Die Würfel zugunsten einer ersten Hitzewelle im Sommer 2018 sind gefallen. Wie heiß aber kann es aber zum Start in die Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern werden und für wie lange kann sich die Hitzewelle im August behaupten?

Zunächst gibt es über dem Süden - und dort im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern - noch einiges an Niederschlag, welcher im Verlauf vom Montag langsam nachlässt und sich von Westen ein Hochdrucksystem durchsetzen kann. Über dem Norden sind entlang eines breiten Streifens zwischen Hessen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls Niederschläge zu erwarten, während über dem Nordwesten und Osten die Niederschlagsneigung eher gering ausfällt.

Die Temperaturen sind zunächst noch gemäßigt, steigen aber von Montag bis Freitag mit Werten von verbreitet +25 bis +30 Grad und örtlich bis +36 Grad in den hochsommerlichen heißen Bereich an - die erste Hitzewelle im Juli 2018 rollt heran.

Sommerwetter pur
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Schauer und Gewitter bleiben Begleiter des Sommerwetters

Das Hochdrucksystem kann aber nicht uneingeschränkt über das Wetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz herrschen und so sind jeweils zu den Nachmittagsstunden immer wieder örtliche Schauer und Gewitter zu erwarten. Zudem sorgt ein Wolkenband über dem Westen für eine zeitweilige Eintrübung des Sonnenscheins.

Hochsommerliche Hitze bis in den August hinein

Beide Wettermodelle berechnen in ihrem Wettertrend einen Erhalt der Hochdruckstruktur bis in den August hinein, was die Neigung zu regionalen Schauern und Gewittern erhält, die Temperaturen aber noch weiter ansteigen lassen kann.

Wie heiß kann es werden?

Der Höhepunkt der Hitzewelle wird für Ende Juli und in den ersten Augusttagen berechnet. Die möglichen Tageswerte können sich in diesem Zeitraum zwischen +28 bis +34 Grad und örtlich bis +37 Grad bewegen. Mancherorts sicherlich auch noch darüber hinaus. Ob der Rekord aus dem Sommer 2015 mit +40,3 Grad eingestellt werden kann, bleibt abzuwarten.

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Atlantische Frontalzone gegen skandinavisches Hochdrucksystem

So lässt sich der Wettertrend im letzten Sommermonat August zusammenfassen. Die atlantische Frontalzone verstärkt sich nach den jüngsten Berechnungen der Prognosemodelle auf dem Atlantik und versucht im Zeitraum vom 2. bis 6. August sich bis nach Skandinavien durchzusetzen. Gelingt das, so wird das Sommerwetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich unbeständiger und auch kühler. In der Übergangsphase zwischen dem 2. und 4. August wäre zudem mit einem erhöhten Unwetterpotential zu rechnen.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach amerikanischen Vorhersagemodell: Das Hochdrucksystem verliert noch im ersten Augustdrittel seinen Einfluss auf Deutschland und die atlantische Frontalzone kann sich über Skandinavien durchsetzen © www.meteociel.fr

Option auf eine Verlängerung des Hitzesommers

In der zweiten Variante setzt sich das Hochdrucksystem über Skandinavien durch. Zwar könnten Anfang August schwache Tiefdruckausläufer Deutschland erreichen und für eine erhöhte Schauer und Gewitterneigung sorgen, doch die zu Grunde liegende Struktur bleibt erhalten und die atlantische Frontalzone wird blockiert. Die hochsommerlich heißen Temperaturen könnten bei dieser Variante weite Teile des ersten Augustdrittels beeinflussen.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Hitzesumpf über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Störeinflüsse nehmen im August zu

Keine Frage: die Variante - welche das amerikanische Wettermodell in seiner aktuellen Wetterprognose für den August berechnet - ist nach den Kontrollläufen ein zu kalter Ausreißer. Nur wenige der Kontrollläufe nehmen diesen Trend in ihren Berechnungen mit auf. Veränderungen sind in der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells in den kommenden Stunden zu erwarten.

Schaut man sich die Kontrollläufe aber genauer an, so zeigt sich über dem Norden und Osten im Zeitraum vom 28. Juli bis 7. August eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Niederschläge. Weiter nach Westen und Süden ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit eher gering ausgeprägt. Anders formuliert: Sommerliche Temperaturen ja, stabiles Hochdruckwetter eher nein.

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August beginnt zu warm

Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt über dem Norden bis zum 4. August um 5 bis 7 Grad und über dem Süden um 3 bis 5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Darüber hinaus sinkt der Mittelwert etwas ab, ist aber mit einer Abweichung von 1 bis 4 Grad noch immer zu warm.
So liegt das Spektrum der möglichen Werte am 1. August zwischen +24 bis +36 Grad (Mittelwert: +28 bis +30 Grad) und am 6. August zwischen +19 bis +33 Grad (Mittelwert: +26 Grad). Der Temperaturcharakter ist und bleibt sommerlich bis hochsommerlich. Kalte Varianten haben aktuell nur eine geringe Eintreffwahrscheinlichkeit.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 20.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettervorhersage Sommer 2018 nach dem Langfristmodell

Die obenstehende Grafik zeigt es schon beeindruckend, auf welche lange Zeit hin mit sommerlichen bis hochsommerlich heißen Temperaturen zu rechnen ist. Zwar sind Störeinflüsse möglich und in Form von einer zunehmenden Schauer- und Gewitterneigung auch wahrscheinlich, doch wird sich der zu warme Wettercharakter auch im ersten Augustdrittel - zum aktuellen Stand - wohl fortsetzen können.

Das Langfristmodell war in den letzten Wochen mit seinem Wettertrend zum August eher verhalten eingestellt und berechnete die Abweichung mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis etwas zu warmen Bereich. Aufgrund aber der aktuellen Wetterentwicklung korrigiert das Langfristmodell in den letzten Tagen seinen Wettertrend erwartungsgemäß auf eine Abweichung der Werte von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert.

In der Niederschlagsberechnung wird der August weitgehend unauffällig gegenüber seinem langjährigen Sollwert berechnet und kann in Trend etwas zu trocken ausfallen. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +2 bis +3 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +2 Grad Trend: Normal bis etwas zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 20.07.2018

Wetter Sommer 2018: Zusammenfassung

Seit Februar dominiert weitgehend hoher Luftdruck über Skandinavien das Wettergeschehen über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach den Rekordmonaten April und Mai war der erste Sommermonat Juni zu warm und der Juli wird mit einer Abweichung im Bereich von +2,5 bis über die +3 Grad Marke hinaus ebenfalls zu warm ausfallen. Zwar könnte der Wettercharakter im Verlauf des August zunehmend unbeständiger werden, doch ist aufgrund der Vorgeschichte eine zu warme Temperaturentwicklung im letzten Sommermonat sehr wahrscheinlich.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 23.07. gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose August 2018.

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