Markanter Temperaturrückgang. Noch ist es verbreitet frühsommerlich warm und die Temperaturen werden noch etwas ansteigen, doch zum Ende der Woche kündigt sich ein markanter Wetterumschwung an.

Schauer und Gewitter werden im Verlauf der Woche zunehmen und örtlich auch kräftiger ausfallen können. Bevor es aber soweit ist, steigen die Temperaturen auf außergewöhnlich warme +20 bis +25 Grad und örtlich bis +27 Grad an. Der Grund für die warmen Temperaturwerte ist die Konstellation aus einem Tief westlich und einem Hoch östlich von Europa. .Im Verbund werden mit einer kräftigen Südströmung wärmere, aber eben auch feuchtere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter April 2019.

Vom Frühsommer erst einmal keine Spur mehr?
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Markanter Wetterumschwung

Bekanntlich ziehen Tiefdrucksysteme mal mehr oder weniger schnell von West nach Ost. Das ist auch dieses Mal so und geschieht voraussichtlich am Freitag. Mit einem kräftigen Wind - auf westliche Richtungen drehend - nimmt nicht nur die Niederschlagsneigung zu, sondern auch die Temperaturen gehen mit +8 bis +13 Grad, bzw. 12 bis +16 Grad spürbar zurück. Es tut sich also was.

Die Großwetterlage verändert sich - auch nachhaltig?
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Großwetterlage verändert sich - auch nachhaltig? © www.meteociel.fr

Das Hoch wird am südlichen Gradienten unterwandert

Man sieht es in der oben stehenden Wetterkarte ganz gut, wie sich die atlantische Frontalzone unter das Hoch zwängt und dieses nach Norden aushebelt. Das gehört weiterhin zu einer gestörten Zirkulation und wird nicht selten mit einer meridional verlaufenden (Nord-Süd, Süd-Nord) Großwetterlage aufgelöst.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Kaltstart in den Mai

Das Tiefdrucksystem positioniert sich zunächst über Island und verlagert seinen Schwerpunkt Ende April in Richtung England und Anfang Mai weiter nach Skandinavien. Gleichzeitig dehnt sich das Hoch über dem Atlantik nach Süden aus und es entsteht eine blockierende Großwetterlage mit einem meridional verlaufenden Zirkulationsmuster.

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Die gestörte Zirkulation hält auch im Mai noch an

Im Grunde handelt es sich nach der Wettervorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells um eine ähnliche Großwetterlage, welche das Wetter im April dominierte nur mit dem Unterschied, dass das Hoch und das Tief die Positionen vertauschen. Dementsprechend nimmt über Deutschland, der Schweiz und Österreich die Niederschlagstätigkeit zu und die Temperaturen gehen in den ersten Mai-Tagen in einen empfindlich kühlen Bereich zurück.

Simuliert werden am 1. Mai Tageshöchstwerte von +7 bis +11 Grad und örtlich bis +14 Grad. Zudem ist immer wieder mit etwas Niederschlag zu rechnen. Bis zum 4. Mai entsteht über der westlichen Mittelmeerregion ein weiteres Tiefdrucksystem und befördert auf seiner Vorderseite sehr warme und nachfolgend kalte Luftmassen nach Deutschland. Anders formuliert startet der Mai mit einem apriltypischen Wettercharakter bei dem unter bestimmten Voraussetzungen auch Nachtfrost nicht auszuschließen ist.

Die Positionen sind vertauscht, die gestörte Zirkulation dominiert weiterhin das Wetter. Aus warm und trocken wird kühl und nass
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Positionen sind vertauscht, die gestörte Zirkulation dominiert weiterhin das Wetter. Aus warm und trocken wird kühl und nass © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Erst warm, dann kalt

Die Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells ist nahezu identisch, was das Wetter Ende April und Anfang Mai unbeständiger und zunehmend auch kühler ausfallen lassen wird. Doch im Unterschied zum amerikanischen Prognose-Modell gelingt es dem Hoch auf dem Atlantik nicht, sich zu einem Blockadehoch auszubilden, stattdessen etabliert sich die atlantische Tiefdruckrinne.

Erst Mai Dekade zu nass und zu kühl?

Sollte sich das Zentraltief über Skandinavien positionieren und über dem Atlantik die Tiefdruckrinne etabliert werden können, ist erst einmal eine Westwindwetterphase zu erwarten. Und ist diese erst einmal in fahrt gekommen, wird diese eine Weile das Wettergeschehen dominieren können. Das Ausgleichsverhalten ist nach einem viel zu warmen und zu trockenen April im Mai 2019 möglich und zeichnet sich zunehmend konkreter ab.

Noch ist es nur ein Ansatz, doch ein Ausgleichsverhalten ist im Mai eine plausible Wetterentwicklung
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Noch ist es nur ein Ansatz, doch ein Ausgleichsverhalten ist im Mai eine plausible Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Wieviel Regen wird kommen?

Vor allem die Natur wartet sehnlichst auf den Niederschlag und auch in der Landwirtschaft ist er ein durchaus willkommenes Wetterelement. Bis zum 1. Mai berechnet das amerikanische Vorhersage-Modell Niederschlagssummen von 10 bis 20 l/m² über dem Süden und 30 bis 60 l/m² über dem Norden. Nach dem europäischen Vorhersage-Modell sind 20 bis 40 l/m² über dem Westen und 5 bis 15 l/m² über dem Osten zu erwarten. Die Differenzen sind groß, kommen aber hauptsächlich durch die unterschiedlich verteilten Schauer und Gewitter zustande.

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Kontrollläufe: Markanter Temperaturrückgang

Bis zum 26. April sind die Tageswerte gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 4 bis 8 Grad zu warm. Anschließend erfolgt ein Temperaturrückgang, welcher die erste Mai-Dekade nachhaltig beeinflussen kann. Phasenweise liegt der Mittelwert auch unter dem langjährigen Mittelwert im zu kalten Bereich.

Die Niederschlagsberechnung ist ab dem 24. April durchweg mäßig erhöht. In der Bewertung stützten die Kontrollläufe mit ihrer Wetterprognose den nachhaltigen Wetterumschwung Ende April / Anfang Mai. Der Frühling macht nach dieser Vorhersage erst einmal eine Pause.

Diagramm Temperaturen Mai 2019 vom 22.04.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Langfristprognose nach dem Langfristmodell: Wie wird der Sommer 2019?

  • Dass der Mai 2019 anders wird verlaufen können wie der April, zeichnete sich schon längere Zeit in der Wetterprognose des Langfristmodells ab und wird heute erneut bestätigt. Zum aktuellen Stand soll der letzte Frühlingsmonat mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad nur etwas zu warm ausfallen und die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem langjährigen Sollwert neutral und im Trend etwas zu nass zu bewerten.
  • Das Wetter im Juni 2019 wird mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich und die Niederschlagsprognose im deutlich zu trockenen Bereich simuliert.
  • Die Wetterprognose für den Juli 2019 wird mit Abweichung der Temperaturen von +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich berechnet. Die Niederschlagsprognose bleibt dafür im leicht erhöhten Bereich, was auf eine rege Schauer- und Gewitterneigung schließen lässt.
  • Für den August 2019 werden mit einer Differenz von -0,5 bis +0,5 Grad neutrale Bedingungen berechnet. Im Wettertrend zeichnet sich eine Abweichung von bis +1 Grad im etwas zu warmen Bereich ab. Die Niederschlagsprognose fällt - zum aktuellen Stand - leicht positiv aus (etwas zu nass).
  • Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
    Monat Tem­peratur Nieder­schlag
    März 2019 +3,1 Grad Zu nass
    April 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken
    Mai 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
    Juni 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken
    Juli 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu nass
    August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu nass
    Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2019 vom 22.04.2019
    Diagramm der Temperaturprognose Frühling und Sommer 2019

    Auf den Punkt gebracht

    Die Großwetterlage verändert in den kommenden Tagen ihre Struktur, bleibt aber dem Schema einer gestörten Zirkulation zunächst noch erhalten. Die Niederschlagsneigung nimmt zu und zum Ende der Woche wird es spürbar frischer. Dieser unbeständige Wettercharakter hat sehr gute Chancen, weite Teile der ersten Mai-Dekade zu beeinflussen.

    Ein zu warmer Sommer 2019 ist nach der Wetterprognose des Langfristmodells absehbar, doch sind die Differenzen der Großwetterlage im Vergleich zu 2018 erheblich, was eine erneute Dürreperiode - zum aktuellen Stand wenig wahrscheinlich macht.

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