Die Großwetterlage verändert sich über dem nordeuropäischen Raum, doch verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz wohl noch bis zum 7./8. August in der hochsommerlich warmen Wetterzone.

Hochsommerlich bleiben die Werte mit verbreitet +27 bis +32 Grad bis zum 5. August und der vorläufig heißeste Tag des Sommers 2018 könnte mit örtlich bis zu +39 Grad heute bevorstehen. Die Neigung zu Schauern und Gewitter nimmt zum Monatswechsel zu und über dem Süden macht sich zum 4./5. August ein Alpentief mit einer erhöhten Niederschlagsneigung bemerkbar. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage August 2018.

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Umstrukturierung der Großwetterlage

Auch wenn sich das viele erhoffen, eine Umstrukturierung der Großwetterlage hat nicht immer zwingend kühlere Temperaturen und mehr Niederschlag zu Folge, doch die Wahrscheinlichkeiten hierfür steigen nach einer wochenlangen Dominanz der Hochdruckzone an.

Nach den aktuellen Wetterprognosen der Wettermodelle verliert das Skandinavienhoch Anfang August an Substanz und ist bis zum 4. August nahezu abgebaut. Nachfolgend können sich Tiefdrucksysteme über dem Norden von Europa positionieren. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ergeben sich beim Wetter unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten.

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Amerikanisches Prognosemodell: Tiefdrucksysteme nehmen Kurs auf Mitteleuropa

Geht es nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells, kann sich zum 5. August zwischen dem westlichen Russland und Skandinavien ein Tiefdrucksystem positionieren, welches sich im weiteren Verlauf zunehmend verstärken kann.

Die Hochdruckzone verlagert sich weiter nach Süden und kann über Deutschland, der Schweiz und Österreich noch bis zum 8. August wetterbestimmend sein. Von Westen aber setzt sich die atlantische Frontalzone in Gang, was den Tiefdruckeinfluss vom 8. bis 12. August über Mitteleuropa erhöhen kann.

So ist mit einem Ende der Hitzewelle Anfang August zu rechnen und ein Ende der hochsommerlichen Temperaturen wird zur zweiten Augustdekade in Aussicht gestellt. Ob auch die dringend benötigten Niederschläge fallen werden, hängt im Detail davon ab, wie sich die Hochdruckzone positionieren wird.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Der hohe Luftdruck über Skandinavien ist nicht mehr vorhanden © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Hitze im ersten August-Drittel

Das europäische Wettermodell hat in seiner heutigen Wetterprognose die Variante von gestern zwar nicht gänzlich verworfen, doch deutlich umstrukturiert. Zum aktuellen Stand entwickelt sich das Wetter zunächst ähnlich wie nach dem amerikanischen Modell. Das Hochdruckzentrum über Skandinavien existiert zum 4. August nicht mehr und an seiner statt positionieren sich dort Tiefdrucksysteme.

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Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen bis zum 7./8. August aber noch in der schwachgradientigen Hochdruckzone, was die Temperaturen mit verbreitet +27 bis +32 Grad weiterhin im hochsommerlichen Bereich belässt, doch gelangen zunehmend feuchte und labile Luftmassen nach Deutschland, was die Neigung zu teils kräftigen Schauern und Gewittern über Deutschland zunehmen lassen kann.

Der große Knall erfolgt dann mit einem kleinen, aber dynamischen Tiefdrucksystem über dem Norden zum 8. August, welches bis zum 10. August Deutschland überquert haben könnte. Auf dessen Rückseite können kühlere Luftmassen nach Deutschland gelangen, doch gerade in der Übergangsphase kann zwischen dem 8. und 9. August das Potential für unwetterartige Wetterereignisse ansteigen.

Nachfolgend positioniert sich auf dem Atlantik zwischen den Azoren und Island ein Hochdruckkeil und mit dem Verbund des Tiefdruckkerns über Skandinavien können kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden. Eine für den Sommer unübliche Entwicklung der Großwetterlage.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Tiefer Luftdruck über Skandinavien, Hochdruckblockade über dem Atlantik © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Sommerlich warme erste August-Dekade, anschließend kühler

Die Kontrollläufe berechnen Anfang August einen Rückgang der Temperaturen im Mittel von etwa 2 bis 4 Grad. Der Mittelwert selbst liegt aber bis zum 8. August mit einer Abweichung von 2 bis 4 Grad im zu warmen Bereich. Anders formuliert fällt die erste August-Dekade gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert deutlich zu warm aus. Ab dem 9. August bestätigt sich die Normalisierungstendenz der letzten Tage.

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So liegt das Temperaturspektrum am 8. August zwischen +21 bis +35 Grad (Mittelwert: +28 Grad) und am 15. August zwischen +17 bis +33 Grad (Mittelwert: +22 bis +24 Grad).

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 31.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wann kommt Regen?

Schauer und Gewitter sorgen zum Monatswechsel für etwas Nass von oben. Sonst zeigt sich in den Kontrollläufen bis zum 8. August eine nur geringe Niederschlagsentwicklung, welche über dem Alpenraum auch mäßig hoch ausgeprägt sein kann. Darüber hinaus steigt die Niederschlagsaktivität über dem Norden und Osten generell an und bleibt über dem Westen und Süden im gemäßigten bis schwachen Bereich.

Sommerprognose 2018 nach dem Langfristmodell: August deutlich zu warm

Ob eine nachhaltige Abkühlung im August Bestand haben kann, ist zum aktuellen Stand in Frage zu stellen. Zu dominant erwiesen sich die Hochdrucksysteme über Mitteleuropa und Skandinavien, was eine Erhaltungsneigung wahrscheinlicher als eine rasches Ausgleichsverhalten macht. Dass sich die Großwetterlage aber allmählich umstellen kann ist zum derzeitigen Stand durchaus möglich.

Im aktuellen Wettertrend des Langfristmodells wird der August 2018 mit einer Temperaturabweichung von +1 bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm berechnet. Auch das kann für eine geringere Eintreffwahrscheinlichkeit einer länger anhaltenden zu kühlen Wetterperiode gewertet werden.

Nimmt man an, dass das erste Augustdrittel um etwa 4 Grad zu warm ausfallen wird und die zwei verbleibenden Dekaden sich normalisieren können, so würde am Ende der August am Ende um +1,3 Grad zu warm ausfallen. Anders formuliert geht das Langfristmodell davon aus, dass der etwas zu warme Wettercharakter im August auch im zweiten und letzten Drittel anhaltend sein kann.

In der Niederschlagsprognose werden die Gebiete nördlich der Linie von Köln und Dresden deutlich zu trocken berechnet, während die Niederschlagsneigung nach Süden hin zunehmen, im Trend aber auch etwas zu trocken ausfallen kann.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +3,3 Grad Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +3 Grad Trend: Normal bis zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 31.07.2018

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