Sommerlich warmes Wetter in der ersten Juni-Dekade. Zum Zeitpunkt der Schafskälte zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Wetterveränderung.

Der Sommer bleibt in den kommenden Tagen über Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten. Im Schwerpunkt über dem Norden ist häufiger mit Sonnenschein zu rechnen, während im Verlauf der Woche über dem Süden mit Quellbewölkung und zu den Nachmittags- und Abendstunden mit Schauern und Gewittern gerechnet werden kann. Die Temperaturen können mit einer nördlichen und später östlichen Grundströmung kurzzeitig etwas zurückgehen, insgesamt ist der Temperaturcharakter mit Werten von +24 bis +28 Grad als sommerlich zu bewerten und für das Wetter im Juni viel zu warm.

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Wetter im Sommer: Die Großwetterlage verändert sich langsam

Normalerweise bekommen wir zum Start in den Sommer häufiger die Frage gestellt, ob dieser denn schön warm und trocken werden wird, sodass man auch in Deutschland einen Campingurlaub oder auch sonstige Freizeitaktivitäten starten kann. Doch nun häufen sich Anfragen, wann das Wetter endlich mal weniger sommerlich wird - wann also kommt eine kühlere Wetterphase, am besten mit einer zweitätigen Landregenphase? Aber da ist auch noch die andere Seite, welche sich zum Start in die WM in Russland schönstes Sommerwetter wünschen. Das Wetter ist (zum Glück) kein Wunschkonzert und zudem kann das Wetter es niemanden recht machen. So wahrscheinlich auch dieses Mal.

Wechselhaft und unbeständiges Sommerwetter: Schafskälte hat ihre Chancen

Das amerikanische Prognosemodell berechnet in seiner aktuellen Wetterprognose den fast vollständigen Abbau des Skandinavienhochs bis zum 7./8. Juni. Gleichzeitig nimmt die atlantische Frontalzone Kurs in Richtung Mitteleuropa und positioniert sich zum 11./12. Juni über Skandinavien und festig seine Position dort bis zum 15. Juni.

In Folge daraus ist der Wettercharakter bis zum 10. Juni als durchweg sommerlich warm zu bewerten. Im Zeitraum vom 10. bis 15. Juni aber nimmt die Niederschlagsneigung zu, der Wind dreht auf westliche Richtungen und führt nach und nach kühlere Luftmassen nach Deutschland, welche am 15. Juni Tageswerte von +12 bis +17 Grad erreichen könnten.
Das wäre ein Wetterwechsel mit deutlich kühleren Temperaturen und einem unbeständigen Wettercharakter, wie ihn sich manche Leser von uns wünschen und entsprechen der Wettersingularität der sog. Schafskälte.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Das Wetter im Sommer verändert sich in der zweiten Juni-Dekade © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Sommerlicher Wettercharakter mit Blockadehoch

Das europäische Vorhersagemodell bekräftigt heute nochmals seine Simulation von gestern und berechnet bis zum 13. Juni den Aufbau einer Hochdruckblockade zwischen den Azoren und Island. Die atlantische Frontalzone hat somit kaum Chancen sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen. Stattdessen versuchen es Tiefdrucksysteme am östlichen Hochdruckgradienten nach Süden vorzudringen. Ob das gelingen mag, bleibt abzuwarten, doch die Temperaturen haben mit so einer Wetterkonstellation zunächst wenig Chancen sich signifikant von den sommerlichen Werten zu entfernen.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Nördlich orientiertes Strömungsmuster, doch in einem gradientenschwachen Wetterumfeld sind sommerlich warme/heiße Temperaturen zu erwarten © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Zunächst Sommerwetter, dann signifikantes Signal zum Wetterwechsel

Auch die Kontrollläufe sind ein Indiz dafür, dass es das Wetter mit einer Umstellung der Großwetterlage ernst meinen könnte. Die Kontrollläufe berechnen bis zum 10. Juni ein Temperaturniveau, welches gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 4 bis 8 Grad zu warm ausfallen kann.
Im Zeitraum darüber hinaus zeigt sich in der Temperaturentwicklung ein signifikanter Rückgang auf ein Jahreszeit typisches Niveau, welches im Trend noch leicht zu warm ausfallen könnte. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Juni zwischen +18 bis +28 Grad (Mittelwert: +24 bis +26 Grad) und am 17. Juni zwischen +15 bis +30 Grad (Mittelwert: +21 Grad). Nicht zu kühl, lediglich normal.

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Die Niederschlagsneigung ist über dem Norden bis zum 8. Juni als gering einzustufen und steigt im Zeitraum vom 9. bis 17. Juni in den mäßig hohen Bereich an. Über dem Süden wird bereits am 6. Juni eine erhöhte Niederschlagsneigung berechnet.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 03.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell mit einer zu warmen Wetterprognose für den Sommer 2018

Kaum Veränderungen in der Wetterprognose des Sommers vom Langfristmodell. Der Juni wird zum heutigen Stand mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad deutlich zu warm, der Juli mit +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm und der August mit -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm berechnet. Möchte man das Langfristmodell interpretieren, so könnte sich das Wetter über die Sommermonate langsam normalisieren, am Ende aber zu warm ausfallen.

Schaut man über die Grenzen von Deutschland hinaus, so zeigt sich im Sommer 2018 ein Temperaturüberschuss von Grönland über Island, England, Mitteleuropa und der östlichen Mittelmeerregion, während es über dem westlichen Europa (Spanien und Portugal) das Sommerwetter etwas kühler als normal ausfallen kann.

In der Niederschlagsprognose wird ein zu trockener Sommer über dem Norden und ein etwas zu Nasser über dem Süden von Europa simuliert. Das zeigt zugleich, wie die Druckkomponenten sich gegenüberstehen. Hoch über dem Norden, vermehrt Tiefdrucksysteme über dem Süden. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken über dem Norden, über dem Süden etwas zu nass
Juli 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 03.06.2018

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