Die kommenden Tage werden sommerlich warm und auch trocken ausfallen. Darüber hinaus zeichnet sich ein zunehmend deutlicher Wettertrend für den Sommer ab.

Die Trockenheit setzt sich nach der aktuellen Wettervorhersage über dem Norden noch bis zum 5. Juli fort. Etwas anders die Situation über dem Süden, wo zum Beginn in die neue Woche feucht-warme Luftmassen für regionale Schauer und Gewitter sorgen können.

Die Temperaturen gehen über dem Osten mit einem Wind aus nordöstlichen Richtungen kurzzeitig zurück, steigen aber bis zur Wochenmitte mit Werten von +24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad in den sommerlichen bis hochsommerlich warmen Bereich an.

Besonders deutlich wird die Trockenheit, wenn man die Niederschlagsbilanz des Juni betrachtet. 55 Prozent des Solls wurden erfüllt und zwischen Erfurt und Magdeburg sind gerade einmal 7 Prozent erreicht worden.
Zudem waren die Temperaturen im Juni gegenüber dem langjährigen Mittelwert erneut viel zu warm - mehr dazu folgt im Tagesverlauf im Rückblick: Wie war das Wetter im Juni 2018?

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Sommerwetter!

Die Wetterprognosen der Wettermodelle waren in den letzten Tagen noch uneinheitlich. Insbesondere das amerikanische Prognosemodell berechnete immer wieder Varianten, welche zur zweiten Juli-Dekade eine deutlich kühlere und unbeständigere Wetterlage hätte zur Folge haben können. Das europäische Wettermodell blieb stur und berechnete von Tag zu Tag eine sommerliche und hochdruckdominierte Großwetterlage. Das kann mitunter für die kommende Wetterentwicklung des Sommers nicht unwichtig sein, denn die Großwetterlage die sich nun einstellt, hat nach der Statistik eine erhöhte Wahrscheinlichkeit sich über die Sommermonate hinweg zu behaupten (Siebenschläferregel).

Amerikanisches Prognosemodell: Zunächst Sommerwetter

Es war schon gestern angedeutet worden, dass das amerikanische Vorhersagemodell mit seinem kalten Ausreißer in den kommenden Stunden Veränderungen erfahren wird. Das war auch der Fall, aber nur bedingt. So kann sich in der aktuellen Wettervorhersage des Modells die Hochruckzone im ersten Juli-Drittel weitgehend behaupten.

Ab dem 2./3. Juli aber strömen feucht-warme Luftmassen nach Deutschland, welche zunächst über Baden-Württemberg und Bayern für Schauer und Gewitter sorgen und sich bis zum 6. Juli auch über den Norden ausdehnen können. Das Potential für unwetterartige Wetterereignisse kann ab dem 5./6. Juli ansteigen.

Zum 9./10. Juli gelingt es einem Tiefdruckausläufer das Skandinavienhoch zu unterwandern und sich über Deutschland zu positionieren. Das Skandinavienhoch wird von den nachfolgenden Tiefdrucksystemen nach Osten weg gedrückt und so ergibt sich der Spielraum für ein kräftigen Tiefdruckwirbel zwischen Island und England. Kaltes Wetter ist nach dieser Prognose nicht unbedingt zu erwarten, doch der Wettercharakter wandelt sich allmählich von sommerlich stabil zu unbeständig.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Eine Veränderung der Großwetterlage zeigt sich erst im Verlauf der zweiten Juli-Dekade © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Der Sommer auf Hochtouren

Zum europäischen Wettermodell gibt es nicht viel zu sagen, außer dass es seit Tagen eine beeindruckende Konsistenz vorweist. Das sommerliche Hochdrucksystem bestimmt in der ersten Juli-Dekade das Wettergeschehen über Deutschland, Österreich und der Schweiz weitgehend und zur zweiten Juli-Dekade strebt das Azorenhoch in Richtung Nordosten und positioniert sich zum 10. Juli mit seinem Kern über England.

In Folge daraus wird die atlantische Frontalzone blockiert und die Wahrscheinlichkeiten für einen Fortbestand der Trockenheit erhöht sich. Die Temperaturen sind nach dieser Wetterprognose jedenfalls als sommerlich warm bis hochsommerlich heiß zu bewerten.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Überwiegende Hochdruckdominanz - atlantische Tiefdrucksysteme haben kaum eine Chance sich bis nach Deutschland durchzusetzen © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Eine von Nord nach Süd ansteigende Niederschlagsneigung

Die Überschrift unterstreicht noch einmal, dass die Niederschlagsneigung über dem Norden in der Mittelfrist als gering einzustufen ist. Die ersten zaghaften Niederschlagssignale zeigen sich über dem Norden am 6./7. Juli, bleiben darüber hinaus aber schwach und nehmen erst zum 13./14. Juli wieder zu. Schön für alle, welche die in manchen Bundesländern schon begonnen Sommerferien in Deutschland verbringen. Für die Natur und Vegetation aber zunehmend ein Problem darstellt.

Etwas anders die Situation über dem Süden, wo in den letzten Tagen schon einiges an Niederschlag zusammen kam. Hier steigt zum 5. Juli die Niederschlagsneigung an und bleibt bis zum 15. Juli leicht erhöht. Meist aber in Form von Schauern und Gewittern, welche wohl aber nicht flächendeckend niedergehen werden.

Der zweite Sommermonat startet zu warm

Dieser Wettertrend zeichnet sich in den Kontrollläufen schon seit ein paar Tagen ab. So liegt das Temperaturspektrum am 6. Juli zwischen +22 bis +30 Grad (Mittelwert: +25 bis +27 Grad), am 10. Juli zwischen +15 bis +30 Grad (Mittelwert: +24 bis +26 Grad) und am 15. Juli zwischen +15 bis +28 Grad (Mittelwert: +22 bis +23 Grad). Die Abweichung des Mittelwertes liegt in etwa um 1 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Keine Rekordtemperaturen, aber dennoch zu warme Werte.

Ein möglicher Wetterwechsel im Sommer ist aber im Zeitraum nach dem 10. Juli weiterhin möglich. Hierzu muss man aber noch abwarten, wie sich die Hochdrucksysteme zueinander positionieren werden.

Diagramm Temperaturen Juli 2018 vom 30.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose Sommer 2018 nach dem Langfristmodell

Trotz der wahrscheinlich zu warmen Temperaturentwicklung reagiert das Langfristmodell mit seiner Wetterprognose nur sehr verhalten darauf. Es bleibt seiner Linie treu und berechnet den Juli mit einer Abweichung der Temperaturen von +0,5 bis +1 Grad nur etwas zu warm. In der Niederschlagsbilanz wird der Juli 2018 deutlich zu trocken berechnet.

Auffällig hierbei ist der mitteleuropäische Raum aber auch das südliche Skandinavien und England werden deutlich zu trocken berechnet. Die Mittelmeerregion rund um Spanien, Frankreich, Italien bis nach Griechenland und Türkei wird mit einer etwas erhöhten Niederschlagerwartung simuliert. Das lässt auf ein Hochdrucksystem über Zentraleuropa schließen. Eine Korrektur der Temperaturprognose ist in den kommenden Tagen sehr wahrscheinlich.

Für den August bleibt ebenfalls alles wie gehabt. Die Abweichung der Temperaturen soll demnach mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich liegen. Die Niederschlagsberechnungen sind für den August gegenüber seinem Sollwert unauffällig. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: Zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: Normal bis leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 30.06.2018

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