Ein Hochdrucksystem dominiert das Wettergeschehen über Deutschland, doch wird dieses im Verlauf der kommenden Woche zunehmend in die Zange genommen.

Der Niederschlag über dem Norden lässt allmählich nach und von Südwesten und Westen setzt sich über das kommende Wochenende hoher Luftdruck durch. Der Wettercharakter im Juli wird mit Temperaturen von +22 bis +26 Grad und örtlich bis an die +30 Marke wieder sommerlicher.

Gleichzeitig aber strömen von Süden her feuchte und labile Luftmassen nach Deutschland, was im Schwerpunkt über Bayern und Baden-Württemberg zu den Nachmittags- und Abendstunden für Schauer und Gewitter sorgen kann. Viel an Niederschlag ist aber zunächst nicht zu erwarten.

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Die Umstrukturierung der Großwetterlage

Wetterbestimmend für die kommenden Tage wird ein neuerlicher Hochdruckkeil - von den Azoren bis nach Skandinavien reichend - sein. Bis zum 16. Juli positioniert sich über Island und dem östlichen Europa jeweils ein Tiefdruckgebiet und nehmen das Hochdrucksystem regelrecht in die Zange. Das eine Tief rückt von West nach Ost und das andere von Ost nach West vor. Daraus können unterschiedliche Wetterentwicklungen entstehen, welche die Prognosemodelle heute gut abbilden.

Amerikanisches Prognosemodell: langsame Veränderung des Sommerwetters

Die Tiefdrucksysteme sorgen bis zum 18. Juli für eine Abschwächung des Hochdruckkeils. Das kostet aber Energie und so verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz in einem gradientenschwachen Wetterumfeld. Weder die Hochdruckzone, noch die Tiefdruckgebiete können sich nachhaltig durchsetzen.

Das Wetter wird zunehmend unbeständiger und bei sommerlich warmen Temperaturen von +22 bis +27 Grad sind im Zeitraum vom 16. bis 21. Juli Schauer und Gewitter fast tägliche Begleiter.

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Im Zeitraum vom 22. bis 27. Juli verlagert sich die atlantische Frontalzone weiter nach Osten und kann somit vermehrt das Wetter über Deutschland, der Schweiz und auch Österreich beeinflussen. Bei starker bis wechselnder Bewölkung kann häufiger mit länger andauernden und z.T. auch kräftigen Niederschlägen gerechnet werden. Die Temperaturen könnten bei länger andauerndem Niederschlag auf +16 bis +22 Grad zurückgehen, sonst aber sind weiterhin sommerliche +21 bis +26 Grad möglich.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Der Tiefdruckeinfluss aus dem Westen nimmt zu © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Durchwachsenes Sommerwetter

Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells ist ähnlich der des amerikanischen Prognosemodells, jedoch mit dem Unterschied, dass die atlantische Frontalzone sich noch etwas weiter nach Osten durchsetzen kann. In Folge daraus nimmt die Niederschlagserwartung ab dem 18. Juli zu und die Temperaturen sinken von einem sommerlichen bis hochsommerlichen bis zum 22. Juli auf +21 bis +26 Grad in einen für den Sommer typischen Bereich ab.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Der hohe Luftdruck über Mitteleuropa wird langsam abgebaut © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Normale Temperaturen - deutlich mehr Niederschlag

Die aktuelle Wetterprognose der Kontrollläufe bestätigt die Hauptläufe der jeweiligen Vorhersagemodelle. Die Niederschlagsneigung ist bis zum 16. Juli als gering einzustufen und steigt darüber hinaus in den mäßig erhöhten Bereich an. Die Niederschlagsverteilung ist über dem Norden geringer als über dem Süden, Osten und Westen einzustufen.

Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 18. Juli zwischen +19 bis +29 Grad (Mittelwert: +23 Grad über dem Süden und +25 Grad über dem Norden) und am 27. Juli zwischen +20 bis +32 Grad (Mittelwert: +25 Grad). Zu kühle Varianten sind zwar vorhanden und im letzten Juli-Drittel nicht gänzlich auszuschließen, doch deren Durchsetzungskraft ist zum aktuellen Stand als gering einzustufen. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen Juli 2018 vom 12.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Sommerprognose 2018 nach dem Langfristmodell

Die vergangenen Julitage haben gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell eine Abweichung von +1,16 Grad im zu warmen Bereich vorzuweisen. Der Durchschnittswert wird sich bis zum 20. Juli auf eine Abweichung von rund +1,4 bis +1,8 Grad einpendeln können und es zeigt sich schon jetzt, dass eine deutliche Abkühlung im letzten Juli-Drittel weniger wahrscheinlich ist. Der Juli könnte somit um +1 bis +1,5 Grad zu warm ausfallen. Das Langfristmodell berechnet den Juli aktuell mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad zu warm.

Nicht anders sieht die Wetterprognose für den August 2018 aus. Die Abweichung liegt mit +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich.

In der Niederschlagsentwicklung hat der Juli bis heute etwa 23 Prozent seines Solls erfüllt und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu trocken ausfallen können. Das Langfristmodell berechnet den Juli deutlich zu trocken und den August etwas zu trocken. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: Etwas zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 12.07.2018

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