten Mai-Dekade sommerlich warme Temperaturen erreicht werden können, erhöht sich von Tag zu Tag. Ein stabiler Wettercharakter ist in der letzten Mai-Dekade aber - zum aktuellen Stand - nicht zu erwarten. Stattdessen deutet vieles auf Wachstumswetter hin.

Spannend bleibt die Entwicklung hinsichtlich einer Normalisierung des Strömungsmusters. Anzeichen sind zu erkennen, die gab es in den letzten Wochen aber schon häufiger zu beobachten. Abwarten ist angesagt.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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