Das Wetter im Sommer 2018 verändert sich in den kommenden Tagen und lässt auch kühlere Wetterphasen zu. Entscheidend aber für die weitere Wetterentwicklung werden die Positionen einer Tiefdruckrinne und einer Hochdruckzone sein.

Bis einschließlich Mittwoch sind über Süddeutschland noch unwetterartige Wetterereignisse zu erwarten, deren Höhepunkt heute Nachmittag zu erwarten ist. Die Schauer und Gewitter können mitunter unwetterartig ausfallen (Gewitterradar | Unwetterwarnungen | Warnlagenbericht) und am Dienstag in ergiebigen Dauerregen übergehen, welcher sich zum Mittwoch weiter nach Süden und Südosten zurückzieht. Anschließend beruhigt sich das Wetter über dem Süden und wie bereits über dem Norden kann wieder häufiger die Sonne zum Vorschein kommen (Mehr Details in der aktuellen Wettervorhersage Juni 2018). Die Temperaturen gehen mit einer nördlichen Grundströmung zunächst etwas zurück und steigen ab Donnerstag in einen für die Jahreszeit typischen Bereich an.

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Sommerwetter steht vor einem Wendepunkt?

Der seit langem angekündigte Wetterwechsel vollzieht sich am heutigen 11. Juni und sorgt dafür, dass das ehemals - und für sehr lange Zeit - dominante Skandinavienhoch in der Wetterentwicklung vorerst eine weniger gewichtige Rolle spielt. Stattdessen lebt die Tiefdruckaktivität über dem Atlantik auf und könnte über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine durchwachsene Phase beim Sommerwetter 2018 einläuten. Entscheidend wird sein, wie sich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs in Richtung östliches Europa und die Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien reichend, zueinander positionieren werden.

Amerikanische Prognosemodell: Das Sommerwetter zwischen den Fronten

Die Tiefdruckmaschinerie kommt nach der aktuellen Prognose des amerikanischen Wettermodells auf dem Atlantik langsam in Gang und entsendet ein Tiefdrucksystem nach dem anderen in Richtung Skandinavien. Der Gegenspieler der Tiefdruckrinne ist das Azorenhoch, welches einen Keil von den Azoren bis über das östliche Europa aufbauen kann. In Ansätzen ist auch ein neuerlicher Aufbau eines Skandinavienhochs zu erkennen, was zum aktuellen Stand aber noch zu spekulativ ist. Jedenfalls geraten Deutschland, die Schweiz und auch Österreich im Zeitraum vom 16. bis 24. Juni immer wieder zwischen die Fronten. Mal dominieren die Tiefdrucksysteme das Wetter (16./17. Juni, 20./21. Juni) und mal kann sich der Hochdruckkeil dominierend durchsetzen (18./20. Juni, 23./25. Juni).

Vereinfacht ausgedrückt steht ein wechselhaftes und unbeständiges Wetter im Sommer 2018 bevor, wobei sich die Temperaturen mit +18 bis +24 Grad größtenteils in einem für den Sommer typischen Umfeld bewegen und bei länger andauerndem Sonnenschein auch darüber und bei Regenwetter auch darunter liegen können.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel dem amerikanischen Wettermodell: Weder die Tiefdrucksysteme, noch die Hochdruckzone können sich durchsetzen. Gemäßigt warmes und durchwachsenes Sommerwetter ist die Folge. © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Unbeständiges Sommerwetter

Die Vorhersage des europäischen Wettermodells ist ganz ähnlich. Zunächst sorgen im Zeitraum vom 12. bis 18. Juni atlantische Tiefdrucksysteme über Deutschland, der Schweiz und Österreich für einen unbeständigen und zeitweilig auch kühlen Wettercharakter. Vom 18. bis 22. Juni aber nimmt der Einfluss des Hochdruckkeils auf das Wetter über Mitteleuropa zu. Im Verbund mit der Tiefdruckrinne entsteht eine warme Südwestströmung, was das Wetter im Sommer unbeständig, aber wieder wärmer werden lassen kann.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Tiefdruckzone über dem nördlichen Europa © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Der Sommer zeigt sich gemäßigter

Nach einer längeren unsicheren Wetterentwicklung mit mehreren Optionen, zeigt sich seit gestern ein Trend, welcher sich zunehmend festigt. Deutschland gelangt zwischen die Fronten einer Tiefdruckrinne und einer Hochdruckzone. Das Strömungsmuster dreht dabei auf südwestliche bis westliche Richtungen, was mal kühlere und mal feucht-warme Luftmassen nach Mitteleuropa führen kann. Eine Ostwetterlage - wie sie in den vergangenen Wochen vorherrschend war - hat nun kaum mehr eine Relevanz, ebenso wie deutlich zu kalte Varianten. Das Wetter im Sommer normalisiert sich langsam.

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Die Kontrollläufe berechnen in ihrer Prognose einen signifikanten Temperaturabschwung zwischen dem 12. und 13. Juni, welcher über dem Norden von einem viel zu warmen auf ein normales Niveau und über dem Süden auf ein leicht zu kühles Niveau absinken kann. Im weiteren Verlauf zeigt sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert über Süddeutschland ein leicht zu warmer und über dem Norden zu warmer Temperaturtrend.

So liegt das Temperaturspektrum am 13. Juni zwischen +13 bis +20 Grad (Mittelwert: +15 Grad über dem Süden und +18 Grad über dem Norden), am 17. Juni zwischen +13 bis +28 Grad (Mittelwert: +21 bis +22 Grad) und am 25. Juni zwischen +16 bis +31 Grad (Mittelwert: +22 bis +23 Grad). Die Niederschlagsneigung ist ab dem 15. Juni leicht erhöht.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 11.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose Sommer nach dem Langfristmodell: Juli etwas kühler berechnet

Nein, das Langfristmodell nimmt heute keine Veränderung für den Juni 2018 vor. So bleibt die Abweichung mit +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich, wenngleich die Abweichung der bereits vergangenen Sommertage bei rund +4,3 Grad im viel zu warmen Bereich liegt. Eine sich normalisierende Wetterphase wird somit wahrscheinlicher. Nur einmal angenommen, dass die Temperaturen bis Ende Juni sich nun sich exakt am Mittelwert ausrichten, so könnte die Abweichung Ende Juni bei +1,5 Grad liegen. Passt also ganz gut in das Prognoseschema des Langfristmodells.

Der Juli wurde in den letzten Tagen mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad auf -0,5 bis +1 Grad in den normalen bis leicht zu warmen Bereich abgestuft. De August bleibt mit -0,5 bis +1 Grad nahezu unverändert. Kumuliert man die Prognose des Langfristmodells für die Sommermonate, so ist zum aktuellen Stand ein etwa um +0,8 Grad zu warmer Sommer zu erwarten. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: Norden etwas zu trocken, sonst zu nass
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 11.06.2018

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