Die Großwetterlage verändert sich in der zweiten Juni-Dekade. Doch ob damit auch ein signifikanter Temperaturrückgang zu erwarten ist, bleibt abzuwarten.

In einem gradientenschwachen Wetterumfeld sorgen in den kommenden Tagen feucht-warme und labile Luftmassen im Schwerpunkt über dem Süden für teils kräftige und unwetterartige Schauer und Gewitter, welche nach Norden an Intensität und Anzahl verlieren. Die Temperaturen bleiben nach der aktuellen Vorhersage Juni mit Werten von +24 bis +28 Grad und örtlich bis +32 Grad für die Jahreszeit zu warm. Erst zur Wochenmitte kündigt sich von Westen her eine Abkühlung an.

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Das Sommerwetter im Wandel

Schaut man sich die Großwetterlage bis Mitte der kommenden Woche an, so ist von dem lange Zeit dominanten Hochdrucksystem über Skandinavien nicht mehr viel übrig. Stattdessen drängen von Neufundland Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa. Die Großwetterlage verändert sich, doch können aus dieser Konstellation heraus drei unterschiedliche Wetterlagen entstehen.

Die sommerlich warme Variante

Die Tiefdrucksysteme übertreiben es auf dem Atlantik und sorgen mit ihrer Dynamik für eine Verlagerung des Hochdrucksystems von den Azoren in Richtung Mitteleuropa. Deutschland, die Schweiz und Österreich würden in eine feucht-warme Südwestströmung gelangen, was die Temperaturen mit +24 bis +28 Grad weitgehend im sommerlichen Bereich belässt, jedoch die Neigung zu unwetterartigen Schauern und Gewittern aufrecht erhält.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Feucht-warme Südwestströmung © www.meteociel.fr

Kühles Sommerwetter mit Trog Mitteleuropa

Auch solch eine Variante ist möglich. Das kann dann geschehen, wenn es dem Keil des Azorenhochs nicht gelingt, sich in Richtung Mitteleuropa auszudehnen und sich stattdessen auf dem Atlantik als Blockadehoch positionieren kann. In Folge dessen rutschen am östlichen Hochdruckgradienten Tiefdrucksysteme nach Süden ab und sorgen über Deutschland für einen unbeständigen und auch kühlen Wettercharakter. Wie kühl? Simuliert werden +12 bis +18 Grad.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Blockadehoch auf dem Atlantik mit Trog Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Westliche Grundströmung: mäßig warmes, windiges und unbeständiges Sommerwetter

Eigentlich ein Klassiker, doch in den letzten Jahren in seiner Häufigkeit weniger relevant. Das Azorenhoch zieht sich nach Süden zurück und die Tiefdrucksysteme können sich im Bereich von Island und Skandinavien positionieren. In raschen Abständen können Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa hinwegziehen und für einen regnerischen Wettercharakter sorgen. Die Temperaturen können sich mit +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad auf Jahreszeit typische Sommerwerte einpendeln.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Tiefdruckaktivität zwischen Island und Skandinavien mit einer westlichen Grundströmung über Deutschland © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Die Hochdruckposition bestimmt das Sommerwetter

Egal, wie man die oben genannten Varianten deuten mag, sie alle hängen maßgeblich davon ab, wie sich das Azorenhoch entwickeln mag. Geht es nach den Kontrollläufen, so sind die aktuellen Werte gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 5 bis 9 Grad zu warm und sinken zum 12./13. Juni um 2 bis 5 Grad ab und bleiben im Zeitraum darüber hinaus im zu warmen Bereich.

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Das Temperaturspektrum liegt am voraussichtlich kältesten Tag - dem 13. Juni - zwischen +15 bis +28 Grad (Mittelwert: +19 Grad über dem Süden und +22 Grad über dem Norden) und steigt darüber hinaus bis zum 22. Juni auf +15 bis +30 Grad an (Mittelwert: +22 Grad). Wetterwechsel ja, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Erhalt der sommerlichen Werte. Im Diagramm zeigt sich die Entwicklung deutlicher: normale bis zu warme Varianten haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, sich bis zum letzten Juni-Drittel durchzusetzen.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 08.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose Langfristmodell: Sommer 2018 zu warm

Weiterhin wird in der aktuellen Wettervorhersage Sommer 2018 des Langfristmodells das Wetter im Juni mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm berechnet. Gefolgt von einem +0,5 bis +1 Grad zu warmen Juli und mit -0,5 bis +1 Grad fast schon normalen August.

In der Niederschlagsprognose soll der Juni 2018 mit seinen zahlreichen Schauern und Gewittern größtenteils zu nass ausfallen, doch über dem Norden von Deutschland könnte am Ende des Juni die Niederschlagsbilanz negativ ausfallen (zu trocken). Im Juli berechnet das Langfristmodell zum aktuellen Stand ein über dem Süden normales Niederschlagsniveau, was über dem Norden erneut zu trocken ausfallen kann. Der August bleibt gegenüber seinem Sollwert unauffällig. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: Norden etwas zu trocken, sonst zu nass
Juli 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 08.06.2018

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