Wie wird der Sommer 2018? Eine Antwort auf diese Frage kann der Siebenschläferzeitraum geben und in diesem Zeitraum berechnen die Prognosemodelle eine interessante Wetterentwicklung.

Es zeigt sich schon in der aktuellen Wettervorhersage für den Juli 2018, dass das Wetter im Verlauf der Woche zunehmend sonniger und auch deutlich wärmer werden kann. Verantwortlich hierfür ist ein Hochdrucksystem, welches sich mit seinem Kern langsam von England in Richtung Skandinavien bewegt und dabei eine Hochdruckzone von den Azoren bis über das westliche Russland aufbauen kann.
Der zweite Hauptakteur ist ein Tiefdrucksystem über der östlichen Mittelmeerregion, welcher im Verbund mit der Hochdruckzone über Deutschland, Österreich und der Schweiz für eine nordöstliche Grundströmung sorgt und gleichzeitig - über dem Süden und Osten - feuchtere Luftmassen nach Deutschland heranführen kann.
So steigt von Mittwoch bis Freitag die Neigung zu Schauern und Gewittern über den Gebieten etwa südlich der Linie von Köln und Dresden an, welche am Donnerstag auch länger andauernd ausfallen können.
Die Temperaturen erreichen im Verlauf der Woche rasch sommerlich warme bis hochsommerlich heiße Werte.

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Siebenschläferzeitraum und die Entwicklung des Sommerwetters

Fraglich war in den letzten Tagen, wie sich das Tiefdruckgebiet gegenüber der Hochdruckzone verhalten wird. Von kühlen Trogwetterlagen über eine Hitzehoch bis hin zu einer westlichen Ausrichtung des Strömungsmuster war alles möglich. In den letzten Stunden zeichnet sich in den Wetterprognosen der Prognosemodelle eine einheitlichere Tendenz ab.

Amerikanisches Vorhersagemodell - Heißes Sommerwetter

Das Hochdrucksystem lässt sich nicht wirklich vom tiefen Luftdruck beeinflussen und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz im gesamtem ersten Juli-Drittel für eine schwachgradientige Großwetterlage. So kann mit viel Sonnenschein das Temperaturniveau im sommerlichen warmen bis hochsommerlich heißen Bereich liegen. Temperaturen von +30 bis +35 Grad wären möglich. Zeitgleich steigt im weiteren Verlauf die Neigung zu Schauern und Gewittern an, welche örtlich auch Unwetterpotential erreichen können.

Die Niederschlagsneigung ist etwa südlich der Linie von Köln und Dresden in Form von Schauern als hoch zu bewerten, jedoch werden die Niederschläge nicht gleichmäßig verteilt werden können. Weiter nach Norden nimmt die Niederschlagsneigung allgemein ab, aber auch dort sind phasenweise Schauer möglich.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach amerikanischen Prognosemodell: Schwachgradientiger Wettersumpf © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell - Unbeständiges Sommerwetter

Die aktuelle Wettervorhersage des europäischen Prognosemodells simuliert eine andere Wetterentwicklung wie das amerikanische Wettermodell. Das Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa verlagert sich bis zum 30. Juni weiter über die westliche Mittelmeerregion, positioniert sich Anfang Juli über England und geht im weiteren Verlauf in die atlantische Tiefdruckrinne über.

Der Aufbau einer halbwegs stabilen Hochdruckzone wird gestört und so verbleibt auch nach dieser Berechnung Deutschland im Umfeld einer schwachgradientigen Wetterentwicklung, welche jedoch vermehrt von feuchten Luftmassen bestimmt werden kann. Temperaturen von +25 bis +30 Grad und örtlich darüber hinaus sind möglich, doch die Neigung zu kräftigen - teils unwetterartigen - Wetterereignissen ist höher einzustufen.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Schwachgradientige Wetterverhältnisse über Deutschland - erhöhte Gefahr von Schauern und Gewittern © www.meteociel.fr

Siebenschläferzeitraum: Sommerlich warm?

Der Siebenschläferzeitraum erstreckt sich vom 25. Juni bis 11. Juli und oftmals bestimmt die sich in diesem Zeitraum einstellende Großwetterlage das Wetter im Sommer. Schaut man sich die Verteilung der Höhenströmung (Jetstream) an und vergleicht diesen mit dem Zeitraum von 2017, so stellt man eine nördliche Verlagerung des Jetstreams fest.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Jetstream nach dem amerikanischen Wettermodell: Vergleich Jetstream 2017 / 2018 © www.meteociel.fr

Das bedeutet zugleich, dass das Azorenhoch stärker ausgeprägt und die atlantische Tiefdruckrinne weiter nach Norden verschoben ist. Wer sich an den letzten Sommer noch erinnern kann, so war dieser häufig durchwachsen und von vielen Schauern und Gewittern durchsetzt und am Ende um etwa +1,7 Grad zu warm.

Kontrollläufe: gesichert ist nichts, ein Wettertrend ist erkennbar

Die Kontrollläufe zeigen es deutlich, dass das amerikanische Wettermodell mit seiner Interpretation der Wettervorhersage ein warmer Ausreißer ist und nicht alle Kontrollläufe folgen - Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten. Doch im Schnitt zeichnet sich ein gegenüber dem langjährigen Mittelwert ein zu warmer Temperaturverlauf in der ersten Juli-Dekade ab. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen Juli 2018 vom 25.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Welche Schlussfolgerung lässt sich daraus für den Sommer 2018 ziehen? Immer vorausgesetzt, die Wettersingularität des sog. Siebenschläferzeitraums trifft auch ein, so wäre - zum aktuellen Stand - mit einem weitgehend hochdruckdominierten Wetter im Sommer zu rechnen bei einem für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen.

Wetter im Sommer 2018 nach der Prognose des Langfristmodells: Kühle Phasen nicht ausgeschlossen

Das Langfristmodell bleibt seiner Wetterprognose der letzten Wochen treu und simuliert für den Juli und August eine Temperaturabweichung von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Das steht auf dem ersten Blick konträr zu oben aufgestellten These einer Hochdruckdominanz. Doch zeigt sich in der Niederschlagsprognose für den Juli eine zu trockene Wetterentwicklung, während der August leicht zu nass ausfallen könnte.

Möchte man dies interpretieren, so berechnet das Langfristmodell im Sommer einen langsamen - sehr langsamen - Wetterwechsel von deutlich zu warm in Richtung normale Temperaturverhältnisse. Die Sommermonate nach den Berechnungen des Langfristmodells im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2 bis +3 Grad Trend: Zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: Etwas zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 25.06.2018

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