Die Tiefdrucksysteme nehmen Kurs auf Mitteleuropa. Im Detail aber kommt es darauf an, wie sich ein Hochdrucksystem verhalten und positionieren wird.

Das Skandinavienhoch verlagert sich Anfang Juni etwas weiter nach Westen in Richtung Island und England und ermöglicht eine nördliche Grundströmung, was das Wetter in den ersten Juni Tagen von Norden her langsam etwas kühler werden lassen kann. In diesem Prozess werden die feuchten durch trockenere Luftmassen ausgetauscht, was die Neigung zu Schauern und Gewitter zurückgehen lassen kann.
Anders die Situation weiter nach Süden, dort beginnt der Juni regnerisch und mancherorts auch kühl, doch bis zum 5. Juni dominieren dort wieder feucht-warme Luftmassen mit sommerlichen Temperaturen und Schauern und Gewittern das Wettergeschehen.

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Wetter im Sommer: So leicht lässt sich das Hochdrucksystem nicht wegdrücken

Zumindest was das amerikanische Vorhersagemodell berechnet. Zwar versuchen die Tiefdrucksysteme alles erdenkliche um weiter nach Mitteleuropa voranzukommen und die Hochdruckblockade aufzulösen, doch so recht mag das nicht gelingen. Den Anfang macht in den ersten in den kommenden Tagen ein Tiefdrucksystem über der Barentssee, welches am östlichen Gradienten des Hochdruckkeils zwischen den Azoren und Island nach Süden ziehen möchte.
Das würde auch gelingen können, wenn da nicht ein weiterer kräftiger Tiefdruckwirbel bei Neufundland wäre, was das Hochdrucksystem daran hindert, noch weiter nach Westen auszuweichen. In Folge daraus wird das Hochdruckgebiet zwischen den beiden Tiefdrucksystemen hin und her geschoben. Anders formuliert ändert sich nach dieser Prognose das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz im ersten Juni-Drittel nicht. Es bleibt bei einer schwachgradientigen Wetterlage weitgehend sommerlich warm bei einem zu Schauer und Gewitter neigenden Wettercharakter.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Sommerwetter mit Schauern und Gewittern in der ersten Juni-Dekade © www.meteociel.fr

Unbeständiges Sommerwetter

Ganz ähnlich sind die Berechnungen des europäischen Prognosemodells, allerdings mit einem Unterschied. Das Hochdruckgebiet verlagert sich Anfang Juni nach Westen und baut von den Azoren bis nach Island eine Hochdruckzone auf. Im weiteren Verlauf wird diese Hochdruckzone nach Osten verlagert und befindet sich zum 10. Juni über dem östlichen Skandinavien und westlichen Russland. Die Tiefdrucksysteme sorgen auch nach dieser Wetterprognose für keine durchgreifende Veränderung über Deutschland, Österreich und der Schweiz, doch die gesamte Großwetterlage hat das Potential für Veränderungen im Zeitraum darüber hinaus.
Fasst man die Prognose zusammen, so ist im Zeitraum vom 5. bis 10. Juni mit Tageswerten von verbreitet +22 bis +27 Grad zu rechnen, welche nach Nordosten auf bis über die +30 Grad Marke ansteigen können. Begleitet werden die sommerlichen Temperaturen von einer von Nord nach Süd ansteigenden Neigung zu teils kräftigen Schauern und Gewittern.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Strukturlose Großwetterlage mit einem langsamen Umbau der Großwetterlage © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Wetterwechsel bleibt im Juni Optional

Ganz so einhellig wie die Prognosemodelle das Wetter im Juni berechnen, ist es dann doch nicht. Ersichtlich wird das mit einem Blick auf die Kontrollläufe. Schnell wird klar, dass das amerikanische Vorhersagemodell mit seiner Variante die Wärmste der Kontrollläufe darstellt und als warmer Ausreißer gilt. Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten.

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Es wird - wie in den letzten Tagen bereits mehrfach erwähnt - auf die Hochdruckposition ankommen. Nach den Kontrollläufe zeigt sich im Zeitraum um den 6. Juni herum ein stärkeres Signal für eine Umstellung der Großwetterlage - insofern hat sich an der Möglichkeit eines Wetterwechsels in der ersten Juni-Dekade nichts geändert. Die Niederschlagsneigung ist Anfang Juni als hoch und darüber hinaus über dem Norden schwach bis mäßig und über dem Süden mäßig hoch zu bewerten.
Das Temperaturspektrum liegt am 5. Juni zwischen +17 bis +29 Grad (Mittelwert: +22 bis +23 Grad) und am 14. Juni zwischen +11 bis +25 Grad (Mittelwert: +20 Grad). Anders formuliert zeigt sich im Verlauf der ersten Juni-Hälfte eine Temperaturtrend, welcher von deutlich zu warm zu normalen Sommertemperaturen tendiert - zumindest nach den Kontrollläufen. Deutlich zu kalte Varianten haben kaum Relevanz.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 31.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose einen zu warmen Start in den Sommer, welcher sich im weiteren Verlauf normalisieren kann. So liegt die berechnete Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Juni zwischen +1 bis +2 Grad und im Juli und August zwischen -0,5 bis +1 Grad. Gegenüber den letzten Wochen wurde die Prognose für den Juli 2018 etwas nach oben korrigiert, was die Abweichung näher an die +1 Grad in den zu warmen Bereich bringt.
In der Niederschlagsprognose zeigt sich im Juni ein zu trockener Norden und ein zu nasser Süden, im Juli einen generell zu trockenen Trend und im August sind zum aktuellen Stand keine großartigen Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Sollwert auszumachen. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken über dem Norden, über dem Süden etwas zu nass
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 31.05.2018

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