Das Wetter im Mai wird zunehmend unbeständiger und wird es auch über Pfingsten noch so bleiben können, doch was bedeutet das für den Start in den Sommer 2018?

Die Prognosemodelle berechnen in den kommenden Tagen und auch über Pfingsten 2018 einen unbeständigen Wettercharakter - zumindest über weite Teile von Deutschland. Der Grund hierfür ist ein Hochdruckkeil, welcher sich von England weiter in Richtung Skandinavien ausdehnen und dabei ein Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion einkapseln kann. Der gesamte Vorgang ist als gradientenschwach zu bewerten, da aber feucht-warme Luftmassen eine wesentliche Rolle spielen, sind vor und über Pfingsten immer wieder Schauer und Gewitter zu erwarten. Die Temperaturen pendeln sich bis Pfingstmontag auf Werte zwischen +17 bis +23 Grad ein und können mit entsprechender Sonnenscheindauer darüber und mit Schauern auch darunter liegen.

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Sommerlicher Temperaturcharakter nach Pfingsten

Das Hochdrucksystem über Skandinavien hat zudem die Eigenschaft, als dass es aus nördlichen Richtungen die Zufuhr kalter Luftmassen blockiert, was einen Kaltluftausbruch bis Ende Mai 2018 zum aktuellen Stand wenig wahrscheinlich macht. Das bestätigten heute im Tagesverlauf auch noch einmal die Kontrollläufe. So liegt das Temperaturspektrum meist in dem für die Jahreszeit etwa um +1 bis +3 Grad zu warmen Bereich.

Maiwetter zu warm

Das bekräftigt auch noch einmal die Aussage der letzten Tage, dass das Wetter im Mai 2018 zu warm ausfallen kann. Aktuell liegt die Abweichung bei +2,5 Grad und sollte sich bis Ende Mai noch etwas weiter nach oben verschieben können.

Hochdrucksystem bleibt hartnäckig - auch im Sommer?

Wer hier regelmäßig mit liest, der weiß, dass Hochdrucksysteme über Skandinavien zu einer gestörten Zirkulation gehören, bzw. diese verursachen. Man weiß aber auch, dass diese Hochdrucksysteme eine lange Lebensdauer haben und die atlantische Frontalzone erst einmal auf Distanz halten können.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Trend zu Skandinavienhoch bleibt erhalten © www.meteociel.fr

Kippt das System aber, so sind dem Westwindwetter selten Grenzen gesetzt und die Gefahr eines Ausgleichsverhaltens über die Sommermonate hinweg erhöht sich. Anders formuliert. War das Frühjahr außergewöhnlich warm und durch eine wesentliche Großwetterlage bestimmt, nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine andere Großwetterlage über die Sommermonate zu. Ein ewiges weiter so wird im Verlauf der Zeit unwahrscheinlicher. Und die aktuelle Großwetterlage hält sich mehr oder minder mit ein paar Unterbrechungen seit Februar - quasi zeitgleich mit dem Major-Warming in Stratosphärenhöhe.

Major-Warming mit Auswirkungen auf den Sommer?

Das wurden wir in den letzten Tagen immer wieder einmal gefragt. Was aber ist ein Major-Warming? Kurzum und stark vereinfacht: es verändert die Strömungsstruktur des Polarwirbels. Nicht selten etabliert sich dabei ein Hochdrucksystem über Skandinavien und kann auch noch weite Teile des Frühlings bestimmen - oh, wie überraschend?!

Kurzer Vergleich: wie waren die Frühlingsmonate zu einem Major-Warming und wie dar der darauffolgende Sommer? Stichprobe der Major-Warmings von 2009 und 2013. Der Frühling 2009 war um +2,2 Grad zu warm und der Sommer um +0,9 Grad zu warm. Der Frühling 2013 war um -1 Grad zu kalt und der Sommer um +1,4 Grad zu warm. Also kein direkter Zusammenhang erkennbar und somit sollte auch die Frage beantwortet sein. Mit einem Major-Warming gibt es lediglich eine höhere Wahrscheinlichkeit von hohem Luftdruck über dem skandinavischen Raum.

Wetter Sommer 2018: Amerikanisches Vorhersagemodell mit anhaltendem Hochdrucksystem über Skandinavien

Das amerikanische Prognosemodell berechnet immer wieder den Drang der Hochdrucksysteme, sich im Bereich zwischen Mitteleuropa und Skandinavien zu positionieren. Dabei ist es keineswegs gesichert, dass der Sommer 2018 auch mit sommerlich warmen Temperaturen startet - denn im Detail kommt es auf die Position an. Gelingt die Hochdruckausbildung über Mitteleuropa, so könnte der Start in den Sommer 2018 warm und trocken verlaufen.
Liegt das Hoch weiter westlich - zwischen dem Atlantik und England, so würden Deutschland, Österreich und die Schweiz auf eine nordwestliche Anströmung der Luftmassen geraten können. Kühles und auch unbeständiges Wetter wäre zum Sommerstart möglich.
Liegt das Hoch über Skandinavien, so wäre das eine Wiederholungsneigung gegenüber den letzten Wochen. Sollte das geschehen, so wäre mit warmen Wetterphasen zum Juni zu rechnen, welche von unwetterartigen und anschließend wieder kühleren Wetterphasen abgelöst werden können.

Wetter Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Dass das Wetter im Sommer 2018 durchwachsen und Phasenweise sowohl zu warm, als auch etwas kühler ausfallen kann, berechnet das Langfristmodell in seiner Wettervorhersage schon eine geraume Zeit. So soll der Juni mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +2 Grad zu warm, der Juli und August mit -0,5 bis +1 Grad normal mit dem Trend etwas zu warm ausfallen.
In der Niederschlagsprognose des Langfristmodells werde die Sommermonate zum aktuellen Stand normal mit dem Trend leicht zu nass berechnet. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal, im Trend leicht zu nass
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 15.05.2018

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