Ein Tiefdrucksystem positioniert sich zum Wochenende über England und sorgt über Deutschland für einen unbeständigen Wettercharakter. Die weitere Wetterentwicklung im Mai 2018 hängt sehr von der Position des Tiefdrucksystems ab.

Das Wetter im Zeitraum bis zum 2. Mai zeigt sich nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle wechselhaft und unbeständig. Dabei kann es am Sonntag kurzzeitig mal wärmer werden, bevor das Tiefdrucksystem mit feuchten Luftmassen für teils kräftige Schauer und Gewitter sorgen kann - ein örtliches Unwetterpotential ist dabei nicht auszuschließen. Für das Wetter im Mai zeichnet sich eine leicht unbeständige Großwetterlage bei gemäßigt warmen Temperaturen ab.

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Mitteleuropa liegt zwischen zwei Hochdrucksystemen

Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so liegen Anfang Mai ein Hochdrucksystem über den Azoren und ein weiteres über dem westlichen Russland. Gerne möchten diese beiden Hochdrucksysteme eine Hochdruckbrücke über England und Skandinavien aufbauen, doch das Tiefdruckgebiet vom Wochenende kann dieses Vorhaben zunächst einmal unterbinden.

So bildet sich im Zeitraum vom 2. bis 4. Mai ein Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion aus und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen wechselhaften, aber milden Wettercharakter. Die Temperaturen können bei einer regen Schauer- und Gewitterneigung auf +13 bis +17 Grad und örtlich bis +19 Grad ansteigen. Bei einer entsprechenden Niederschlagstätigkeit sind Werte zwischen +10 bis +15 Grad möglich.

Kühle Nordwest- oder frühlingshaft warme Südwestwetterlage?

Im Zeitraum vom 5. bis 6. Mai lebt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik auf und kann dafür sorgen, dass die Hochdruckachse nach Osten wegkippen kann. Entscheidend, ob nun der Aufbau einer Hochdruckbrücke gelingt, oder ob die atlantische Frontalzone seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland ausweiten kann, hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Hochdrucksystem über dem westlichen Russland verhalten wird. Zwei Varianten sind möglich.

  • Die Hochdruckbrücke breitet sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz aus und im Verbund mit den atlantischen Tiefdrucksystemen entsteht eine leicht wechselhafte, aber warme Anströmung der Luftmassen.
  • In der zweiten Variante gelingt der atlantischen Frontalzone der Vorstoß bis nach Skandinavien, wird dort aber von einem Hochdrucksystem blockiert und weicht nach Süden - über Deutschland - aus. In Folge daraus ergibt sich eine unbeständige und relativ kühle Nordwestwetterlage

Polarwirbelberechnung Mai

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Nordwestwetterlage zu den Eisheiligen © www.meteociel.fr

Hochdrucksystem über Mitteleuropa

Anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells, welches im Zeitraum vom 4. bis 6. Mai eine relativ stabiles Hochdrucksystem zwischen Skandinavien und Deutschland simuliert. In Folge daraus stabilisiert sich der Wettercharakter und die Temperaturen können auf warme +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad ansteigen. Da ist also noch eine Menge an Potential in der kommenden Wetterentwicklung vorhanden.

Polarwirbelberechnung Mai

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Hochdrucksystem über Europa © www.meteociel.fr

Kühles Wetter zu den Eisheiligen?

Die Eisheiligen sind eine im Mai sehr häufig auftretende Wettersingularität (11. bis 15. Mai), welche die Temperaturen nochmals in den kühlen Bereich absinken lassen können. Da Christi Himmelfahrt (Vatertag, 10. Mai - ein Feiertag in einigen Bundesländern) in den Zeitraum der Eisheiligen fällt, stellt sich die Frage, wie wird das Wetter am nächsten verlängerten Wochenende?

Die Kontrollläufe weisen ein breites Entwicklungsspektrum aus, doch liegt der Mittelwert meist knapp über dem langjährigen Mittelwert im leicht zu warmen Bereich. Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells sind gegenüber dem Mittelwert deutlich zu kalt und stellen einen kalten Ausreißer dar. So ist eine gemäßigte - normale - Wetterentwicklung wahrscheinlicher als eine zu warme, oder gar zu kalte. Die Niederschlagsentwicklung ist vom 1. bis 11. Mai als mäßig hoch zu bewerten, was auch die Variante des europäischen Wettermodells zum aktuellen Stand noch in Frage stellt.

Diagramm Temperaturen Mai 2018 vom 26.04.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Die Wetterentwicklung in der ersten Mai Dekade ist zum aktuellen Stand weitgehend unauffällig gegenüber dem langjährigen Mittelwert und kann als weitgehend normal bewertet werden. Das Langfristmodell nimmt aber in seiner heutigen Wettervorhersage für den Mai 2018 eine kleine Korrektur vor und berechnet die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Der Prognosetrend verschiebt sich aber mehr in die zu warme Richtung, was sich wohl in der zweiten und letzten Mai Dekade zeigen kann. In der Niederschlagsentwicklung wird der Mai zum heutigen Stand unauffällig gegenüber seinen Sollwerten simuliert. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
April 2018 +4 bis +4,5 Grad Trend: zu trocken
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juni 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 26.04.2018

Wie kann sich das Wetter vor Pfingsten entwickeln, welche Optionen es gibt, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung vom Wettertrend Pfingsten 2018.

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