Die Hitzewelle hat Deutschland erreicht und wird wohl bis Anfang August anhaltend können. Doch wie lange erhält sich die Hitze im Sommer?

Das Wetter im Sommer 2018 läuft in den kommenden Tagen zur Höchstform auf und lässt die Temperaturen verbreitet auf über +30 Grad ansteigen. Und da dies nach der aktuellen Wetterprognose für den Juli über einen längeren Zeitraum geschieht, spricht man von einer Hitzewelle. Hält diese kurz an, so ist die meist kein Problem, hält sich diese jedoch länger - wie bspw. im Sommer 2003 - so kann das für Mensch, Tier und Natur zu einem ernsthaften Problem werden.

Der Sommer 2018 läuft auf Hochtouren
Der Sommer 2018 läuft auf Hochtouren

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Hitze mit Schauer und Gewitter

Die Großwetterlage ist in den aktuellen Wetterprognosen der Wettermodelle bis Ende Juli und Anfang August klar strukturiert. Da liegt zum einen die atlantische Frontalzone zwischen Grönland und England auf dem Atlantik und zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland liegt ein kräftiges Hochdrucksystem, welches nach Süden - über Deutschland, Österreich und der Schweiz - eine Hochdruckzone aufbauen kann. Im Verbund dieser beiden Wettersysteme werden im Zeitraum vom 24. Juli bis 1. August sehr warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden können.

So kann sich die sommerliche Hitze mit Tropennächten für längere Zeit halten, doch steigt ab dem kommenden Wochenende die Neigung zu teils kräftigen Schauern und Gewittern an - örtlich auch mit Potential für Unwetter. Daran ändert sich bis Anfang August 2018 nichts.

Wie heiß kann es werden?

Das kommt ganz darauf an, wo sich Quellwolken bilden und wie diese sich zu einer Wolkendecke organisieren und entsprechend den Sonnenschein abmildern können. Auch kommt es stark darauf an, wie Intensiv die Schauer und Gewitter ausfallen werden. Aber die Prognosemodelle berechnen Werte von +27 bis +32 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen auch bis +37 Grad. Mit Schauer und Gewitter sind +24 bis +28 Grad möglich. Allesamt für einen Sommer zu warme Temperaturen.

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Viel zu warme Temperaturen für den August

Schaut man sich die Temperaturverteilung der Kontrollläufe an, so zeigt sich das wahre Ausmaß der Hitzewelle. Der Mittelwert des Temperaturspektrums liegt über dem Norden mit einer Abweichung von 4 bis 7 Grad und über dem Süden von 2 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Sehr wahrscheinlich hält sich die Hitze bis zum 5. August.

Die Kontrollläufe berechnen zudem eine erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit über dem Norden und Osten im Zeitraum vom 28. Juli bis 2. August und eine leicht erhöhte Neigung zu Niederschlägen vom 28. Juli bis 5. August über dem Westen und Süden. Meist gehen die Niederschläge in Form von Schauern und Gewittern nieder.

Wann ändert sich das Wetter - wann wird es kühler (normaler)?

Der Temperaturüberschuss ist außergewöhnlich. Noch außergewöhnlicher aber ist die Großwetterlage, welche sich seit Februar mehr oder minder immer wieder erhält, bzw. erneuert. Das für Deutschland typische Atlantikwetter hat in 2018 kaum eine Chance - zumindest bis jetzt.

Wettervideo: Beeindruckender flash flood in Utah

Die Kontrollläufe berechnen ab dem 5. August zunehmende Signale für eine strukturelle Veränderung. Das ist noch nicht mit viel Niederschlag und Regen gleichzusetzen, vielmehr verlagern sich die Wettersysteme zueinander, was die ganz große Hitze abmildern kann. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 8. August über dem Norden um nur noch 1 bis 2 Grad und über dem Süden um 0 bis 2 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Deutlicher zeigt sich das am nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 24.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Amerikanisches Prognosemodell: Hitze geht unvermindert weiter

Das amerikanische Wettermodell zeigte in seinen Wetterprognosen der letzten Tage ab dem 5. August. immer wieder einmal eine kühlere Variante. So abwegig sind diese Wetterentwicklungen also nicht und die kommenden Tage werden für Gewissheit sorgen.

Zum aktuellen Stand aber berechnet das amerikanische Modell einen hochsommerlichen Wettertrend bis einschließlich zum 8. August. Anders formuliert könnte nach dieser Prognose eine Hitzewelle von bis zu 14 Tagen bevorstehen. Anders aber wie 2003 werden häufiger Schauer und Gewitter berechnet - knochentrocken wird es wohl nicht.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach amerikanischen Vorhersagemodell: Die sommerliche Hitzewelle zieht sich bis weit in den August hinein © www.meteociel.fr

Wie kann eine Veränderung aussehen

Kurz noch etwas zur Prognose des europäischen Wettermodells. Auch hier kämpfen die atlantische Frontalzone und das Hochdrucksystem um die Vormachtstellung über Europa und letzten Endes setzt sich bis zum 3. August - unter Zunahme von Schauern und Gewittern - das Hochdrucksystem durch.

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Wie aber muss sich die Großwetterlage verändern, damit ein Wetterwechsel herbeigeführt werden kann?
In den gängigsten Varianten wird der hohe Luftdruck über Skandinavien abgebaut und weicht entweder nach Süden oder nach Westen aus. Weicht das Hochdruckgebiet nach Westen aus, so können aus nördlichen Richtungen deutlich kühlere Luftmassen nach Süden geführt werden. Weicht das Hoch nach Süden aus, so können daraus eine warme Südwestwetterlage, oder eine durchwachsene und mäßig warme Westwetterlage entstehen.

Wie aber bereits weiter oben erläutert handelt es sich aktuell um einen sehr theoretischen Ansatz.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: So könnte ein Wetterwechsel aussehen © www.meteociel.fr

Wettervorhersage Sommer 2018 nach dem Langfristmodell

Das Langfristmodell berechnet im Wettertrend für den letzten Sommermonat August eine Abweichung der Werte von +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. Gut möglich, dass es in den kommenden Tagen hier noch zu Korrekturen kommen kann. Der zentrale Überschuss der Temperaturen liegt über Deutschland, Polen und dem südlichen Norwegen und Schweden. Signifikant zu warm wird Mittel-, West-, Nord- und Osteuropa berechnet. Weitgehend normal bis etwas zu kühl wird der Süden von Europa berechnet.

In der Niederschlagsberechnung wird der Süden von Europa (Portugal, Spanien, Südfrankreich, Italien und rund um Griechenland und die Türkei) etwas zu nass simuliert. Weiter nach Norden normalisiert sich die Niederschlagsberechnung und fällt im Trend leicht zu trocken aus. Die Sommermonate für Deutschland im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +2 bis +3 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +2 Grad Trend: Normal bis etwas zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 24.07.2018

Fazit

Aktuell deutet bis in das erste August-Drittel nur wenig darauf hin, als ob sich etwas am zu warmen Sommer 2018 ändern könnte. Eher das Gegenteil kann mit der Hitzewelle zum Start in die Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern der Fall sein.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 25.07. gegen 13:00 Uhr in einem neuen Wettertrend August 2018.

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