Deutschland liegt in den kommenden Tagen in einem schwachgradientigen Gemengelage zwischen einem Hochdruckgebiet und einem Tiefdrucksystem. Dabei kann es mitunter - wie heute - zu kräftigen Schauern und Gewittern kommen, örtlich auch mit Unwetterpotential. Zur Wochenmitte nimmt dann der Einfluss eine Hochdrucksystems über Deutschland, Österreich und die Schweiz zu und das April Wetter geht wieder mehr in Richtung Frühsommer.

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Ein Hochdrucksystem dominiert das Frühlingswetter

Die Berechnungen der Wettermodelle hatten es in den letzten Tagen schon angedeutet, dass sich über Mitteleuropa ein kräftiges Hochdrucksystem ausbilden kann. Gleichzeitig aber rennt auf dem Atlantik ein kräftiges Tiefdrucksystem gegen den hohen Luftdruck an, verliert aber im Zeitraum vom 16. bis 22. April den Kampf um die Vorherrschaft über das Wetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Tief gegen Hoch: Hoch gewinnt © www.meteociel.fr

Wettercharakter eines Sommers

In Folge der Hochdruckdominanz ist vom 16. bis 22. April mit einem stabilen Wettercharakter zu rechnen und erinnert stark an hochsommerliche Großwetterlagen vom Juli und August. Entsprechend warm können mit +22 bis + 26 Grad die Temperaturen erwartet werden, örtlich sind auch bis +28 möglich. Das ist für den April um 10 bis 15 Grad zu warm.

Extremes Aprilwetter

Der April 2018 ist extrem. Bisweilen wurden rund 23 Prozent des Niederschlagssolls erreicht und die Temperaturabweichung beträgt gegenüber dem langjährigen Mittelwert rund +2,8 Grad. Das wird sich im Verlauf des zweiten April Drittels noch verschärfen können.

Ob aber der April 2018 aber zu einem Rekordmonat werden kann (>+4,4 Grad), hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Wetter im letzten April Drittel entwickeln kann. Die Wettermodelle gehen hier noch unterschiedliche Wege. Zum einen wird hin und wieder der Kaltluftausbruch aus nördlichen Richtungen berechnet, zum anderen aber könnte sich auch die Erhaltungsneigung mit der Dominanz des hohen Luftdrucks über Mitteleuropa durchsetzen.

Schaut man sich die aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells an, so wird eine Variante berechnet, welche die warmen Temperaturen im Bereich von +20 bis +25 Grad bis Ende April weitgehend erhalten kann. Hin und wieder sind auch kräftige Niederschläge in Form von Schauern und Gewittern möglich.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Hochdruckdominanz bis Ende April? © www.meteociel.fr

Markanter Wetterwechsel?

Ob das aber so kommt, bleibt abzuwarten. Denn die Entwicklung der Großwetterlage zum letzten April Drittel ist alles andere als einfach und hängt auch sehr stark damit zusammen, wie sich der Polarwirbel entwickeln mag, bzw. in welche Richtungen er "auseinander fällt".

Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ist die Berechnung des amerikanischen Wettermodells zwar nicht auszuschließen, zählt aber ganz klar zu den wärmeren Varianten. Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten. Die Mehrheit berechnet ab dem 22. April einen markanten Wetterwechsel mit einem Temperaturrückgang um bis zu 10 Grad auf ein Jahreszeit typisches Niveau.

Richtig zu kalte Varianten sind aber weiterhin nicht auszumachen. Der kälteste Tageswert wird in den Kontrollläufen am 27. April mit +3 Grad berechnet. Sonst liegt das Temperaturspektrum in einem Bereich von +3 bis +24 Grad bei einem Mittelwert von +14 bis +15 Grad, was in etwa dem langjährigen Durchschnittswert entspricht.

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 13.04.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Dass der April 2018 zu warm ausfallen wird, ist zwischenzeitlich nahezu gesichert. Denn kumuliert man die Werte bis zum 20. April, so müssten die verbleibenden 10 April-Tage um 7 bis 9 Grad zu kalt ausfallen. Das wäre mit einem 10-tägigen Wintereinbruch bei Tageswerten von +0 bis +5 Grad gleichzusetzen. Beim Aprilwetter nicht unmöglich, aber zum derzeitigen Stand wenig wahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist hingegen eine Normalisierung des Temperaturspektrums in der letzten April Dekade. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
April 2018 +1 bis +4 Grad Trend: deutlich zu trocken
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
Juni 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 13.04.2018

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