Ein Tiefdrucksystem positioniert sich in den kommenden Stunden vor Mitteleuropa und führt aus südlichen Richtungen sehr warme Luftmassen nach Deutschland. Im weiteren Verlauf wird eine Hochdruckposition über die weitere Wetterentwicklung entscheiden.

Mancherorts sorgt der Spätwinter über Ostern noch für ein paar Schneeflocken, größtenteils wird es aber zum Ostermontag verbreitet schon frühlingshaft mild werden können. Am Dienstag und Mittwoch setzt sich mit Werten von +14 bis +18 Grad und örtlich bis +22 Grad dann in ganz Deutschland der Frühling durch. So startet das Wetter im April für die Jahreszeit typisch, wenngleich in einigen Regionen auch mit einem extremen Temperatursprung von bis zu 20 Grad binnen 48 Stunden.

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Wechselhaftes Aprilwetter

Geschuldet ist der starke Temperaturanstieg einer Tiefdruckvorderseite. Das Tiefdrucksystem zieht zum 5. April nach Osten ab und führt auf seiner Rückseite kurzzeitig kühlere Luftmassen, welche zum Freitag wieder in eine milde Vorderseitenanströmung umgewandelt werden kann. Begleitet wird das Auf und Ab der Temperaturen von einer regen Schauerneigung, welche am Mittwoch auch zu den ersten Frühlingsgewittern führen kann.

Wettertrend: Frühlingshoch über Europa?

Über dem östlichen Europa positioniert sich zum 8. April ein Hochdrucksystem, was die atlantische Frontalzone vor Deutschland, Österreich und der Schweiz auflaufen lassen kann. In Folge daraus können warme Luftmassen aus Afrika über die Mittelmeerregion bis nach Mitteleuropa geführt werden. Die Wettermodelle berechnen am 8. April Tageshöchstwerte von +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad. Das ist dann nicht mehr frühlingshaft mild, sondern früh sommerlich warm und sollte das tatsächlich so eintreten, so wäre noch im ersten April Drittel ein Sommertag zu erwarten (Temperatur > 25 Grad).

Ab diesen Zeitpunkt kommt es zur entscheidenden Wetterentwicklung bis zum 15. April. Hält das Hoch dagegen und weitet sich nach Westen aus, oder drückt die atlantische Frontalzone das Hochdruckgebiet nach Osten weg? Das amerikanische Wettermodell berechnet heute erneut die Ausdehnung des Hochdrucksystems nach Westen und berechnet zum 10. April ein Skandinavienhoch. Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, bei der sich von den Azoren über England bis über das westliche Russland eine Hochdruckbrücke über Skandinavien und Deutschland ausbilden kann.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühlingshoch über Nordeuropa © www.meteociel.fr

Frühsommerlich warm?

Die Überschrift gleicht sich der von gestern, da sich im Wettertrend bis Mitte April in den Simulationen der Wettermodelle wenig geändert hat. Das Hochdrucksystem über dem nördlichen Europa wird erneut von beiden Wettermodellen berechnet, was die Eintreffwahrscheinlichkeit erhöht. Ob es auch trocken bleiben kann, hängt von der Hochdruckposition ab. Für gewöhnlich ist bei einer nördlichen Hochdruckposition eine Unterwanderung des Hochdruckgebietes durch die atlantischen Tiefdrucksysteme zu erwarten, was über Deutschland, der Schweiz und Österreich zu einer erhöhten Schauerneigung führen kann. Geht es aber rein nach dem Modelloutput, so wären bis zum 14. April Tageswerte im Bereich von +14 bis +18 Grad und Phasenweise bis zu +23 Grad zu erwarten.

Die Kontrollläufe stützen nicht nur die deutlich zu warme Entwicklung, sie zeigen auch, wie extrem diese Milderung ausfallen kann. So liegt das Temperaturspektrum mit +6 bis +23 Grad am 8. April mit einem Mittelwert von +18 bis +20 Grad etwa um 10 Grad über dem, was für die Jahreszeit normal wäre. Erst zum 13. April zeigt sich wieder eine Zunahme von kühleren Varianten. Die Niederschlagsneigung wird bis zum 6. April als mäßig hoch bewertet, sinkt aber nachfolgend ab, was ein Indiz für das Hochdrucksystem ist. Anders formuliert hat die erste April Hälfte ein sehr hohes Potential zu warm auszufallen. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 01.04.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Entsprechend auch die Reaktion des Langfristmodells, welches den April 2018 - insbesondere über dem Süden - mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm berechnet. Anders noch der Norden, welcher mit -0,5 bis +0,5 Grad normal und im Trend mit einer Abweichung von bis +1 Grad leicht zu warm simuliert wird. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
April 2018 -0,5 bis +2 Grad Trend: normal
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
Juni 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 01.04.2018

Unser gesamtes Team möchte Ihnen an dieser Stelle ein wunderbares Osterfest 2018 wünschen!

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