Wetter Sommer 2018 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2018 aktuelle Wetterprognose vom 09.04.2018 - Wie stehen die Chancen auf einen Kaltlufteinbruch?

Ein Hochdrucksystem über Skandinavien bestimmt das Wetter über Deutschland. Entscheiden aber - ob das Wetter frühlingshaft mild bleiben kann - ist die Position des Hochdrucksystems.

Zwar wird das Wetter in den kommenden Tagen mit Schauern und Gewittern unbeständiger, doch bleiben mit Werten zwischen +16 bis +22 Grad die sehr warmen Frühlingswerte erhalten. Der Grund für die außergewöhnliche Wärme im April ist das Zusammenspiel eines Hochdrucksystems über Skandinavien und einem Tiefdruckgebiet über Frankreich, welches nur allzu gerne weiter nach Osten - und sei es über die Mittelmeerregion - vorankommen möchte. So entsteht über Deutschland eine warme östliche bis südöstliche Grundströmung.

Frühlingswetter

Die Schauer und Gewitter ändern aber nichts daran, dass der Wettercharakter als frühlingshaft zu bewerten ist. Die Vegetation wird sich über ein paar Niederschläge in der aktuellen Wachstumsphase freuen. Schaut man sich die Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells an, so verändern sich die Positionen der Wettersysteme bis zum 14. April nur unwesentlich. Darüber hinaus gibt es erhebliche Unterschiede und zeigen sich in den Berechnungen in drei möglichen Varianten.

  • In der ersten Variante verlagert sich das Hochdrucksystem über Skandinavien nach Osten, während zeitgleich die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zunehmend kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in diesem Fall in eine warme Südanströmung der Luftmassen, befindet sich aber weiterhin zwischen den Fronten, was die Tageswerte bei einem unbeständigen Wettercharakter im Zeitraum vom 14. bis 19. April in den Bereich über die +20 Grad Marke hinaus ansteigen lassen kann.
  • In der zweiten Wetterentwicklung bleibt das Hochdrucksystem über Skandinavien zunächst standhaft und wird von dem Tiefdrucksystem über Frankreich und der Mittelmeerregion unterwandert. In Folge daraus verbleibt Deutschland im zweiten April Drittel im Zustrom der sehr warmen Luftmassen, jedoch mit einer über dem Süden deutlich erhöhten Niederschlagsneigung.
  • In der letzten Variante verlagert sich das Hochdrucksystem über Skandinavien weiter nach Süden und positioniert sich direkt über Deutschland. Ein frühlingshaft milder und trockener Wettercharakter wäre demnach über weite Teile des zweiten April-Drittels zu erwarten.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Hochdrucksystem über Skandinavien bestimmt das Wettergeschehen über Deutschland © www.meteociel.fr

Warmes Frühlingswetter

Die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Varianten liegt in den warmen Temperaturwerten und schaut man auf die Kontrollläufe, so wird der Zeitraum vom 10. bis 20. April gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 4 bis 8 Grad zu warm berechnet. Das ist recht ordentlich. Die bereits vergangenen Apriltage haben eine Abweichung von +1,8 Grad vorzuweisen und kumuliert man die Werte vom zweiten Drittel hinzu, so könnte der Temperaturüberschuss am 20. April zwischen +3 bis +5 Grad liegen. Ob das Wetter im April 2018 so deutlich zu warm ausfallen wird, hängt also von der Wetterentwicklung in der letzten April Dekade ab.

Kaltlufteinbruch in der letzten April Dekade?

Dem April ist aus meteorologischer Sicht nicht zu trauen. Schon gar nicht, wenn über Skandinavien ein Hochdrucksystem liegt. Warum? Das Skandinavienhoch verhält sich im Frühling gerne instabil, was eine Positionsveränderung nach Westen in Richtung Island nicht ausschließt. Zudem neigt der Polarwirbel im April gerne noch einmal zu stärkeren Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront, was diesen Vorgang noch unterstützen könnte. Vereinfacht ausgedrückt ist eine kalte Trogwetterlage im letzten April Drittel - zumindest in der Theorie - nicht auszuschließen.

Schaut man sich die Berechnungen der Wettermodelle der letzten 24 Stunden an, so zeigen sich zum Beginn des letzten April Drittels diese kühlen Trogwetterlagen über Mitteleuropa hin und wieder und auch in den Kontrollläufen mehren sich die Hinweise auf einen Temperaturrückgang. Doch muss man dies in das richtige Verhältnis setzen. Das Temperaturspektrum liegt am 19. April zwischen +11 bis +26 Grad (Mittelwert: +17 bis +19 Grad) und am 24. April zwischen +5 bis +22 Grad (Mittelwert: +15 bis +16 Grad). Zwar wären in der kältesten Variante Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen, doch zeigt der Mittelwert eine Temperaturentwicklung im Jahreszeit typischen Bereich.

Anders formuliert: Temperaturrückgang ist im letzten April-Drittel wahrscheinlich, ein Kaltlufteinbruch hat aber zum aktuellen Stand wenig Relevanz.

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 09.04.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Schaut man sich die wärmsten Aprilmonate der letzten 20 Jahre an, so zeigt sich im Jahr 2009 mit einem Temperaturüberschuss von +4,4 Grad der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Gefolgt wird dieser vom April 2000 (+2,7 Grad), 2007 (+4,1 Grad), 2011 (+4,2 Grad) und 2014 (+3,4 Grad). Der April 2018 hat schon heute ein sehr hohe Wahrscheinlichkeit, sich in die Reihe der Wetterhistorie der deutlich zu warmen Aprilmonate einzureihen.

Das Langfristmodell stützt die zu warme Wetterentwicklung im April. So liegt die Abweichung nach der aktuellen Wettervorhersage gegenüber dem langjährigen Mittelwert bei +1 bis +3 Grad mit der Ausnahme der norddeutschen Küstenregionen, wo der April mit -0,5 bis +1 Grad noch weitgehend normal ausfallen könnte. Da zeigt sich nach den zu kühlen Wetter im Februar und März 2018 nun ein sog. Ausgleichsverhalten in die entgegengesetzte Richtung. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, als dass das Wetter im Mai 2018 ebenfalls noch zu warm ausfallen kann.

Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
April 2018 -0,5 bis +3 Grad Trend: zu trocken
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
Juni 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 09.04.2018

Was für Auswirkungen das Ausgleichsverhalten auf den Mai haben kann, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer kuren Aktualisierung der Wetterprognose Mai 2018.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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