Die Eisheiligen haben in 2019 eine sehr hohe Eintreffwahrscheinlichkeit und treten etwa 7 Tage früher als für gewöhnlich auf. Wie kalt wird es werden und wo treten Nachtfröste auf?

Apriltypischer Start in den Mai - anders kann man es nicht formulieren. Zunächst erreichen am 1. und 2. Mai die Temperaturen mit +15 bis +20 Grad frühlingshaft milde Werte, doch im Zeitraum vom 3. bis 5. Mai sorgt ein markanter Temperaturrückgang für deutlich kühlere Werte. Der vorläufig kälteste Tag könne mit Werten von +5 bis +10 Grad am Samstag erreicht werden. Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab sind möglich, während die Schneefallgrenze bis auf die höheren mittleren Lagen absinken kann. Unter bestimmten Voraussetzungen wäre oberhalb etwa 600 bis 800 Meter kurzzeitig die Ausbildung einer Schneedecke möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Mai 2019.

Die erste Mai-Dekade kann zu kalt ausfallen
Die erste Mai-Dekade kann zu kalt ausfallen

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Viel zu warmer April 2019

Jetzt ist es amtlich: Das Wetter im April 2019 war deutlich zu warm. Aber nicht nur das - der April war der 13. zu warme Monat in Folge. Das kam seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881 bislang noch nie vor. Insofern eine bemerkenswerte Aneinanderreihung von zu warmen Monaten. Weitere Informationen zum Wetter im April.

Nachtfrost

Das Wetter macht es der Landwirtschaft nicht gerade leicht. Nach einem zu warmen und über weite Teile viel zu trockenem Aprilwetter droht in den Nächten vom 3. bis 6. Mai die Gefahr von Nachtfrost. Simuliert werden in der kältesten Nacht von 4. auf den 5. Mai Werte von +2 bis -5 Grad. Die negativen Werte sind aber nur dann möglich, wenn der Himmel aufklart. Sehr wahrscheinlich ist das zum aktuellen Stand entlang eines breiten Streifens vom Schwarzwald bis Usedom. Details hierzu bleiben noch abzuwarten und Veränderungen sind möglich.

Ein stark meridional verlaufendes Zirkulationsmuster sorgt Anfang Mai für Nachtfrost
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein stark meridional verlaufendes Zirkulationsmuster sorgt Anfang Mai für Nachtfrost © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Langsame Normalisierung

Auf der oben stehenden Wetterkarte zeigt es sich deutlich. So lange der Hochdruckkeil bestehen bleibt, wird sich an einem für die Jahreszeit zu kalten Temperaturcharakter wenig verändern. Dieser Hochdruckkeil gehört zu einer gestörten Zirkulation und verhindert den Durchbruch der atlantischen Frontalzone in Richtung Mitteleuropa.

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Damit sich das Zirkulationsmuster also normalisieren kann, muss das Hoch weichen. Nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells geschieht das im Zeitraum vom 6. bis 10. Mai nur sehr langsam und zögerlich. Das Hoch zieht sich mehr und mehr nach Grönland und Alaska zurück und die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik nehmen Kurs in Richtung Mitteleuropa.

Unbeständiges Wetter

Der Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt nach dieser Wetterprognose bis zum 15. Mai unbeständig. Zudem ist mal mit einem milden Vorderseiten- und nachfolgend kühlerem Rückseitenwetter zu rechnen. Die Niederschlagssummen werden bis zum 15. Mai verbreitet zwischen 30 bis 50 l/m² und örtlich bis 80 l/m² berechnet. Das ist ausreichend, liegt der langjährige Sollwert doch bei 71 l/m².

Normales Zirkulationsmuster mit einem Auf und Ab der Temperaturen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Normales Zirkulationsmuster mit einem Auf und Ab der Temperaturen © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der Frühling sucht seine Richtung

Der Kaltlufteinbruch mit Gefahr von Nachtfrost wird auch nach dem europäischen Vorhersage-Modell bestätigt, was die Eintreffwahrscheinlichkeit nochmals erhöht. Im weiteren Verlauf festigt sich im Bereich von Neufundland, Island, dem europäischen Nordmeer, Mitteleuropa und den Azoren tiefer Luftdruck.

Das ist sozusagen ein Frontalangriff auf die gestörte Zirkulation. Mit allem Mitteln wird zum zweiten Mai-Drittel versucht, eine Normalisierung herbeizuführen. Im Ansatz erkennt man den Aufbau von hohem Luftdruck von Skandinavien bis über das östliche Europa reichend. Sollte dies gelingen, so würden die Tiefdrucksysteme gegen das Hoch auflaufen und aus südlichen Richtungen sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportieren. Da die Luftmassen aus südlichen Richtungen kommen, sind diese entsprechend feucht-warm, was die Neigung zu Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann.

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Kommt das Hoch nicht zustande, so ist ein Durchbruch der atlantischen Frontalzone wahrscheinlicher. Mit einer strammen Westströmung wäre dann bis zur Monatsmitte erst einmal reichlich Niederschlag zu erwarten.

Tief gegen Hoch
Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Tief gegen Hoch © www.meteociel.fr

Eine zu kalte erste Mai-Dekade

Die Kontrollläufe bestätigen den Wettertrend bereits seit ein paar Tagen. Der Zeitraum vom 3. bis 8. Mai fällt gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt aus. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert liegen die Werte mit 3 bis 5 Grad zeitweilig im deutlich zu kalten Bereich. Erst ab dem 8. Mai zeigt sich eine Normalisierung.

Das Temperaturspektrum liegt am 6. Mai zwischen +5 bis +12 Grad (Mittelwert: +8 bis +11 Grad), am 10. Mai zwischen +6 bis +19 Grad (Mittelwert: +12 bis +15 Grad) und am 15. Mai zwischen +8 bis +25 Grad (Mittelwert: +15 bis +17 Grad).

Diagramm Temperaturen Mai 2019 vom 30.04.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Ausreichend Regen

Die Niederschlagsprognose ist nach den Kontrollläufen nicht all zu hoch, dafür aber stetig. So ist im Zeitraum vom 2. bis 15. Mai immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen, was bis zur Monatsmitte für ein ausgewogenes Niederschlagsniveau sorgen sollte.

Auf den Punkt gebracht

Für alle die sich eine frühlingshaft milde Wetterlage zurück wünschen, sollten die kommenden zwei Tage genießen und sich anschließend in Geduld üben. Der Temperaturrückgang ist signifikant und lässt die Temperaturen bis zum 10. Mai zögerlich in den normalen Bereich ansteigen. Erst ab der zweiten Mai-Hälfte zeigt sich mehrheitlich eine etwas zu warme Temperaturentwicklung.

Stark abhängig ist das noch vom Zirkulationsmuster. Bleibt es bei einer Erhaltungsneigung (meridionale Struktur), oder gelingt die Normalisierung auf West-Ost? So oder so - beide Varianten haben einen unbeständigeren Wettercharakter zur Folge und unterschieden sich lediglich in den Temperaturen. Die kommenden Tage werden für Klarheit sorgen.

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