Der Sommer dreht in der ersten Juni-Dekade auf und zeigt darüber hinaus deutliche Schwächen.

In der aktuellen Wettervorhersage für den Juni 2018 zeigt sich eine von Süden her zunehmende Neigung zu Schauern und Gewittern, welche sich zum kommenden Wochenende auch über den Norden von Deutschland ausweiten können. Teils auch von unwetterartigen Wettererscheinungen begleitet. Die Temperaturen pendeln sich bis zum 10. Juni auf +23 bis +27 Grad und örtlich auch über die +30 Grad Marke hinaus in den sommerlich warmen Bereich ein. Doch zum Sonntag können über dem Westen mit +17 bis +24 Grad die Temperaturen etwas zurückgehen.

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Wetter im Sommer: Andere Großwetterlage möglich

Schon seit einer geraumer Zeit berechnen die Prognosemodelle für das Wetter in der zweiten Juni-Dekade eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Wechsel der Großwetterlage, welcher gestern erstmals von beiden Wettermodellen ab dem 10. Juni simuliert wurde.

Amerikanisches Vorhersagemodell: Unbeständige Westwetterlage

Das amerikanische Prognosemodell berechnet heute wieder eine Variante, bei der die Tiefdruckaktivität ab dem 10. Juni bei Neufundland zunimmt und sich langsam aber stetig weiter nach Osten verlagert. Das Hochdrucksystem über dem nördlichen und mittleren Europa schwächt sich ab und über Skandinavien wird der Weg für die atlantische Frontalzone frei. Die Tiefdrucksysteme könnten zum 12. Juni Skandinavien erreichen und für ein anderes Sommerwetter sorgen.

Das Zirkulationsmuster normalisiert sich nach diesen Berechnungen und dreht ab dem 12. Juni auf westliche Richtungen, was im Zeitraum vom 12. bis 20. Juni von Westen immer wieder Tiefdrucksysteme nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Das Sommerwetter wird unbeständiger, windiger und auch kühler werden können.
Wie kühl? Am 17. Juni werden Tageshöchstwerte von +15 bis +20 Grad und örtlich bis +22 Grad berechnet. Das entspricht im Gegensatz zum aktuellen Wetter einem Temperaturrückgang von 8 bis 18 Grad.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Wetterwechsel mit kühleren Temperaturen zum 17. Juni © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Der Sommer zeigt Schwächen

Auch das europäische Vorhersagemodell berechnet im Zeitraum vom 10. bis 12. Juni die Abschwächung des Hochdrucksystems über dem nördlichen Europa bei einer gleichzeitig zunehmenden Tiefdruckaktivität über dem Atlantik. Anstatt sich die Tiefdrucksysteme aber über Skandinavien festsetzen können, strömen diese aus nordwestlichen Richtungen nach Mitteleuropa und sorgen über Deutschland, der Schweiz und Österreich für ein unbeständiges und auch kühleres Sommerwetter. Je nach Zugbahn der Tiefdrucksysteme und deren Niederschlagsintensität könnten die Werte mit Sonnenschein auf +17 bis +23 Grad und mit Regen auf +12 bis +17 Grad zurückgehen.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Tiefdruckdynamik nimmt zu und könnte für ein anderes Sommerwetter sorgen © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Der Sommer im Wandel

Nein, etwas außergewöhnliches ist ein Wetterwechsel um den 10. Juni herum nicht und fällt in die Kategorie der Wettersingularität der sog. Schafskälte. Im Gegenteil: der Niederschlag wird - zumindest von der Natur - sehnlichst erwartet und zwar nicht nur in Form von Schauern und Gewittern, sondern ein länger anhaltender Landregen wäre für die Pflanzenwelt wünschenswert.

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Ist mit einer Kältewelle zu rechnen?

Geht es nach den Kontrollläufen, so sind die Temperaturen bis zum 11. Juni gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +4 bis +8 Grad zu warm - viel zu warm. Ein Temperatursturz ist in diesem Zusammenhang nicht gleich mit kalten Temperaturen gleichzusetzen, sondern vielmehr mit sich normalisierenden Werten.
Das bestätigen auch die Kontrollläufe für den Zeitraum vom 12. bis 20. Juni. Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 11. Juni zwischen +16 bis +30 Grad (Mittelwert: +23 bis +25 Grad), sinkt zum 13. Juni auf +14 bis +25 Grad ab (Mittelwert: +19 bis +21 Grad) und pendelt sich darüber hinaus auf einen Mittelwert von +20 bis +21 Grad auf ein Jahreszeit typisches Niveau ein, welcher im Trend leicht zu warm ausfallen kann.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 05.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell mit einer zu warmen Wetterprognose für den Sommer 2018

Die aktuell zurückliegenden Juni-Tage waren gegenüber dem langjährigen Mittelwert bereits um rund +3,6 Grad zu warm. Dieser Überschuss wird bis zum 11. Juni noch weiter ausgebaut werden können. Nimmt man an, dass sich das Temperaturniveau im Sommer anschließend normalisiert und Phasenweise auch etwas kühler ausfallen kann, so ist die aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad plausibel.

Sollte dieser Wetterwechsel tatsächlich so eintreten können, so wäre eine hochsommerliche Wetterphase zunächst einmal schwer zu wiederholen - zumindest im Juni.
Warum? Großwetterlagen wechselnd sich i.d.R. in Zeiträumen von 1 bis 3 Wochen ab und sollte sich die atlantische Frontalzone erst einmal über Skandinavien behaupten können, so wäre wechselhafte West- bis Südwestwetterlagen wahrscheinlicher als beständige Ostwetterlagen.

Für den Juli 2018 berechnet das Langfristmodell eine Abweichung der Werte gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von +0,5 bis +2 Grad und im August von -0.5 bis +1 Grad. In der Niederschlagsprognose wird der Juni über dem Norden zu trocken, sonst zu nass berechnet (erhöhte Niederschlagsaktivität), der Juli wird mit höherer Wahrscheinlichkeit normal bis zu trocken und der August 2018 normal gegenüber seinem Sollwert bewertet. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: Norden etwas zu trocken, sonst zu nass
Juli 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 05.06.2018

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