Der Hochsommer kämpft um seine Vorherrschaft über Mitteleuropa, während die Tiefdruckdominanz auf dem Atlantik zunehmend stärker wird.

Das Ergebnis aus solch einer Wetterkonstellation kann man in der kommenden Woche beobachten. Tiefdrucksysteme nähern sich Deutschland und führen auf ihrer Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Deutschland. Nachfolgend kommt es zu kräftigen Schauern und Gewittern - mit örtlichem Potential für Unwetter - und einer spürbaren Abkühlung. Doch der Grundcharakter bleibt nach der aktuellen Vorhersage für den August sommerlich warm.

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Das ist ein für den Sommer typisches Auf und Ab - weder das Hochdruckgebiet, noch die Tiefdrucksysteme können sich für längere Zeit durchsetzen und so ist der Wettercharakter in der kommenden Woche als wenig stabil zu bewerten.

Für den weiteren Verlauf wird aber entscheidend sein, ob sich die atlantische Frontalzone bis nach Skandinavien durchsetzen, oder das Kerndruckgebiet über Island stabilisieren kann.

Warum? Je nachdem könnte sich der Wettercharakter als frühherbstlich kühl, oder spätsommerlich warm präsentieren.

Das Sommerwetter wird zunehmend unbeständiger
Das Sommerwetter wird zunehmend unbeständiger

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Hitzewelle?

Nicht gerade wenige Anfragen erhalten wir aktuell, ob den eine neuerliche Hitzewelle möglich sein kann. Können ja, aber nur in der Form, wenn sich über Mitteleuropa ein autarkes Hochdrucksystem ausbilden kann. Doch die Wahrscheinlichkeit ist zum aktuellen Stand als gering einzustufen, da die Grundvoraussetzungen dafür einfach nicht gegeben sind. Das schließt aber nicht aus, dass es an ein paar Tagen auch mal Temperaturen von über +30 Grad geben kann.

Amerikanisches Prognosemodell: Wechselhaftes Sommerwetter

Als stabil kann die Großwetterlage nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells im Zeitraum vom 15. bis 27. August nicht bewertet werden.

Die atlantische Tiefdruckrinne verläuft von Neufundland über Island und England bis über Skandinavien und ist relativ gut ausgeprägt. Das Tiefdruckzentrum liegt größtenteils über Island. Typisch für solch eine Entwicklung ist auf der südlichen Seite die Ausbildung eines Hochdruckkeils von den Azoren über die Mittelmeerregion und das östliche Europa, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer unbeständigen, aber überwiegend warmen Südwestwetterlage führen kann. Die Niederschlagsleistung ist über dem Nordwesten und Norden grundsätzlich höher als über dem Osten und Süden zu bewerten.

Gleiches gilt auch für die Temperaturen, welche über dem Norden kühler als über dem Süden ausfallen können.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Deutschland liegt zwischen den Fronten © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersagemodell: Abwechslungsreiches Sommerwetter

Eine stabile Sommerwetterlage ist auch nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells nicht zu erkennen. Im Gegensatz zum amerikanischen Wettermodell kann sich die atlantische Frontalzone noch etwas weiter nach Osten positionieren, was die Tiefdrucksysteme näher an Deutschland, der Schweiz und auch Österreich bringen kann.

Der Wettercharakter wäre unbeständiger und phasenweise auch als etwas kühler zu bewerten.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell : Der Charakter des Sommerwetters wandelt sich zum unbeständigen Wettercharakter © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Unbeständiges und etwas zu warmes Sommerwetter

Nicht nur die Prognosemodelle stützen die Entwicklung der letzten Tage zu einer unbeständigen, aber nicht unbedingt kühlen Wetterlage. Tief- und Hochdrucksysteme im steten Wechsel sorgen für ein Auf und Ab der Temperaturen. Eine stabile Großwetterlage ist nach den aktuellen Wetterprognosen nicht zu erkennen.

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Die Kontrollläufe stützen das Auf der Temperaturen um den 13., 17. und 23. August und dazwischen sind kühlere Abwärtsbewegungen festzustellen. Im Großen und Ganzen aber bewegt sich das Temperaturspektrum in einem für den Sommer normalen Bereich.

Das Temperaturspektrum liegt am 20. August zwischen +16 bis +28 Grad (Mittelwert: +22 bis +24 Grad ) und am 26. August zwischen +16 bis +32 Grad (Mittelwert: +23 bis +24 Grad).

Die Niederschlagneigung ist nach den Kontrollläufen über dem Norden und Westen im Zeitraum vom 17. bis 27. August etwas erhöht und über dem Süden und Osten als schwach zu bewerten. Auch das spricht für eine weitgehende Dominanz einer Südwestwetterlage.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 12.08.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Sommer 2018 nach dem Langfristmodell: August zu trocken und zu warm

Kaum mehr Veränderungen im Wettertrend des Langfristmodells. Die Abweichungen schwanken gegenüber dem langjährigen Mittelwert mal zwischen +1 bis +2 Grad, mal zwischen +1 bis +3 Grad. Im Kern aber steckt die Aussage, dass in den verbleibenden Sommertagen der Temperaturüberschuss von 7 Grad aus dem ersten Augustdrittel abgebaut werden kann. Das hat zwangsläufig kühlere (normale) Temperaturen zur Folge. Anders formuliert hat eine neuerliche Hitzewelle derzeit wenig Relevanz.

Weite Teile von Mitteleuropa zu trocken

In der Niederschlagsberechnung wird von England über Deutschland bis weit über das östliche Europa eine negative Niederschlagsbilanz für den letzten Sommermonat berechnet. Deutlich mehr Niederschläge als üblich sind entlang der Mittelmeerregion und über dem nördlichen Europa zu bestaunen. Das Wetter ändert sich langsam und eine gewisse Nachhaltigkeit ist in den Strukturen zu erkennen, was auch Auswirkungen auf das Wetter im September 2018 haben kann.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +3,4 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht bis deutlich zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 12.08.2018

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