Mit stürmischen Wind, Graupelschauer und Gewitter bis hin zu frühlingshaft milden Temperaturwerten präsentiert sich das Märzwetter weiterhin sehr launisch und erinnert zunehmend an den April.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in den kommenden Tagen inmitten dem Einflussbereich einer sehr aktiven Westwindzone. Gesteuert wird diese von einem Zentraltief über Skandinavien. Mit einer entsprechenden Tiefdruckvorderseite werden sehr milde und mit der nachfolgenden Rückseite kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa geführt. Bei einem Auf und Ab der Temperaturen können kurze Gewitter und Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht ausgeschlossen werden, bevor zum Wochenende eine Luftmassengrenze sehr warme von kühleren Temperaturwerten trennt. Das Märzwetter bleibt außergewöhnlich. Mehr dazu in der aktuellen Wetter März 2019.

Launisches Märzwetter
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Strukturelle Veränderungen der Großwetterlage

Zum Start in die neue Woche gelangt Deutschland auf die kühlere Rückseite des nach Osten abziehenden Tiefdrucksystems. Bei Werten von +4 bis +8 Grad sind wieder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab möglich.

Doch anstatt das nächste Tiefdrucksystem für eine Erhaltungsneigung sorgen kann, greift dieses Mal das Azorenhoch in Form eines Hochdruckkeils dazwischen. Da sich Mitteleuropa zunächst noch am östlichen Hochdruckgradienten befindet, werden bis zum 20. März kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt.

Bei einem ruhigen Wettercharakter nimmt - insbesondere über dem Süden - die Sonnenscheindauer zu und die Niederschlagsneigung ab. Die Temperaturen pendeln sich auf +7 bis +12 Grad ein.

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Hochdruckposition ist von entscheidender Bedeutung

Wie bereits in der Wettervorhersage für das Wetter im April 2019 erläutert, spielt das Hochdruckgebiet in der letzten März-Dekade eine gewichtige Rolle. Dass sich das Hoch zur letzten März-Dekade über Mitteleuropa verlagern wird, ist in der Zwischenzeit sehr wahrscheinlich geworden und beide Wettermodelle stützen diese Entwicklung. Entscheidend - vor allem für die Temperaturen - wird jedoch sein, wo sich das Hochdrucksystem mit seinem Kern wird positionieren können.

Wettervorhersage des europäischen Vorhersage-Modells: Frühlingshoch

Das Azorenhoch dehnt sich zum 19. März zunächst mit einem Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa aus, verlagert sich mit seinem Kern im weiteren Verlauf aber relativ rasch über Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bei einem ruhigen Wettercharakter lässt die Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 19. bis 23. März nach und mit einer zunehmenden Sonnenscheindauer steigen die Temperaturen auf frühlingshaft milde +14 bis +18 Grad an - örtlich können bis zu +20 Grad erreicht werden.

Ein Hoch über Mitteleuropa sorgt für frühlingshaft milde Temperaturwerte
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Ein Hoch über Mitteleuropa sorgt für frühlingshaft milde Temperaturwerte © www.meteociel.fr

Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells: Meridionales Strömungsmuster

Das Hochdrucksystem spielt auch in der Vorhersage des amerikanischen Prognose-Modells eine gewichtige Rolle. Anstatt sich das Hoch mehr oder minder in stabiler Formation über Mitteleuropa positionieren kann, ist im Zeitraum vom 19. bis 22. März mit einem Hochdruckkeil von den Azoren bis nach Mitteleuropa reichend zu rechnen. Mit einer südwestlichen Anströmung können die Werte in diesem Zeitraum auf frühlingshaft milde +10 bis +15 Grad und örtlich auf bis +17 Grad ansteigen.

Der eigentliche Hochdruckkern verbleibt aber auf dem Atlantik. Bis zum 22. März kann sich ein Tiefdruckwirbel über Skandinavien positionieren, während sich das Hoch auf dem Atlantik steiler nach Norden aufstellt. Im Verbund der beiden Wettersysteme gelangen kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Mitteleuropa und können die Temperaturen bis zum 24. März auf nasskalte +1 bis +7 Grad absinken lassen. Bei einer regen Schaueraktivität wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab möglich.

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Im Zeitraum vom 24. bis 29. März wiederholt sich die Wetterentwicklung. Das Azorenhoch entwickelt einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa, was die Temperaturen bis zum 27. März auf +10 bis +16 Grad ansteigen lassen kann, bevor die nächste Trogwelle zum 28. März Mitteleuropa erreicht und die Temperaturen wieder absinken lassen kann. Anders formuliert bereitet sich das Wetter auf einen launischen April vor.

Meridionales und abwechslungsreiches Wetter mit einem Auf und Ab der Temperaturen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Meridionales und abwechslungsreiches Wetter mit einem Auf und Ab der Temperaturen © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Ansteigender Temperaturtrend

Das Temperaturniveau schwankt im Zeitraum vom 14. bis 20. März über dem Norden im Bereich von +5 bis +8 Grad und über dem Süden zwischen +6 bis +12 Grad. Die Niederschlagsneigung wird bis zum 20. März als mäßig hoch bewertet.

Ab dem 20. März wird die Niederschlagsentwicklung nur noch leicht erhöht berechnet, was auf eine größere Einflussnahme des Hochdrucksystem hindeutet. Gleichzeitig steigt das Temperaturspektrum vom 20. März mit +1 bis +12 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Süden und +9 Grad über dem Norden) bis zum 28. März auf +2 bis +21 Grad (Mittelwert: +10 bis +12 Grad) an. Der Mittelwert liegt im Vergleich zum langjährigen Durchschnittswert um 2 bis 4 Grad im zu warmen Bereich.

Diagramm Temperaturen März 2019 vom 13.03.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wetterprognose des Langfristmodells für den Frühling und Sommer 2019

  • Der März 2019 wird mit einer Abweichung der Temperaturen von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose wurde von neutral bis leicht zu trocken in zu nass korrigiert. Zum aktuellen Stand hat der März eine Temperaturabweichung von +2,9 Grad und eine Niederschlagssollerfüllung von 67 Prozent erreicht.
  • Das Wetter im April 2019 wird zum aktuellen Stand mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad etwas zu mild simuliert. Die Niederschlagsberechnung ist gegenüber dem langjährigen Sollwert unauffällig.
  • Fast normal wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad das Wetter im Mai 2019 simuliert. Der Niederschlagstrend fällt leicht zu trocken aus.
  • Für den ersten Sommermonat Juni zeigt sich mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad eine leicht zu warme Temperaturentwicklung. Die Niederschlagsprognose fällt negativ aus (zu trocken).
  • Das Wetter im Juli 2019 wird mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad deutlich zu warm und der Niederschlagstrend etwas zu trocken berechnet.
  • Für den letzten Sommermonat August zeigen sich - zum aktuellen Stand - kaum Auffälligkeiten. Im Trend aber etwas zu warm.
Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
März 2019 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu nass
April 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Mai 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Juni 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Juli 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis etwas zu trocken
August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2019 vom 13.03.2019
Diagramm der Temperaturprognose Frühling und Sommer 2019

Zusammenfassung:

Die Großwetterlage wird sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zur letzten März-Dekade umstellen. Aus einer westlich dominierten Grundströmung wird entweder ein hochdruckdominiertes oder ein meridionales Strömungsmuster entstehen können. Mal frühlingshaft mild, mal kühler. Entscheidend wird die Hochdruckposition sein. Vieles spricht für eine Hochdruckdominanz mit einem etwas zu warmen Temperaturcharakter. Der weitere Wettertrend für den Frühling und Sommer 2019 ist zum aktuellen Stand etwas zu trocken und im Schnitt zu warm.

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