Zunächst noch heißes Sommerwetter, doch die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern nimmt zu. Ob ein Wetterwechsel Anfang August seine Chancen hat, hängt ganz davon ab, wie weit die Tiefdrucksysteme nach Osten vorankommen können.

Ein schwacher Tiefdruckausläufer erreicht nach der aktuellen Wettervorhersage Anfang August Deutschland und kann mit kräftigen Schauern und Gewittern für mehr Niederschlag und für eine Abkühlung sorgen, was nach der Hitzewelle aus dem Juli erfrischend sein kann. Zuvor aber gilt auch die Aufmerksamkeit noch auf den heutigen Tag zu lenken, denn von West nach Ost ziehen heute kräftige Schauer und Gewitter und können örtlich für unwetterartige Wetterereignisse sorgen.

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Ist das Anfang August nun nur eine vorübergehende Veränderung, bzw. eine kurze Störung des Sommerwetters, oder ist es der Beginn einer nachhaltigen Umstellung?

Die Wetterprognosen der Wettermodelle sind sich noch nicht einig. So wird Anfang August weiterhin ein kräftiges Tiefdrucksystem über Island berechnet, welches sich unbedingt in Richtung Skandinavien positionieren möchte. Dort aber liegt aber ein Hochdruckbollwerk, welches erst einmal ausgeräumt werden muss. Damit das überhaupt geschehen kann, verlieren beide Wettersysteme an Dynamik - reiben sich quasi auf. Letzten Endes wird die Position der Wettersysteme entscheidend sein, ob das Wetter über Deutschland kühler und niederschlagsreicher ausfallen kann.

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Amerikanisches Prognosemodell: moderate Veränderung des Zirkulationsmusters

Wie bereits gestern schon erwähnt, zeigen sich die Wettervorhersagen des amerikanischen Wettermodells derzeit Sprunghaft und gehen von Lauf zu Lauf von einem Extrem in das andere über. Man kennt das aber und in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Schwankungen tatsächlich einen Wetterwechsel ankündigen, doch diese meist moderater als ursprünglich simuliert ausfallen können.

Die Hitzewelle wird ihr Ende finden können
Die Hitzewelle wird ihr Ende finden können

Den Tiefdrucksystemen gelingt nach der aktuellen Prognose der Durchbruch nach Skandinavien nicht, doch das Skandinavienhoch schwächt sich ab und verlagert seinen Hochdruckkern mehr in Richtung England, Frankreich und Deutschland. So lässt die Niederschlagsneigung nach dem 2. August bis zum 11. August wieder nach, doch mit Hilfe des östlichen Hochdruckgradienten können mit +24 bis +28 Grad etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden.

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Dieses Hochdrucksystem hält sich bis zum 11. August relativ stabil, verlagert sich bis zum 13. August aber weiter nach Südwesten in Richtung der Azoren. Somit wird auch die Hochdruckzone allmählich abgebaut und das Skandinavienhoch könnte zum Beginn des zweiten August-Drittels der Vergangenheit angehören. Mit zunehmender Intensität streben die Tiefdruckgebiete nach Skandinavien und könnten das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz unbeständiger und auch etwas kühler ausfallen lassen.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Die Hochdruckzone über Deutschland, Österreich und der Schweiz wird abgebaut © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Wetterwechsel oder Hitzewelle?

Auch das europäische Wettermodell berechnet aktuell unterschiedliche Varianten von Lauf zu Lauf, doch der Kern der Interpretation ist meist der Gleiche. Das Tiefdrucksystem über Island will weiter nach Osten vorankommen. Das Schwierigkeit in der Wettervorhersage liegt nun darin, wie weit das Tiefdruckgebiet tatsächlich nach Osten vorankommen wird und wie sich die Hochdruckzone hierzu verhalten wird.

Die Hochdruckzone bleibt bis zum 2. August zunächst intakt, verlagert ihren Kern aber zum 3. August weiter raus auf den Atlantik. Das schwächt das Skandinavienhoch doch liegt vor Mitteleuropa ein weiterer Tiefdruckwirbel und saugt aus dem Süden extrem warme Luftmassen nach Norden über die Alpen bis nach Deutschland. Die Hitzewelle könnte also noch weiter gehen, wenngleich die Neigung zu Unwettern weiter zunehmen kann.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Das Skandinavienhoch ist abgebaut, doch die Hitze bleibt © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Die Hitzewelle endet

Geht es nach der Wetterprognose der Kontrollläufe, so herrscht seit gestern weitgehend Einigkeit darüber, dass die Hitzewelle am 2. August ihr Ende finden könnte. Darüber hinaus zeigt sich ein breiteres Spektrum der Entwicklungsmöglichkeiten, doch der Mittelwert liegt in einem für die Jahreszeit nur noch leicht zu warmen Bereich.

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Das Temperaturspektrum erreich am 2. August +21 bis +33 Grad (Mittelwert: +27 Grad), am 7. August +21 bis +32 Grad (Mittelwert: +26 Grad) und am 12. August +20 bis +32 Grad (Mittelwert: +26 bis +27 Grad). Zum Vergleich: heute liegt der Mittelwert bei +32 Grad.

Wann kommt Niederschlag?

Ende Juli und Anfang August ist mit einer erhöhten Niederschlagsleistung zu rechnen, welche ab dem 3. August über dem Westen und Süden in den leicht erhöhten Bereich zurückgeht und über dem Norden und Osten im mäßig erhöhten Bereich verbleibt.

So bleibt es auch heute dabei - ein durchgreifender Wetterwechsel sieht anders aus, aber aus Sicht der Temperaturen ist ein Ende der Hitzewelle zum 3./4. August mit einer anschließenden Normalisierungstendenz der Temperaturen auszumachen. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 28.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Sommerprognose 2018 nach dem Langfristmodell

Das Langfristmodell korrigiert seine Wettervorhersage für den August heute erneut und berechnet eine Abweichung der Temperaturen von +1 bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. In der Niederschlagsentwicklung wird ein zu trockener Norden und ein weitgehend unauffälliger Süden berechnet.

Schaut man sich Europa an, so werden die Gebiete nördlich der Alpen normal bis zu trocken und die südlich gelegenen im Trend zu nass simuliert. Ähnliches zeigt sich auch bei den Temperaturen: Südeuropa tendenziell etwas zu kühl und nördlich der Alpen zeigt sich eine positive Abweichung der Werte gegenüber dem langjährigen Mittelwert.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +2 bis +3 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +3 Grad Trend: Normal bis etwas zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 28.07.2018

Fazit

Eine spannende Wetterentwicklung steht bevor, bei der es zu drei wahrscheinlichen Großwetterlagen kommen könnte. Entweder die Hochdruckzone setzt sich durch und es bleibt alles wie gehabt, oder aber die Tiefdrucksysteme sorgen für einen abwechslungsreicheren Wettercharakter bei etwas zurückgehenden Temperaturen. In der letzten Variante zeigt sich eine Mischung aus beidem, was zum aktuellen Stand auch eine wahrscheinlichere Variante darstellt. Schauer und Gewitter werden von Schönwetterperioden abgelöst. Die Temperaturen aber könnten von einer andauernden Hitzewelle Abstand nehmen. Zu kalte Varianten haben aber im letzten Sommermonat weiterhin schlechte Karten.

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