Eine kurze Abkühlung ist möglich und auch die Struktur der Großwetterlage über dem nördlichen Europa verändert sich - was hat das für Auswirkungen auf das Sommerwetter über Deutschland?

Aktuell liegt Deutschland noch im Einflussbereich einer Hochdruckzone von den Azoren bis nach Skandinavien reichend. Gleichzeitig aber positioniert sich zwischen Island und England ein kräftiger atlantischer Tiefdruckwirbel und führt etwas feuchtere Luftmassen nach Deutschland, was die Neigung zu teils kräftigen Schauern und Gewittern mit örtlichem Unwetterpotential im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern ansteigen lassen kann. Ab Sonntag verlagert sich die Gewitterfront weiter nach Osten und spielt im weiteren Verlauf kaum mehr eine Rolle. Weitere Informationen in der aktuellen Prognose für das Wetter im August.

Anzeige

Die Großwetterlage verändert sich

Wie in den letzten Tagen auch, so berechnen die Wettermodelle in ihren aktuellen Wetterprognosen auch heute wieder einen Abbau des hohen Luftdrucks über Skandinavien und der Hochdruckkern weicht weiter nach Süden - über Mitteleuropa - aus. So wird der Weg für Tiefdrucksysteme über dem nördlichen Europa frei, was zum Start in die neue Woche etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland führen kann. Kühl ist dabei relativ. Berechnet werden für den Zeitraum vom 6. bis 8. August Tageswerte von +24 bis +28 Grad und in den Nächten nähern sich die Werte mehr der +10 Grad Marke, als der +20 Grad Hürde.

Niederschläge aber bleiben - mal abgesehen von den Schauern und Gewittern - Mangelware.

Die anhaltende Hitze im Sommer 2018 ist eine Belastung für Mensch, Tier und Natur
Die anhaltende Hitze im Sommer 2018 ist eine Belastung für Mensch, Tier und Natur

loading...
  Aktuell sind Wetterwarnungen aktiv
  Regenradar

Regenradar

Regenradar Deutschland
Regenradar mit erweiterten Funktionen
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)
  Aktuelle Wetterkarten

Amerikanisches Prognosemodell: Rückkehr der Hitze?

Das amerikanische Wettermodell berechnet in der aktuellen Vorhersage eine Variante, wie sie in den letzten Tagen hin und wieder einmal berechnet wurde.

Die Hochdruckzone verlagert sich weiter nach Süden und kann über Deutschland, der Schweiz und Österreich noch bis zum 8. August wetterbestimmend sein. Von Westen setzt sich die atlantische Frontalzone in Gang, doch das Hochdrucksystem über Mitteleuropa kann die Tiefdrucksysteme zunächst noch blockieren.

In Folge daraus werden im Zeitraum vom 8. bis 12. August warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden und die Hitze nochmals aufflammen lassen können (Vorderseitenanströmung).

Vom 12. bis 16. August positioniert sich die atlantische Frontalzone im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien und sorgt für eine südwestlich orientierte Grundströmung, was die Neigung über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu teils schweren Schauern und Gewittern zunehmen und die Temperaturen langsam absinken lassen kann.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Ein holpriger Wechsel der Großwetterlage © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Hitze im ersten August-Drittel

Das europäische Prognosemodell schwankt derzeit mit seinen Berechnungen. Mal ist es eine Variante, bei der sich von Norden her kühlere Luftmassen - auch nachhaltig - durchsetzen können, mal sind es Varianten, welche dem amerikanischen Prognosemodell ähnlich sind.

Anzeige

Das zeigt, wie hoch derzeit die Unsicherheiten hinsichtlich einer Umstellung der Großwetterlage sind. Aktuell zeigt sich nach einer kurzen kühleren Phase um den 5./6. August herum, nachfolgend wieder ein Temperaturanstieg in den hochsommerlich heißen Bereich.

Das Hochdrucksystem über Skandinavien aber spielt auch nach dieser Berechnung kaum mehr eine Rolle. Anders formuliert - Veränderung der Großwetterlage ja, jedoch noch mit wenig Auswirkungen auf das Wetter in der ersten August-Dekade über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Sommer macht mit ein paar wenigen Ausnahmen vorerst so hitzig weiter.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Mitteleuropa bleibt im Einflussbereich einer hochsommerlichen Wetterlage © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Gemäßigtes Sommerwetter

Der Wettertrend der Kontrollläufe unterscheidet sich nur unwesentlich der letzten Tage. Das Hitzemaximum scheint erreicht, was aber nicht damit gleichzusetzen ist, dass die Temperaturen nicht sommerlich warm bleiben. Ein Hitzetag definiert sich mit Temperaturen jenseits der +30 Grad Marke und eine Hitzewelle in Form von mehreren und aufeinander folgenden Tagen, bei der die +30 Grad Marke überschritten werden kann.

Die Kontrollläufe bestätigen eine Abkühlung der Werte im Zeitraum vom 4. bis 7. August, welche vom 8. bis 10. August nochmals kräftig ansteigen können (Vorderseitenanströmung) und nachfolgend mit dem zweiten August-Drittel auf ein für den Sommer typisches Niveau absinken können.

So liegt das Temperaturspektrum am 5. August zwischen +22 bis +32 Grad (Mittelwert: +24 Grad über dem Norden und +29 Grad über dem Süden), am 8. August zwischen +21 bis +35 Grad (Mittelwert: +28 bis +29 Grad) und am 15. August zwischen +17 bis +32 Grad (Mittelwert: +24 bis +25 Grad). Kühle oder gar zu kalte Varianten haben weiterhin wenig Relevanz. Wahrscheinlicher sind normale bis zu warme Wetterentwicklungen.

Anzeige

Anmerkung: Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells bettet sich bis zum 8. August ganz gut in den Mittelwert der Kontrollläufe ein, bildet darüber hinaus aber eine der wärmsten Varianten ab und ist somit als warmer Ausreißer zu bewerten. Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 01.08.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wann kommt Regen?

Schauer und Gewitter sorgen zum Monatswechsel vor allem über dem Süden, Osten und Westen für etwas Niederschlag. Im Zeitraum vom 3. bis 8. August ist mit wenig - allenfalls mit ein paar lokal auftretenden - Schauern und Gewittern zu rechnen. Erst ab dem 8. August steigt über dem Norden, Westen und Osten die Niederschlagsneigung in den leicht erhöhten Bereich an, während die Niederschlagssignale über dem Süden gering ausfallen (mit Ausnahme des Alpenlandes und den Alpenregionen).

Sommervorhersage 2018 nach dem Langfristmodell: August deutlich zu warm

Das Langfristmodell widerspricht auch heute der These, als dass das Wetter im letzten Sommermonat nachhaltig kühler werden könnte. So liegt die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert weiterhin zwischen +1 bis +3 Grad im deutlich zu warmen Bereich.

Anders formuliert wird demnach eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein zu warmes zweites und letztes Augustdrittel berechnet.

In der Niederschlagsprognose werden die Gebiete nördlich der Linie von Köln und Dresden deutlich zu trocken berechnet, während die Niederschlagsneigung nach Süden hin zunehmen, im Trend aber auch etwas zu trocken ausfallen kann.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +3 bis +3 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +3 Grad Trend: leicht zu trocken bis deutlich zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 01.08.2018

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen