Das Sommerwetter wird heiß und die Neigung zu Unwettern nimmt phasenweise zu. Doch wie lange kann die Hitzewelle noch andauern und wie könnte sich ein Wetterwechsel gestalten?

Das Wetter im August beginnt, wie das im Juli endet - sommerlich heiß. Schauer und Gewitter sind zwischendurch immer wieder einmal möglich und stärkere Gewitter mit erhöhtem Unwetterpotential sind nach der aktuellen Wettervorhersage am 28. Juli und am 1. August zu erwarten.

Die Frage die sich aber stellt - bleibt auch der August so heiß, oder ist eine Veränderung der Großwetterlage möglich, welche die Hitzewelle abmildern und für etwas Niederschlag sorgen kann?

Ein hochsommerlich heißer Wettercharakter - ein Schattenplatz ist dringend zu empfehlen
Ein hochsommerlich heißer Wettercharakter - ein Schattenplatz ist dringend zu empfehlen

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Schaut man sich die Struktur der Großwetterlage Anfang August an, so sind zwei Wettersysteme für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz von Bedeutung. Zum einen die atlantische Frontalzone bei Island und zum anderen ein Hochdruckgebiet über Skandinavien, welches mit Hilfe einer Hochdruckbrücke auch weitgehend das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz bestimmen kann.

Nun strebt aber der tiefe Luftdruck gerne nach Osten und wird durch das Hochdrucksystem blockiert. Es ist dabei schon einiges an Energie aufzuwenden, um das Hochdruckbollwerk über Skandinavien abzubauen, aber aus statistischer Sicht heraus kann sich keine Großwetterlage für die Ewigkeit halten. Es ist also nur eine Frage der Zeit für Veränderungen und die Prognosemodelle lassen den Rückschluss zu, dass der Zeitraum um den 5. August herum dafür günstig erscheint.

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Amerikanisches Prognosemodell: Grundlegende Veränderung des Zirkulationsmusters

Die Wetterprognosen des amerikanischen Wettermodells muss man in den letzten Tagen mit einer gewissen Skepsis bewerten. Zu groß sind die Sprünge von deutlich zu heiß in die zu kühle Richtung - zu oft wurden auch Varianten von einem Tag auf den anderen verworfen - die Konsistenz von Lauf zu Lauf lässt zu wünschen übrig.

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Aber die Berechnungen von heute haben eine Struktur, welche eine Veränderung der Großwetterlage nachvollziehbar und auch plausibler erscheinen lassen. Die andauernde Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zeigt Wirkung und der hohe Luftdruck baut sich zum 4. August über Skandinavien ab. Nachfolgend verlagert sich der Schwerpunkt der Tiefdruckaktivität über Skandinavien, was das Hochdrucksystem zum Zurückweichen zwingt und sich im Bereich von Neufundland, England und der Mittelmeerregion verlagern kann.

Somit sind die Fronten geklärt: Tiefdruck über dem Norden, Hochdruck über dem Süden - das Zirkulationsmuster hat somit die Chance sich nach langer Zeit einmal wieder zu normalisieren. Zwischen den Fronten liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit einer von Süd nach Nord zunehmenden Niederschlagsneigung könnten sich nach dieser Wetterprognose die Temperaturen vom 5. bis 11. August langsam auf +20 bis +25 Grad abkühlen und mit einer entsprechenden Niederschlagsdauer auch darunter liegen.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Die Hochdruckzone über Deutschland, Österreich und der Schweiz wird abgebaut © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Tiefdruckaktivität zeigt Wirkung

Nach der aktuellen Wettervorhersage des europäischen Wettermodells zeigt sich auch hier eine deutlich erhöhte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, doch das Hochdruckgebiet ist ebenso aktiv und möchte seine Struktur gerne erhalten (Erhaltungsneigung).

So verstärkt sich am 4. August der Hochdruckkeil des Azorenhochs in Richtung Skandinavien blockiert die Tiefdrucksysteme auf ihrem Weg in Richtung Skandinavien. Deutschland, die Schweiz und auch Österreich verbleiben zunächst noch in der schwachgradientigen Hochdruckzone bei einer etwas erhöhten Neigung zu Schauern und Gewittern. Zum 6. August aber könnte es den Tiefdrucksystemen gelingen, dass Hochdrucksystem bei Skandinavien zu unterwandern und somit die Hochdruckzone über Mitteleuropa aufzulösen. In Folge daraus wird auch hier die Hochdruckzone langsam abgebaut und durch ein westliches Strömungsmuster - zumindest kurzzeitig - abgelöst werden.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Tiefdrucksysteme können bis nach Mitteleuropa vordringen © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Ernstzunehmender Ansatz einer grundlegenden Veränderung des Zirkulationsmusters

Keine Frage, die Hitzewelle wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch bis zum 3./4. August halten können. Und in den letzten Tagen zeigte sich immer wieder eine weniger wahrscheinliche Variante der Wetterveränderung, welche nun aber - nicht nur von den Hauptläufen, sondern auch von den Kontrollsimulationen - eine zunehmende Unterstützung bekommt. Anders formuliert wird ein Wetterwechsel im Verlauf der ersten August-Dekade zum aktuellen Stand wahrscheinlicher.
Eine Anmerkung aber an dieser Stelle: Das amerikanische Wettermodell ist auch heute wieder als ein Ausreißer in den Kontrollläufen auszumachen - dieses Mal in die zu kalte Richtung. Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten.

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So liegt das Temperaturspektrum am 2. August zwischen +20 bis +33 Grad (Mittelwert: +26 bis +27 Grad), am 5. August zwischen +17 bis +33 Grad (Mittelwert: +24 Grad) und am 10. August zwischen +18 bis +33 Grad (Mittelwert: +24 Grad). Der Mittelwert orientiert sich ab dem 5. August zunehmend am vieljährigen Durchschnittswert.

Wann kommt Niederschlag?

Die Niederschlagsneigung ist um den Monatswechsel herum als leicht erhöht (Schauer und Gewitter) und darüber hinaus über dem Norden und Osten als leicht erhöht und über dem Süden und Westen als schwach ausgeprägt zu bewerten.

Ein durchgreifender Wetterwechsel sieht anders aus, aber aus Sicht der Temperaturen ist ein Ende der Hitzewelle zum 3./4. August mit einer anschließenden Normalisierungstendenz der Temperaturen auszumachen. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 27.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettervorhersage Sommer 2018 nach dem Langfristmodell

In den letzten Tagen haben wir des Öfteren darauf hingewiesen, dass das Langfristmodell im August eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich berechnet. Da der Temperaturüberschuss Anfang August schon ordentliche 3 bis 5 Grad betragen kann, geht das Langfristmodell in seiner Wetterprognose für die restlichen Sommertage von einer Veränderung der Großwetterlage aus, was den Temperaturüberschuss etwas abbauen könnte.

In der Theorie: Sollte das erste Augustdrittel um 2 bis 4 Grad zu warm ausfallen und sich anschließend die Tempertaturen normalisieren können, so würde der Temperaturüberschuss am Ende bei Rund +1 Grad liegen können.

In der Niederschlagsbetrachtung zeigt sich der August normal und im Trend zu trocken - vor allem über den nordöstlich gelegenen Bundesländern. Die Sommermonate in Deutschland im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +2 bis +3 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +2 Grad Trend: Normal bis etwas zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 27.07.2018

Fazit

Ein Wetterwechsel, welcher um den Zeitraum vom 4./5. August beginnt und sich zum 7./8. August über Deutschland vollzogen haben könnte, bleibt eine zunehmend wahrscheinliche Option. Bis dahin aber verbleiben bei einer phasenweisen zunehmenden Unwetterneigung die Temperaturen im hochsommerlich heißen Bereich.

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