Die schwül-warme Hitze wird sich im Verlauf des ersten Sommermonats nicht halten können, doch ein markanter Temperatursturz ist (zunächst) nicht zu erwarten.

Kommt es Anfang Juni zu einem Wetterwechsel, oder bleibt das Hochdrucksystem für Deutschland, Österreich und der Schweiz auch im ersten Juni-Drittel wetterbestimmend? Ganz so einfach ist diese Frage nicht zu beantworten, zumindest zum aktuellen Stand noch nicht. Warum? Das Hochdrucksystem verlagert sich in den ersten Juni-Tagen etwas nach Westen in Richtung Island und England. Je nachdem, wie weit das Hochdruckgebiet nach Westen ausweicht, erhöht sich der Spielraum für kühlere Varianten.

Anzeige

Das amerikanische Prognosemodell berechnet für die ersten Junitage einen Rückgang der Temperaturen um etwa 3 bis 8 Grad auf angenehmere +20 bis +25 Grad und örtlich bis +28 Grad. Gleichzeitig werden die schwül-warmen Luftmassen mit einer östlichen bis nördlichen Grundströmung durch trockenere Luftmassen ausgetauscht.

Hochdruckposition wird für das Sommerwetter entscheidend sein

Wie schon im Mai - wo es über dem Süden zwischen dem 11. und 16. Mai deutlich kühler wurde - ist es auch dieses Mal entscheidend, wie sich das Hochdruckgebiet positionieren wird. Drei Varianten sind zum aktuellen Stand möglich.

  • In der ersten Variante passiert nichts. Das Hoch weicht nur kurz nach Westen aus, verlagert sich im weiteren Verlauf aber wieder über Skandinavien, bzw. Mitteleuropa und sorgt in der ersten Juni-Hälfte für einen überwiegend sommerlichen Wettercharakter.
  • Das Hochdrucksystem weicht in der zweiten Variante nach Westen in Richtung Island und Grönland aus und stellt im Verbund mit dem Azorenhoch einen Hochdruckkeil auf dem Atlantik auf. Das wiederum blockiert die atlantische Frontalzone vollständig, auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems aber können Tiefdruckgebiete aus nördlichen Richtungen nach Süden abtropfen. Je nachdem wie weit die Tiefdrucksysteme nach Süden gelangen, kann es über Deutschland, Österreich und der Schweiz kühles und unbeständiges Sommerwetter erwartet werden.
  • In der letzten Variante vollzieht sich ein langsamer, aber unter Umständen auch nachhaltiger Wetterwechsel. Das Hochdrucksystem weicht wie in der zweiten Variante nach Westen aus, anstatt es aber zu einer Hochdruckblockade kommt, wird der Hochdruckkeil durch die zunehmende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik nach Osten weggedrückt. Somit wird der Weg für die atlantische Frontalzone in Richtung Skandinavien frei und das Wetter im Sommer wird zunehmend von einer gemäßigt warmen, unbeständigen und teils auch windigen Westwetterlage bestimmt werden können.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Das Skandinavienhoch löst sich auf und der Weg für die atlantische Frontalzone nach Skandinavien wird frei © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Wetterwechsel im ersten Sommermonat wird bestätigt

So klar, wie es die Überschrift glauben machen will, ist es aber leider nicht. Das Temperaturspektrum bleibt bis zum 5. Juni mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 2 bis 5 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Im Verhältnis aber zu den letzten Mai Tagen - mit einem Überschuss von 5 bis 10 Grad - zeigt sich zum Sommerbeginn ein leichter Temperaturrückgang. Gleichzeitig lässt die Schauer und Gewitteraktivität nach.

Vom 5. bis 10. Juni aber zeigen sich deutlichere Veränderungen. Mit einem Temperaturspektrum von +12 bis +28 Grad und einem Mittelwert von +20 bis +22 Grad zeigt sich noch im Verlauf der ersten Juni-Dekade eine höhere Wahrscheinlichkeit der Normalisierung der Sommertemperaturen. Die Niederschlagsneigung ist vom 1. bis 3. Juni über dem Süden von Deutschland als hoch, sonst vom 1. bis 8. Juni als relativ schwach zu bewerten. Erst im Zeitraum nach dem 8. Juni zeigt sich in den Kontrollläufen wieder eine ansteigende Niederschlagsneigung.

Wie sind die Kontrollläufe zu interpretieren? Das Hochdrucksystem weicht nicht weit genug nach Westen aus, um für einen deutlich spürbaren Wetterwechsel zu sorgen. Doch zeigt sich aber am östlichen Hochdruckgradienten die Zufuhr gemäßigt warmer Luftmassen, was den hochsommerlich schwül-heißen Temperaturen aus dem Mai einen Riegel vorschieben mag.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 28.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Kaum Veränderungen zeigt auch das Langfristmodell in seiner Wetterprognose Sommer 2018. Der Juni 2018 soll mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm, der Juli und August 2018 werden zum aktuellen Stand mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend etwas zu warm simuliert.
Im Niederschlagsverhalten zeigt sich im Juni ein zu trockener Norden und normaler Süden, im Juli ein tendenziell trockenes Sommerwetter und im August mit einer leicht positiven Abweichung gegenüber dem Sollwert (normal bis leicht zu nass). Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 28.05.2018

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen