Das Wetter im Sommer 2018 startet sommerlich warm und mit Schauern und Gewittern muss gerechnet werden. Bleibt es sommerlich warm?

Ein Skandinavienhoch lässt das Wetter im Juni 2018 noch sommerlich warm beginnen, doch steigt in einer insgesamt gradientenschwachen Großwetterlage die Neigung zu Schauern und Gewittern an, welche nicht nur Ende Mai, sondern auch in den ersten Juni-Tagen örtlich auch unwetterartig ausfallen können.

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Frühling warm, Sommer warm?

Viele E-Mails von unseren Lesern drücken es aus, was jeder irgendwie so im Bauchgefühl hat. Wenn der Frühling schon sommerlich war, wie wird das das Wetter im Sommer: noch heißer, einfach nur normal, oder deutlich zu kühl?

Hervorgerufen wurde die Stabilität der letzten Wochen durch ein sich immer wieder erhaltendes Hochdrucksystem über Skandinavien (Erhaltungsneigung). Aber so eine Wetterlage kann sich nicht für alle Zeiten halten und es in der Tat nur eine Frage der Zeit, bis sich das Hochdrucksystem über Skandinavien vollständig abbaut und den Weg für eine andere Großwetterlage frei macht. Ob diese dann die sommerliche Hitze, oder gar die Abkühlung bringt, sei zunächst einmal dahingestellt.

Schaut man auf die Statistik der letzten Sommerjahre, so gab es nach einem zu kalten März, einem warmen April und einem warmen Mai in 66 Prozent der Fälle einen zu warmen Sommer. War der Frühling insgesamt zu warm, so gab es in 73 Prozent der Fälle einen zu warmen Sommer. Und schaut man sich die Sommer der letzten 21 Jahre an, so waren diese allesamt zu warm. Die Angelegenheit ist also klar!? Schön wäre es, denn das Wetter hält von der Statistik nicht allzu viel - wäre ja auch zu schön. Es spiegelt jeweils nur die Wahrscheinlichkeiten wieder.

Temperatursturz im ersten Sommermonat Juni?

In den letzten Tagen berechnete das amerikanische Wettermodell immer wieder die Westwärtsverlagerung des Skandinavienhochs in Richtung Island, bzw. den Aufbau eines Hochdruckkeils von den Azoren in Richtung Island. Das lässt zwar grundsätzlich unterschiedliche Wetteroptionen zu, doch heute wird eine dadurch plausible Wetterentwicklung berechnet, wie sie häufiger einmal vorkommt, wenn sich ein Hochdruckgebiet nach Island verirrt, wo normalerweise ein Islandtief sitzt.
An den östlichen Gradienten werden Tiefdrucksysteme nach Süden geführt, das Strömungsmuster meridionalisiert und ein Trog über Deutschland, Österreich und der Schweiz führt kühlere Luftmassen heran. Wie kalt kann es werden? Für den 8. Juni werden bspw. Tageshöchstwerte von +10 bis +15 Grad und örtlich bis +18 Grad berechnet. Das ist im Vergleich zu heute ein recht ordentlicher Temperatursturz und ein Wetterwechsel, welcher sich gewaschen hat.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Das Skandinavienhoch ist weg und eine Troglage kann über Mitteleuropa zu einem kühlen Sommerwetter führen © www.meteociel.fr

Das Sommerwetter kann sich auch anders entwickeln

Die Berechnungen des amerikanischen Prognosemodell sind in einem gestörten Zirkulationsmuster - wie es aktuell vorherrschend ist - gerne auch mit Vorsicht zu genießen. Zu schnell sind die Berechnungen von zu warm in Richtung zu kalt gekippt, um in den darauffolgenden Tagen korrigiert zu werden. Aber es zeigt eines: Die Möglichkeiten eines Wetterumschwunges sind gegeben.

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Das dieser aber nicht unbedingt so kalt ausfallen muss, zeigen die Berechnungen des europäischen Vorhersagemodells in den ersten Tagen des Sommers 2018. Das Hochdrucksystem verlagert sich auch nach dieser Simulation weiter nach Westen, doch statt die Tiefdrucksysteme am östlichen Hochdruckgradienten eine meridionalisierendes Strömungsmuster einleiten können, verlagert sich das Hoch ganz langsam und sachte weiter nach Osten.
Eine Trogwetterlage ist möglich, doch schaut man auf den Atlantik, so befindet sich bei Neufundland ein Tiefdrucksystem, welches die Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems verhindert. Die Erhaltungsneigung hätte nach dieser Prognose eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit. Das Sommerwetter würde sich im ersten Juni-Drittel weitgehend durchsetzen können.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Das Hochdrucksystem bleibt in der Nähe und stellt einen Wetterwechsel am Anfang des Sommers in Frage © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Sommer bis zum 4. Juni

Auch das zeigt sich in den letzten Tagen immer und immer wieder. Die Kontrollläufe berechnen in ihrer Prognose noch im Verlauf des ersten Juni-Drittels einen Temperaturrückgang, welcher sich mit seinem Mittelwert langsam den Jahreszeit typischen Werten anpasst. Das amerikanische Prognosemodell ist dabei - und das verwundert nicht - die kälteste Berechnung. Veränderungen sind also zu erwarten.

Das Temperaturspektrum liegt am 3. Juni zwischen +15 bis +29 Grad (Mittelwert: +24 Grad) und am 10. Juni zwischen +12 bis +28 Grad (Mittelwert: +20 bis +21 Grad). Die Niederschlagsneigung nimmt zum Sommerbeginn zu, schwächt sich im weiteren Verlauf bis zum 10. Juni über dem Norden ab. Die Kontrollläufe sind also einem neuerlichen Skandinavienhoch nicht abgeneigt.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 27.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Man kann es ja schon erahnen, dass wenn eine Reihe von Monaten deutlich zu warm ausfallen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Veränderung an. Insofern sind und bleiben die Wetterprognosen des Langfristmodells für den Sommer 2018 - zumindest zum heutigen Stand - plausibel. Der Juni wird mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert unverändert zu warm und die folgenden Sommermonate Juli und August werden mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend etwas zu warm berechnet. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 27.05.2018

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