Das Hochdrucksystem sorgt über Deutschland für sommerlich warme Temperaturen, doch wird sich das Hochdruckgebiet bis zum Sommerbeginn halten können?

Über Skandinavien konnte sich in den letzten Wochen immer wieder ein Hochdrucksystem positionieren und das Wetter über Deutschland beeinflussen. So auch über Pfingsten und wohl auch noch darüber hinaus bis zum 26. Mai. Vor allem der Norden von Deutschland profitiert von einen weitgehend ruhigen und auch trockenen Wettercharakter.
Weiter nach Süden - etwa südlich der Linie von Köln und Berlin - nimmt jeweils zu den Nachmittags- und Abendstunden die Neigung zu Schauern und Gewittern zu, welche örtlich auch kräftiger ausfallen und Unwetterpotential erreichen können. In einen überwiegend gradientenschwachen Wetterumfeld aber können die Temperaturen mit Werten zwischen +22 bis +27 Grad und örtlich bis +29 Grad im Verlauf der kommenden Woche auf sommerliche Werte ansteigen. Das Wetter im Mai zeigt sich also nochmals von seiner sommerlichen Seite.

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Sommerliches Hochdrucksystem über Skandinavien?

Das wird sich in den kommenden Tagen zeigen müssen - zumindest, ob das sommerliche Temperaturniveau nach dem 26. Mai gehalten werden kann, oder ob sich das Hochdruckgebiet allmählich abschwächen und somit auch andere Wetterkonstellationen zulassen kann.

Durchwachsener Start in den Sommer 2018

Das amerikanische Prognosemodell berechnet das Hochdruckgebiet über Nordeuropa mit einer von Ost nach West verlaufenden Hochdruckachse, was zu einem unangenehmen und böigen Ostwind führen kann. Zur gleichen Zeit liegt über der Mittelmeerregion ein schwachgradientiges Tiefdrucksystem, was mit feuchten Luftmassen die Schauer- und Gewitterneigung über dem Süden jeweils zu den Nachmittagsstunden ansteigen lassen kann.

Ende Mai verlagert sich nach dieser Prognose das Hochdrucksystem weiter nach Westen und kann sich von Neufundland über Island, Skandinavien bis über das westliche Russland erstrecken. Somit verliert das Hochdrucksystem seinen stabilen Kern über dem Norden von Europa. Im Detail wird es darauf ankommen, in welchem Bereich das Hochdrucksystem instabil wird. Nach der aktuellen Wetterprognose geschieht das zum Start in den Sommer zwischen dem europäischen Nordmeer und England, was Deutschland, Österreich und die Schweiz zunächst einmal auf die warme Vorderseitenanströmung der Tiefdrucksysteme bringen kann. Sommerliche Temperaturen von +24 bis +28 Grad wären zum 1. Juni nicht unmöglich, doch kann das Tiefdrucksystem für eine erhöhte Schauer- und Gewitterneigung sorgen.

Wetterumschwung zum Sommerbeginn?

Ob die Berechnungen des amerikanischen Vorhersagemodells tatsächlich so eintreten werden, bleibt abzuwarten. Es gibt auch noch andere Varianten. Viel interessanter ist aber der Kontext zu den vergangenen Tagen und auch zum europäischen Wettermodell, was eine Veränderung der Großwetterlage zum Start in den Sommer in Aussicht stellt. Immer wieder - und seit gestern vermehrt - wird eine Verlagerung des Hochdrucksystems nach Westen berechnet. Das ermöglicht Anfang Juni zwei unterschiedliche Wetterentwicklungen.

  • Das Azorenhoch stellt sich steil auf dem Atlantik nach Norden in Richtung Grönland auf und blockiert die atlantische Frontalzone. Am östlichen Hochdruckgradienten aber rutschen die Tiefdrucksysteme nach Süden ab und so kommt es zu einem meridionalen Strömungsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord). Das Deutschland, Österreich und die Schweiz dabei auf die kalte Seite des Troges gelangen können, ist damit nicht gesagt, aber auch nicht unwahrscheinlich.
  • In der zweiten Variante positioniert sich das Hochdrucksystem im Bereich von Grönland und Island und zwingt die atlantische Tiefdruckrinne auf eine südliche Zugbahn. So können mit entsprechender Vorderseitenanströmung Anfang Juni sehr warme, aber auch feuchte Luftmassen nach Deutschland gelangen. Schauer und Gewitter wären bei sommerlich warmen Temperaturen zu erwarten.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Wetterwechsel mit meridionalem Strömungsmuster zum Sommerbeginn? © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Wetterwechsel zum Juni nicht unwahrscheinlich

Die Zeichen mehren sich, als dass das Hochdrucksystem über Skandinavien Anfang Juni seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland verlieren kann. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten. Die Kontrollläufe jedenfalls bestätigen ab dem 26. und 27. Mai eine Veränderung des Temperaturspektrums von deutlich zu warm zu normal. So liegt der jeweilige Mittelwert am 25. Mai zwischen +22 bis +23 Grad und am 3. Juni zwischen +19 bis +21 Grad. Die Niederschlagsneigung zum Start in den Sommer ist über dem Norden von Deutschland schwach bis mäßig und über den restlichen Regionen mäßig hoch zu bewerten. Ein Wetterwechsel zum Sommerbeginn bleibt in Betracht zu ziehen.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 19.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Nach der aktuellen Wettervorhersage des Langfristmodells, soll der Sommer 2018 eher durchwachsen und am Ende zu warm ausfallen. Der Juni wird mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +2 Grad zu warm berechnet. Der Juni hat gegenüber gestern eine leichte Veränderung erfahren. Das hängt aber auch ganz stark damit zusammen, ob ein Wetterwechsel stattfinden wird. Der Juli und August mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend zu warm.
In der Niederschlagsprognose werden die ersten beiden Sommermonate normal mit einen etwas zu trockenen Trend und der August normal mit einem etwas zu nassen Trend berechnet. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal, im Trend leicht zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 19.05.2018

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