Die Großwetterlage stellt sich zum kommenden Wochenende um. Das Strömungsmuster gilt aber keinesfalls als nachhaltig und ist im weiteren Verlauf des Aprils für weitere Überraschungen gut.

Turbulent wird das Wetter heute im Tagesverlauf. So ziehen teils kräftige Schauer im Tagesverlauf von West nach Ost und können örtlich auch von Gewittern begleitet werden. Nachfolgend werden etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt, welche am Wochenende unter Hochdruckeinfluss geraten und sich mit einer warmen Südströmung nachhaltig erwärmen können. Selbst für das Wetter im April sind diese Temperaturen außergewöhnlich warm und liegen um 8 bis 12 Grad über dem Wert, was im ersten April Drittel normal wäre. So steht schon heute fest: die erste April Dekade wird viel zu warm ausfallen können und kumuliert man die Temperaturen der kommenden Tage, so könnte am 10. April ein Temperaturüberschuss von 4 bis 6 Grad zur Diskussion stehen.

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Entwicklung der Großwetterlage für Überraschungen gut

Ob das zweite April Drittel auch so frühlingshaft warm bleiben kann, gilt noch abzuwarten. Das amerikanische Wettermodell berechnet zum 8. und 9. April eine Verlagerung der Tiefdruckaktivität über die Mittelmeerregion. Gleichzeitig dehnt sich von den Azoren eine schwache Hochdruckbrücke von den Azoren über Skandinavien bis über das westliche Russland aus. So liegen Deutschland, die Schweiz und auch Österreich im Zeitraum vom 8. bis 18. April in einem gradientenschwachen Wetterumfeld, welcher aber durch das Mittelmeertief bestimmt werden kann. In Folge daraus nimmt die Niederschlagstätigkeit zu und häufig kommt es bei wechselnder bis starker Bewölkung zu Schauern, welche im Schwerpunkt über dem Süden auch kräftiger und länger andauernd ausfallen können. Die Temperaturen erreichen meist Werte von +9 bis +14 Grad über dem Norden und +14 bis +18 Grad über dem Süden. Der Natur würden diese Wetterbedingungen gut tun und für kräftiges Wachstum sorgen können.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Gradientenschwache und frühlingshaft milde Großwetterlage © www.meteociel.fr

Statt frühlingshaft mild geht auch April typisch kalt

Kaltlufteinbrüche sind im April keine Seltenheit und eine solche Variante berechnet heute das europäische Wettermodell. Auch hier wird der Zeitraum bis zum 10. April außergewöhnlich warm berechnet. Und wie schon beim amerikanischen Wettermodell verlagert sich auch nach diesen Berechnungen die Tiefdruckaktivität über die Mittelmeerregion. Statt sich aber eine Hochdruckbrücke über Skandinavien ausdehnen kann, entsteht über der Barentssee ein Tiefdruckgebiet, was im Verbund mit einem Hochdruckgebiet zwischen Grönland und Island Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz können zum 10. und 11. April in den Einflussbereich einer sog. Grenzwetterlage geraten, was zu kräftigen und länger andauernden Niederschlägen führen kann. Nachfolgend verlagert sich das Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion weiter nach Osten und führt auf seiner Rückseite die kalten Luftmassen auf direktem Wege nach Deutschland. Wie kalt könnte es werden? Simuliert werden für den 13. April Tageswerte von +2 bis +7 Grad, was für die Jahreszeit zu kühl ist. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer wären dann bis in tiefere Lagen zu erwarten.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Mehr Wetteraction mit typischen Aprilwetter © www.meteociel.fr

Frühlingshaft mild, oder nasskalt? Auf die Position kommt es an!

Man erkennt in den oben gezeigten Simulationskarten sehr schön eine fast einheitliche Struktur, jedoch mit einem wesentlichen Unterschied. Das Hochdrucksystem über dem Norden ist jeweils anders positioniert. Nach dem europäischen Wettermodell weiter westlich, was den Zustrom der kalten Luftmassen ermöglichen könnte. Nach dem amerikanischen Wettermodell weiter östlich, was den frühlingshaft milden Wettercharakter bringen kann.

Kontrollläufe: Normalisierung der Temperaturen

Der Zeitraum vom 7. bis 13, April wird von den Kontrollläufen gegenüber dem langjährigen Mittelwert teils deutlich zu warm berechnet. Doch zeigt sich ab dem 11. April eine langsame Annäherung der Temperaturwerte an den Jahreszeit typischen Wert. So liegt das Temperaturspektrum am 12. April zwischen +7 bis +21 Grad (Mittelwert: +12 bis +14 Grad) und am 18. April zwischen +5 bis +22 Grad (Mittelwert: +13 Grad). Gleichzeitig steigt zum zweiten April Drittel die Niederschlagswahrscheinlichkeit in den mäßig hohen Bereich an, bleibt aber über dem Norden schwächer einzustufen. Somit stützen die Kontrollläufe den Hochdruckaufbau über dem skandinavischen Raum mehrheitlich - nur auf die Position kommt es eben an. Die Kontrollläufe aber zeigen, dass die Variante des europäischen Wettermodells aktuell noch als kalter Ausreißer zu bewerten ist.

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 04.04.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Aufgrund der viel zu warmen Temperaturentwicklung der Wettermodelle in der ersten April-Hälfte, korrigiert sich auch das Langfristmodell und passt sich der aktuellen Wetterentwicklung von Tag zu Tag etwas an. So wird der April 2018 mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +2 Grad leicht bis deutlich zu warm berechnet. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
April 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: leicht zu trocken
Mai 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
Juni 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 04.04.2018

Zusammenfassung:

Der Wettertrend der kommenden Tage geht klar in Richtung Frühling und ist für die Jahreszeit viel zu warm. Ab der zweiten April Dekade zeigt sich eine zunehmende Niederschlagsaktivität bei langsam zurückgehenden Temperaturen auf ein Jahreszeit typisches Niveau. Der zweite Frühlingsmonat hat bis zur Montagsmitte ein deutlich erhöhtes Potential zu warm auszufallen.

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