Eine Südwestwetterlage dominiert das Wetter aktuell über Deutschland, doch könnte der Wettercharakter in den verbleibenden Sommertagen in Richtung Frühherbst kippen.

In den kommenden Tagen sorgt eine Südwestwetterlage für einen abwechslungsreichen, aber dennoch sommerlich warmen Wettercharakter. Hin und wieder sind ein paar Schauer möglich, welche in der Nacht auf Freitag und Tagsüber auch kräftiger ausfallen können, sonst ist aber kein nennenswerter Niederschlag bis zum Start in die neue Augustwoche in Sicht. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage August 2018.

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Schaut man sich die Großwetterlage an, so ist auf dem Atlantik eine hohe Tiefdruckaktivität festzustellen. Die Tiefdruckrinne verläuft von Neufundland, Island über England bis nach Skandinavien und für die verbleibenden Tage im Sommer wird entscheidend sein, wie weit die atlantische Frontalzone nach Osten vorankommen wird.

Naht in den letzten Sommertagen ein frühherbstlicher Wettercharakter?
Naht in den letzten Sommertagen ein frühherbstlicher Wettercharakter?

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Amerikanisches Prognosemodell: Der Wetterwechsel in Etappen

Wie vor ein paar Tagen schon einmal beschrieben, verläuft ein Wetterwechsel nach einer solch dominanten Großwetterlage selten stringent und plötzlich, sondern vielmehr in Etappen. Ein Beispiel hierfür ist die aktuelle Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells.

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Das Tiefdruckzentrum verlagert sich im Zeitraum vom 16. bis 21. August mehr und mehr von Island in Richtung Skandinavien. Zwar kann der Hochdruckkeil noch dagegenhalten und - insbesondere über Bayern und Baden-Württemberg - noch für einen sommerlichen und teils auch hochsommerlichen Wettercharakter sorgen, doch so langsam zieht sich das Hochdruckzentrum nach Westen zurück und im Zeitraum vom 23. bis 30. August sorgt der Tiefdruckkern über Skandinavien über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen abwechslungsreichen und unbeständigen Wettercharakter bei relativ kühlen Temperaturen.
Wie kühl? Die Werte können nach der aktuellen Wetterprognose mit +15 bis +23 Grad (je nach Niederschlagssituation, bzw. Sonnenscheindauer) als frühherbstlich bewertet werden.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Erneut wird ein frühherbstlicher Wettercharakter für die letzten Sommertage berechnet © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersagemodell: Auf und Ab mit Trend zur Abkühlung

Das europäische Prognosemodell schwankt derzeit in seiner Wettervorhersage zwischen einem Hoch über Mitteleuropa und einer unbeständigen Westwetterlage hin und her. Das zeigt zugleich aber auch, wie hoch derzeit noch die Unsicherheiten der kommenden Wetterentwicklung sind und vieles wird davon abhängen, wie sich die atlantische Frontalzone mit ihrem Tiefdruckzentrum positionieren wird.< /p>

Nach der aktuellen Simulation der Europäer verlagert sich das Tiefdruckzentrum nur kurzzeitig über Skandinavien, was vom 25. bis 26. August für frühherbstliches Schauerwetter sorgen kann. Zum 26. August aber konzentriert sich über Island ein neuerliches Tiefdruckzentrum. Das erhöht die Chancen auf ein neuerlichen Hochdruckkeil über Mitteleuropa und die kühle Wetterphase wäre nur von kurzer Dauer.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Tiefdruckzentrum über Island, ein sich erneuernder Hochdruckkeil über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Sommerwetter: Hop oder Top

Die Kontrollläufe verfolgen in ihrem Wettertrend in den letzten Tagen eine klare Struktur. Vom 16. bis 23. August werden weitgehend normale Sommertemperaturen berechnet, welche ab dem 24. August einen steten Abwärtstrend aufweisen. Das Sommerwetter hat im Verlauf der letzten Augustdekade eine höhere Wahrscheinlichkeit normal bis etwas zu kühl, als zu warm auszufallen.

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Das Temperaturspektrum liegt am 23. August zwischen +18 bis +32 Grad (Mittelwert: +21 Grad über dem Norden und +25 Grad über dem Süden) und am 31. August zwischen +12 bis +27 Grad (Mittelwert: +19 bis +21 Grad). Der Wettertrend ist klar umrissen, doch zeigt sich im Zeitraum vom 24. bis 27. August auch noch die Möglichkeit für die Ausbildung eines autarken Hochdrucksystems über Mitteleuropa. Möglich ist es also, doch zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich.

Die Niederschlagsbewertung fällt in der letzten August-Dekade über dem Norden und Osten mäßig hoch aus und lässt nach Süden und Westen nach. Das spricht im Kern für eine westliche bis nordwestliche Grundströmung.

Die Veränderung der Großwetterlage zeigt sich heute erneut als nachhaltig und könnte der Beginn des sog. Ausgleichsverhaltens sein, was uns dann in den Wetterprognosen zum September und Herbst/Winter beschäftigen könnte.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 16.08.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Sommer 2018 nach dem Langfristmodell: August zu trocken und zu warm

Der Wettertrend zu normalen Temperaturwerten bleibt für die verbleibenden Augusttage bestehen und so verändert sich auch kaum mehr was in der Wetterprognose des Langfristmodells. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert weiterhin mit +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. Die aktuelle Abweichung beträgt +5,24 Grad.

Aktuell hat der August erst zu 27 Prozent sein Niederschlagssoll erfüllt. Dass die Trockenheit noch etwas anhalten kann, stützt auch das Langfristmodell mit einer deutlich negativen Niederschlagsentwicklung im August.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +3,4 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht bis deutlich zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 16.08.2018

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 17.08. gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Wetter September 2018

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