Die Großwetterlage verändert sich nach den aktuellen Wetterprognosen der Wettermodelle im Verlauf der zweiten Juli-Dekade langsam - aber stetig.

Ein Tiefdrucksystem von der Ostsee nach Deutschland ziehend, beeinflusst das Juliwetter in den kommenden Tagen und sorgt - auch über dem Norden - für zeitweiligen Niederschlag, welcher zum Donnerstag nach Osten abzieht und dem Sommer von Westen wieder mehr Spielraum ermöglicht.

Wie viel Niederschlag ist zu erwarten?

Die Prognosemodelle berechnen bis einschließlich Samstag Niederschlagssummen von verbreitet 8 bis 18 l/m² und örtlich bis 25 l/m². Der meiste Niederschlag kann aber mit 20 bis 50 l/m² und örtlich bis 70 l/m² über den Regionen von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen erwartet werden, während entlang des Rheingrabens mit 0 bis 5 l/m² vergleichsweise wenig Regen niedergehen kann.

Die tiefsten Werte der Woche sind mit +15 bis +20 Grad am Dienstag und die wärmsten mit +24 bis +28 Grad am Freitag zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage für den Juli.

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Großwetterlage bleibt zunächst sommerlich

Die Konstellation aus einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa und einem Hochdruckkeil von den Azoren, über England bis nach Skandinavien reichend, sorgt weiterhin für ein gestörtes Zirkulationsmuster. Ganz langsam aber gewinnt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik an Dynamik und könnte die aktuelle Großwetterlage verändern. Ob nachhaltig oder nicht, hängt von der atlantischen Frontalzone und dem Hochdruckzone ab.

Amerikanisches Prognosemodell: Tiefdrucksysteme nähern sich von Westen

Die atlantische Frontalzone positioniert sich nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells zum 13. Juli über Island und verlagert ihren Kern bis zum 16. Juli zwischen Island und England. Der Hochdruckkeil wird nach Osten verdrängt und über Deutschland, Österreich und der Schweiz entsteht bis zum 16. Juli eine sommerlich warme Südwestwetterlage.

Mit Hilfe der auf südwestliche Richtungen drehenden Grundströmung gelangen auch feuchtere Luftmassen nach Deutschland, was bei Tageswerten von +22 bis +27 Grad die Neigung zu Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann.

Wetterwechsel?

Als möglicher Zeitpunkt für eine grundlegende Umstellung der Großwetterlage zeigte sich in den letzten Tagen immer wieder das Datum rund um den 16. Juli. Das ist heute nicht anders und im Kern geht es darum, ob es der atlantischen Frontalzone es gelingen mag, sich weiter nach Osten bis nach Deutschland, bzw. Skandinavien durchzusetzen, oder aber ob das Hochdrucksystem mit einem neuerlichen Keil das verhindern kann.

Nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Prognosemodells verharrt das Zentraltief vom 16. bis 23. Juli zwischen Island und England und führt auf seiner Vorderseite feucht-warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, was bei sommerlichen Temperaturen die Neigung zu Schauern und Gewittern weiter ansteigen lassen kann.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Sommerliche Südwestwetterlage mit Schauern und Gewittern © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Sommerliches Südwestwetter

Die Wetterprognose des europäischen Vorhersagemodells ist ganz ähnlich. Zwischen Neufundland, Island und England entsteht eine rege Tiefdruckaktivität, doch sorgt der hohe Luftdruck von den Azoren über das östliche Europa bis über das westliche Russland reichend, für eine Blockade der atlantischen Frontalzone und so kommt es im Zeitraum vom 14. bis 19. Juli mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ebenfalls zu einer sommerlich warmen Südwestwetterlage, welche zeitweilig auch von Schauern und Gewittern begleitet werden kann.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Südwestwetterlage © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Sommerlich warme Südwestwetterlage?

Beide Wettermodelle simulieren eine sich im zweiten juli-Drittel entwickelnde Südwestwetterlage. Doch wie wahrscheinlich ist diese Entwicklung? Die Kontrollläufe sind und bleiben relativ klar strukturiert und weisen im wesentlichen zwei Entwicklungen aus.

Gemäßigt warmes Sommerwetter über dem Süden, etwas zu warm über dem Norden

Der Mittelwert des Temperaturspektrums liegt im gesamten Zeitraum vom 14. bis 24. Juli mit Werten von +23 bis +25 Grad über dem Süden in einem für den Sommer normalen Bereich. Über dem Norden erstreckt sich der Mittelwert von +24 bis +26 Grad und ist im Vergleich zum langjährigen Mittelwert um +2 bis +4 Grad zu warm. Großartige Hitzewellen, oder ein deutlich zu kaltes Sommerwetter ist nach den Kontrollläufen bis zum 24. Juli nicht zu erkennen.

Mehr Niederschlag

Der zweite Wettertrend zeigt sich in den Kontrollläufen in Form einer ansteigenden Niederschlagswahrscheinlichkeit, welche über dem Norden ab dem 10. Juli beginnt und bis zum 24. Juli im gemäßigt hohen Bereich verbleibt. Weiter nach Süden aber zeigt sich erst ab dem 15. Juli eine erhöhte Niederschlagsleistung. Flächendeckender Dauerregen ist aber auch nach den Kontrollläufen nicht zu erwarten, vielmehr wird der Niederschlag größtenteils in Form von Schauern und Gewittern neidergehen können.

Diagramm Temperaturen Juli 2018 vom 09.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettervorhersage Sommer 2018 nach dem Langfristmodell

Da ändert sich gegenüber den letzten Tagen nicht allzu viel. Der Juli wird mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +2 Grad leicht bis deutlich zu warm berechnet und auch der August hat mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad und örtlich bis +2 Grad eine erhöhte Wahrscheinlichkeit zu warm auszufallen.

Betrachtet man Europa, so wird ein breiter Streifen von England über Frankreich, Deutschland, dem südlichen Skandinavien und dem westlichen Polen zu warm simuliert. Schaut man sich die dazugehörige Niederschlagsberechnung an, so ist zum aktuellen Stand ein in diesen Regionen zu trockenes Sommerwetter zu erwarten. Das Zentrum der Trockenheit liegt - im Juli, wie im August - im Bereich zwischen Norddeutschland und dem östlichen Europa.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: Etwas zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 09.07.2018

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