Wie wird der Sommer 2019? Mit entscheidend wird sein, wie sich das Wetter in der zweiten Winterhälfte und im Frühjahr entwickeln wird. Ein erneutes Ausgleichsverhalten hätte einen trockeneres Sommerwetter zur Folge.

Der Winter stottert vor sich hin und ist bisweilen viel zu warm und zu nass ausgefallen. Aber der Winter ist ja noch nicht zu Ende und da kann sich noch einiges verändern. Aber wenn noch nicht klar ist, wie der Winter ausfallen wird, warum berichten wir schon über den Sommer 2019? Nach vielfachen Wunsch unserer Leser lassen wir den Frühling ausfallen und nehmen ihn gleich mit in die Rubrik Sommer auf, was über die Frühlingsmonate hinweg entsprechend gekennzeichnet wird (ähnlich wie im Herbst und Winter). Und da der meteorologische Frühling am 1. März beginnt, ist es also höchste Zeit um einen ersten Blick auf das Wetter im Frühling und Sommer 2019 zu werfen.

Wie wird das Wetter im Sommer?

Eigentlich ist es mal wieder an der Zeit für einen normalen oder vielleicht auch zu kalten Sommer. Doch man wartet seit über 20 Jahren vergeblich darauf. Die Wahrscheinlichkeiten und auch die Statistiken sprechen eine klare Sprache - der Sommer 2019 wird nach der Statistik mit hoher Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen.
Noch gravierender wird es, wenn man nur Sommersaison der letzten 20 Jahre betrachtet. In 100 Prozent der Fälle zu warm - doch das Wetter hält sich nicht immer an die Statistik.
Das Langfristmodell berechnet in seiner aktuellen Sommerprognose eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich. Die Niederschlagserwartung wird - zum aktuellen Stand - normal bewertet.

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Wie wird der Frühling und wie wird der Sommer 2019?

Die Statistiken der letzten Jahre sind ernüchternd. So waren die letzten 22 Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert durchweg zu warm.

Anders sieht es in der Betrachtung der Frühlingsmonate aus, wo es auch schon zu kalte Abweichungen, wie bspw. 2012 gegeben hat. Unter dem Strich aber waren auch die Frühlingsmonate in den letzten Jahren zu warm ausgefallen. Insofern ist eine Wetterprognose für den Sommer 2019 - aus statistischer Sicht - mit einem etwas zu warmen Verlauf zu begründen. Aber wie bekannt sein sollte, hält sich das Wetter nicht immer an statistische Gegebenheiten.

Nicht nur das Wetter hat im Sommer so einiges zu bieten
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2019

Was spricht für ein normales Sommerwetter 2019?

Interessant war im letzten Sommer das Strömungsmuster, welches mit einer dauerhaft gestörten Zirkulation zu einer Hitzeperiode führte, welche von April bis November anhielt und im Schwerpunkt über die Sommermonate für eine extreme Dürreperiode sorgte. So war das Sommerwetter zu trocken und am Ende um +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm.

Zu warm, zu trocken?

Die Sonne befindet sich aktuell in einem Sonnenfleckminimum - ist also wenig aktiv. In der Theorie geht man davon aus, dass eine schwache Sonne die Wetteraktivität einschlafen lässt. Somit sind wenig dynamische Wettervorgänge zu erwarten. In der Theorie ist eine ähnliche Konstellation wie 2018 möglich. Das spricht gegen einen normalen oder gar zu kalten Sommer.

Doch die Statistik sagt etwas anderes:

Temperaturabweichungen Sommer zum Sonnenfleckminimum
Sommer Tem­peratur Ab­weichung
85 15,7 Grad -0,6 Grad
86 16,4 Grad +0,1 Grad
87 15,4 Grad -0,9 Grad
88 16,3 Grad 0 Grad
94 18,4 Grad +2,1 Grad
95 17,6 Grad +1,3 Grad
96 16,2 Grad -0,1 Grad
97 17,6 Grad +1,3 Grad
08 17,4 Grad +1,1 Grad
09 17,2 Grad +0,9 Grad
10 17,8 Grad +1,5 Grad
11 16,8 Grad +0,5 Grad

Die Aktivität der Sonne hat nur wenig Einfluss auf die Sommermonate

Interessant ist, dass es zu den Minimum 86/87, 96/97 Abweichungen in die negative Richtung zu beobachten waren. Im Zyklus 08/09 gab es diese Auffälligkeiten aber nicht. Eine eindeutige Ableitung für das Wetter im Sommer 2019 ist anhand dieser Daten nicht möglich.

Eine normale bis zu kalte Sommersaison

Nur wenn die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik entsprechend hoch ist und immer wieder von Neuem Regengebiete über Mitteleuropa hinweg führt, oder sich ein zentrales Tiefdruckgebiet über Skandinavien positioniert, hat das Sommerwetter eine höhere Wahrscheinlichkeit normal bis zu kalt auszufallen. Da aber bereits im Winter eine solche Großwetterlage vorherrscht, ist zum aktuellen Stand nicht davon auszugehen, dass dies im Frühjahr und Sommer ebenfalls der Fall sein wird.

Der Durchschnitts-Sommer in Deutschland

Der langjährige Temperaturwert der Sommermonate beträgt +16,3 Grad und hat eine Niederschlagssumme von 239 l/m² vorzuweisen. Die Sommer der aktuellen Dekade waren um +1,5 Grad zu warm und die der letzten Dekade um +1,3 Grad zu warm. Welche Tageswerte wären bei einem normalen Sommerwetter zu erwarten? Häufiger erreichen die Temperaturen +20 bis +25 Grad, seltener mal bis +30 Grad und an wenigen Tagen auch darüber.
Aufgrund dieser Daten kann man sich gut vorstellen, dass viele Menschen einen normalen Sommer als zu kalt empfinden würden.

Was man bei jedem Wetter machen kann, aber nicht unbedingt tun sollte

Zusammenhang zwischen Winter, Frühling und Sommer?

Diesen Zusammenhang gibt es sicherlich. Denn einem trocken und zu warmen Winter folgt nicht selten ein nasser und kühler Frühling nach. Das ist ein Wechselspiel auf Erhaltungsneigung und dem Ausgleichsverhalten. Beispiel: Der Frühling, Sommer und Herbst 2018 waren deutlich zu trocken. Die Wintermonate Dezember 2018 und Januar 2019 bisweilen deutlich zu nass. Das Ausgleichsverhalten hat sich mit einer Zonalisierung voll durchsetzen können und geht nun selbst in eine Erhaltungsneigung über. Ein Ausgleichsverhalten hätte nach dieser Theorie zumindest einen trockenen Frühling zur Folge. Wie sich das Statistisch auswirkt und welche Zusammenhänge sich ableiten lassen, dass klären wir an dieser Stelle in den kommenden Tagen.

Wetterprognose Frühling und Sommer 2019 der Langfristmodelle

  • Das Langzeitmodell des Deutschen Wetterdienstes berechnet den Frühling mit einer Abweichung von +0,2 bis +1 Grad zu warm und in der Niederschlagswahrscheinlichkeit normal mit der Tendenz leicht zu trocken auszufallen.
  • Die NASA berechnet die Frühlingsmonate März, April und Mai mit einer Abweichung von +0,25 bis +0,5 Grad normal, mit der Tendenz zu warm auszufallen. Die ersten Sommermonate werden mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognosen sind unauffällig.
  • Das IRI-Modell sieht mit 40 bis 50 Prozent eine höhere Wahrscheinlichkeit, als dass der Frühling 2019 normal ausfallen könnte. Ein zu warmer Start in den Sommer 2019 ist nach diesen Berechnungen mit einem zu warmen Juni möglich.
  • Das METOffice berechnet die Monate von März bis Mai mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent zu warm, 20 bis 60 Prozent normal und 0 bis 20 Prozent zu kalt.
  • Das CFSv2 Modell berechnet das Frühlings- und Sommerwetter mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm. Die Niederschlagsentwicklung ist als unauffällig gegenüber dem langjährigen Sollwert zu bewerten.
Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
März 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu nass
April 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Mai 2019 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: normal, etwas zu trocken
Juni 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal, etwas zu trocken
Juli 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal, etwas zu nass
August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2019
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2019

Das Spektrum ist noch breit gestreut, geht aber Inhaltlich von einem etwas zu warmen Frühling und einem etwas zu warmen Start in den Sommer aus. Ob das so kommen mag, bleibt abzuwarten, denn auch die Langfristmodelle irren gerne einmal. Gemäß der Statistik sind die Ausführungen der Langfristmodelle zum heutigen Stand aber durchaus nachvollziehbar.

In den kommenden Tagen werden noch weitere Tabellen, Berechnungen und Hintergründe hinzugefügt. Anschließend werden in regelmäßigen Abständen diese Witterungstrends für das Wetter im Frühling und Sommer 2019 erneuert und ergänzt - zunächst unregelmäßig und ab dem 20. Februar erfolgt in Form von Wetterprognosen und Wettervorhersagen eine tägliche Aktualisierung.

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